Ripple

Ripple ist ein privates Unternehmen, das ein Transfer- und Zahlungsnetzwerk (RippleNet) auf der Basis einer Distributed-Ledger-Technologie (XRP Ledger, XRPL). Die Kryptowährung XRP steht dabei im Mittelpunkt der Plattform und soll insbesondere vom Banken- und vom Finanzwesen eingesetzt werden, um untereinander Länder-übergreifende Transaktionen abzuwickeln. Häufig wird Ripple als Synonym für den Coin verwendet.

Was ist XRP?

Der XRP Token bildet den Kern des Ripple-Netzwerks und dient vor allem als Brückenwährung bei Fiat-Transaktionen. Er wird aus diesem Grund auch öfter als “Banken-Coin” bezeichnet. Der XRP Token ist auf dem XRP Ledger (XRPL) zu Hause, einer Distributed-Ledger-Technologie (DLT).

Was ist der Unterschied zwischen XRP und Ripple?

In den Medien wird Ripple oftmals als Kryptowährung bezeichnet, obwohl Ripple sternggenommen lediglich ein Zahlungsnetzwerk ist, das auf einem Open-Source-Protokoll basiert. Die Kryptowährung, die diesem Netzwerk zugrunde liegt ist XRP. Wenn man also Ripple kauft, dann kauft man nicht einen Anteil des Ripple-Netzwerk, sondern man erwirbt lediglich die zugrunde liegende Währung XRP.

Wer hat Ripple erfunden?

Im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen gibt es bei XRP keinen einzelnen prominenten Schöpfer oder Gründer. Dennoch gibt es eine Reihe von Personen, die an der Entwicklung der Technologie und dem damit verbundenen Unternehmen beteiligt waren. Dazu gehört Jed McCaleb, Gründer von OpenCoin (heute Ripple) und Chris Larsen, Gründer der Fintech-Firmen E-LOAN und Prosper.

Wie funktioniert Ripple?

Ripple nimmt eine besondere Position in der Blockchain-Welt ein. Während einige Projekte einen Weg gehen, der das Bankensystem neu erfinden will, versucht Ripple, mit ihm zu kooperieren. Das Ripple-Protokoll basiert auf einer öffentlichen Datenbank, die XRP Ledger (XRPL) genannt wird. Jeder hat die Möglichkeit, diese Datenbank einzusehen: Alle Transaktionen sind transparent.

Im Vergleich zu Bitcoin gibt es im Ripple-Netzwerk keine Miner, die Transaktionen bestätigen und das Netzwerk sichern. Bei Ripple gibt es sogenannten Validatoren. Kommt es beispielsweise zu einer Änderung auf einem Konto, weil eine Person Geld an eine andere Person überweisen möchte, so müssen verschieden Validatoren im Netzwerk eine Einigung finden und diese Transaktion bestätigen. Die Validatoren werden derzeit überwiegend von Ripple Labs und seinen Partner betrieben und müssen jede Transaktion, die auf dem Ripple-Netzwerk getätigt wird bestätigen. Dieses System ermöglicht es Ripple extrem schnelle und kostengünstige Transaktionen zu gewährleisten. Der Nachteil dafür ist, dass das Netzwerk deutlich zentralisierter als Bitcoin oder Ethereum ist.

Was will Ripple erreichen?

Die Idee von Ripple besteht darin, den Banken die Möglichkeit zu geben, jede Art von Vermögenswerten schnell uind kostengünstig zu transferieren. Wenn man schon einmal Bitcoin per Banküberweisung gekauft hat, weiß man, wie lange das dauern kann. Man muss sich mit seiner Bank in Verbindung setzen und die Transaktion an ein Konto senden, was zwei bis drei Tage dauern kann und sowohl für den Sender als auch für den Empfänger hohe Transaktionsgebühren verursacht. Ripple will das revolutionieren, indem es Institutionen wie Banken nahezu augenblickliche Transaktionen ermöglicht. Aktuell ist XRP der einzige Coin, der im Ripple-Netzwerk verwendet wird. Dennoch wäre es theoretisch möglich, dass Banken auch eigene Coins erschaffen und sie im Netzwerk verwenden.

Was ist der Ripple Token (XRP)?

XRP ist die native Kryptowährung von Ripple. XRP selbst hat keine zugrunde liegenden verwandten Vermögenswerte oder Werte, ist so nicht etwa an den US-Dollar oder an den Goldpreis gebunden. Vielmehr kann er als Zwischenwährung in Institutionen verwendet werden. Er hat den großen Vorteil, dass die Transaktionskosten sehr niedrig sind. XRP wird bereits bei zwei verschiedenen Produkten von Ripple benutzt. 

Zudem ist das XRPL unabhängig von der Organisation hinter Ripple und könnte somit auch bei einer Schließung von RippleLabs weiterbestehen. Darüber hinaus gibt es bei Ripple schon einige Produkte, bei denen der XRP Token zum Einsatz kommt.

Was ist das RippleNet?

Das RippleNet ist ein Netzwerk von institutionellen Zahlungsanbietern wie Banken und andere Finanzunternehmen, das von Ripple entwickelt worden ist. Zu prominenten Teilnehmern des RippleNet zählen beispielsweise auch die National Bank of Egypt und die thailändische Siam Commercial Bank. 

Ripple nutzt das RippleNet, um damit den weltweiten Zahlungsverkehr an einer Stelle zu bündeln. Um das zu schaffen, bietet das RippleNet verschiedene Produkte an. Das Ziel dieser Anwendungen ist es, den grenzüberschreitendenden Zahlungsverkehr, der durch eine Vielzahl von Inkompatibilitäten und Regularien eingeschränkt ist, effizienter zu machen.

Was ist On-demand Liquidity (ODL)?

On-demand Liquidity (ODL) ist eine Software-Lösung, die für Banken und Finanzinstitute zugeschnitten ist. Ehemals als xRapid bezeichnet, nutzt ODL XRP als Brückenwährung in Transaktionsprozessen. Die Technologie wickelt Transaktionen im globalen Zahlungsverkehr schnell und mit niedrigen Gebühren ab.

Zudem will die Technologie ein weiteres Problem für Banken lösen. Transaktionen, die ihren Weg quer über den Globus finden, kommen den Akteuren häufig teuer zu stehen und sind überdies mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Insbesondere bei Zahlungen in Schwellenländern und in Ländern mit instabiler Landeswährung müssen Banken auf vorfinanzierte Liquiditätskonten zurückgreifen, die mit hohen Gebühren verbunden sind.

An dieser Schnittstelle schaltet sich Ripples XRP Token als Brückenwährung ein, um anfallende Transaktionskosten zu decken. Dadurch sind Banken nicht mehr gezwungen, Liquidität in verschiedenen Währungen bereitzustellen, sondern können auf einen XRP Token Pool zurückgreifen. Die jeweilige Landeswährung wird in XRP getauscht und nach dem Transfer über das RippleNet in die Zielwährung umgetauscht. Der ODL-Service wird derzeit schon von Banken in Mexiko und den Philippinen genutzt.

Wie viele XRP gibt es?

XRP wird ausschließlich von Ripple Labs ausgegeben. Insgesamt gibt es 100 Milliarden XRP, von denen mehr als die Hälfte in Treuhand Wallets von RippleLabs lagern. Diese XRP sollen der Finanzierung des Projektes und des Netzwerkes dienen und werden regelmäßig verkauft.

Kann ich XRP minen?

XRP wird von Ripple Labs ausgegeben und kann nicht wie Bitcoin gemint werden.

Vor- und Nachteile Ripple 

  • simple Verbindung von Zahlungsnetzwerken
  • sehr schnelle Transaktionen
  • Code ist Open-Source
  • fälschungssicher
  • es gibt bereits einige Großbanken, die die Produkte von Ripple Labs nutzen
  • Stetiger Verkauf von XRP durch Ripple
  • Zentralisierter Supply: Ripple Labs hält mehr als die Hälfte des gesamten XRP-Bestands
  • Regulatorischer Status (XRP: ein Wertpapier?) noch ungeklärt

Was unterscheidet XRP von Bitcoin?

Zunächst kann man XRP klar als Enterprise-Projekt klassifizieren. Mit seinen handverlesenen Validatoren grenzt sich XRP deutlich von Bitcoin ab, der von einem offenen dezentralen Netzwerk aus zig tausend Nodes und Minern gesichert wird. Während letzterer von den Endverbrauchern bewusst zum Zahlungstransfer genutzt wird, ist Ripple eine Technologie, die im Hintergrund läuft – Nutzer merken also nicht zwingend, dass sie Ripple indirekt nutzen. Stattdessen richtet sich das Projekt an große Institutionen wie Zahlungsdienstleister, Finanzinstitutionen und Banken.

Ripple bringt eine besondere Infrastruktur mit sich, die es erlaubt, 1.500 Transaktionen pro Sekunde durchzuführen. Damit liegt die Transaktionskapazität, die vom Netzwerk verarbeitet werden kann, deutlich höher als beispielsweise die von Bitcoin und vielen anderen bekannten Blockchain-Projekten.

Eine Übersicht der wichtigsten Anbieter für den Kauf von Ripple (XRP) findest du in unserem Ratgeber.

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