Ichimoku-Kinko-Hyo-Indikator

Was ist der Ichimoku-Kinko-Hyo-Indikator? Alles, was man zur „Ichimoku-Wolke“ wissen muss.

Was ist der Ichimoku-Kinko-Hyo-Indikator?

Der Ichimoku-Kinko-Hyo-Indikator, auch unter dem kürzeren Namen Ichimoku-Wolke bekannt, ist ein Indikator, mit dessen Hilfe die Marktstimmung sowie wichtige Supports und/oder Resistances benannt werden sollen. Er besteht dabei aus verschiedenen gleitenden Mittelwerten. Dieser Indikator wurde 1968 vom japanischen Journalisten Goichi Hosada der Öffentlichkeit vorgestellt. Gemeinsam mit Studenten arbeitete er jedoch schon seit den dreißiger Jahren an diesem Indikator. Schnell verwendeten japanische Trader und Analysten diesen Indikator. Bis er im Westen ankam dauerte es jedoch etwas.

Wie bildet man die Ichimoku-Wolke?

Um den doch recht zungenbrecherischen Namen Ichimoku-Kinko-Hyo-Indikator etwas abzukürzen, hat sich unter Tradern die Bezeichnung „Ichimoku-Wolke“ durchgesetzt. Sie beschreibt die Marktstimmung sowie wichtige Unterstützungen oder Widerstände des Bitcoin-Kurses. Die entscheidenden Linien sind dabei folgende:

  • Conversion Line, auf japanisch als Tenkan-sen bekannt. Es handelt sich um eine Art gleitenden Mittelwert, in dem der Durchschnitt aus dem Hoch der letzten neun Tage und dem Tief im selben Zeitraum gebildet wird. Neun Tage sind hierbei der Standardwert. Die Conversion Line ist ein Maß für den Markttrend. Diese Funktion als Signallinie ist der primäre Use Case. Sie gilt nicht als dominante Support- oder Resistance-Linie.
  • Base Line oder auf japanisch Kijun-sen. Sie wird ähnlich wie der Tenkan-Sen gebildet und ist der Durchschnitt aus dem 26-Tage-Hoch und dem 26-Tage-Tief. Der Kijun-Sen ist daher träger als der Tenkan-Sen. Er kann als ein Stop Loss genutzt werden, da er einen Support beziehungsweise eine Resistance darstellt. Wenn der Kurs über dem Kijun-Sen steht, ist das ein bullishes Signal, fällt er darunter, ein bearishes Signal.
  • Lagging Span oder die Chikou Span. Sie stellt einfach den Kurs beziehungsweise die Close-Werte der Tageskerzen dar, jedoch sind die Werte um 26 Tage in die Vergangenheit verschoben. Die Chikou Span am 9. Juli ist also so hoch wie der heutige Close-Wert.

Nun muss man nur noch einige weitere Berechnungen durchführen und schon sieht man die Ichimoku-Wolke am Horizont. Dabei bildet man den Durchschnitt aus Conversion Line und Base Line und erhält die erste Begrenzung (Lead 1) für die sogenannte Kumo-Wolke.

Gleich geschafft..

Schließlich errechnet man den Durchschnitt aus Hoch und Tief des Bitcoin-Kurses der vergangenen 52 Tage und trägt ihn mit 26 Tagen Verschiebung in seinen Chart ein (Lead 2). Gemeinsam bilden Lead 1 und Lead 2 die Kumo-Wolke und verbinden sich mit der Lagging Span zur Ichimoku-Wolke.

Traden mit der Wolke

Mit dem Ichmoku-Kinko-Hyo-Indikator hat der interessierte Trader eine Unmenge an Informationen über kurz- und mittelfristige Kurseinschätzungen. Außerdem können viele der Linien, unter anderem auch Lead 1 und Lead 2, als Support und Resistance gelten. Doch Ichimoku kann noch mehr: Wenn Kijun-Sen den Tekan-Sen über der Kumo-Wolke überholt, hat man es mit einem starken Kaufsignal zu tun. Macht er das in der Wolke mit einem mittleren und unter der Wolke, mit einem schwachen Kaufsignal.

Auch für Verkaufssignale kann man diese Regeln anwenden: Fällt der Kijun-Sen unter den Tegan-Sen oberhalb der Kumo-Wolke, ist das Verkaufssignal schwach, tut er dies unter der Kumo-Wolke, handelt es sich um ein starkes Verkaufssignal.

Weitere Trader handeln mit anderen der Teilindikatoren: Das Kreuzen von Kurs und Kijun-Sen, der Ausbruch vom Kurs aus der Kumo-Wolke, der Farbwechsel der Wolke oder das Kreuzen von Kurs und Chikou-Span können als Kaufs- oder Verkaufssignale verwendet werden.

Schließlich ist noch eine Besonderheit der Kumo-Wolke zu nennen: Da diese mit einem Offset von 26 Tagen berechnet wird, kann man Supports und Resistances für knapp einen Monat abschätzen. Diese Werte können sich freilich ändern, bieten aber eine Basis zum Finden von Einstiegspunkten, Targets oder Stop Losses.

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