Bitcoin Wallet

Eine Bitcoin Wallet ist eine digitale Brieftasche: Auf dem Wallet sind die Keys und Adressen zu den Kryptowährungen abgelegt.

Was ist eine Bitcoin Wallet?

Eine Bitcoin Wallet ist Computer Software, die die Private Keys zu den Bitcoin des Wallet-Inhabers verwaltet. Wer über das Wallet den Private Key kontrolliert, ist im Besitz der Coins. Daher ist der Umgang mit Wallets essenziell für die Nutzung von Bitcoin und Co.

Bitcoin Wallet Grundlagen

Eine Bitcoin Wallet Software ist das User Interface zum Bitcoin-Protokoll. Es managt die Generierung von Adressen, das Zusammenfassen der UTOXs, die der Wallet zugeordnet sind, und signiert mithilfe des Private Keys ausgehende Transaktionen. Es gibt verschiedene Arten von Wallets, die je nach Anwendungsfall Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Folgende Möglichkeiten zur Aufbewahrung von digitalen Währungen bieten sich dem Nutzer:

  • Desktop Wallet
  • Mobile Wallet
  • Online Wallet
  • Hardware Wallet
  • Paper Wallets

Streng genommen bewahrt man auf der Wallet keine Bitcoin auf, sondern vielmehr die digitalen Schlüssel (Keys), mit denen man auf eine öffentliche Bitcoin-Adresse zugreifen und eine Transaktion signieren kann. Das Programm, mit dem man seine Schlüssel verwaltet, heißt Wallet. Dabei lassen sich Bitcoin Wallets wie oben aufgezeigt in fünf verschiedene Kategorien einteilen.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Wallets: Nondeterministic Wallets und Hierarchical Deterministic Wallets.

Da eigentlich alle modernen Wallets zu zweiter Kategorie gehören, konzentrieren wir uns auf diese. Bei Hierarchical Deterministic Wallets (kurz HD Wallets) werden alle Keys aus einem sogenannten Master Key abgeleitet. Dieser Master Key, auch bekannt als Seed, stellt bei Verlust des Wallets alle Schlüssel wieder her und kann so das gesamte Bitcoin-Vermögen retten. Es ist daher essenziell, den Seed sicher zu verwahren.

Was ist eine Desktop Wallet?

Eine Desktop Wallet ist eine Bitcoin Wallet, die auf dem Rechner installiert ist. Wer den originalen Bitcoin Client (Bitcoin Core Wallet) installiert hat, der verwendet bereits eine Wallet – vielleicht ohne dies zu wissen. Neben der Weiterleitung von Transaktionen im Netzwerk kann die Software eine Bitcoin-Adresse generieren, um Bitcoin-Guthaben zu empfangen und zu versenden sowie die dazugehörigen Keys aufbewahren. Bitcoin Core ist gleichzeitig auch ein Full Node. Wer Bitcoin Core installiert, sollte also reichlich Festplattenspeicher haben. Schließlich synchronisiert die Wallet die gesamte Blockchain-Historie und kontrolliert, ob die Netzwerk-Regeln eingehalten werden.

Die Bitcoin Core Wallet ist eine hochtechnische Wallet, die alle Funktionen einschließt. Doch viele Nutzer fühlen sich von der Komplexität erschlagen. Es gibt eine Fülle alternativer Desktop Wallets, die unterschiedliche Features anbieten.

  • Electrum ist eine Desktop Wallet, die unter allen populären Betriebssystemen (Windows, Mac OS X und Linux) läuft. Für die allermeisten Anwendungsfälle reicht Electrum völlig aus. Der Vorteil ist, dass der Nutzer nicht die ganze Blockchain herunterladen muss und so Speicherplatz spart. Electrum kann auch in Kombination mit einer Hardware Wallet genutzt werden (dazu später mehr).

Vorteile von Desktop Wallets:

  • Viele Funktionen (Möglichkeit zur Full Node, benutzerdefinierte Transaktionsgebühren, MultiSig)
  • unterstützt SegWit-Adressen

Nachteile von Desktop Wallets:

  • Nicht einsteigerfreundlich
  • Virenbefallene Rechner stellen Sicherheitsrisiko dar
  • Nicht für den Kauf im Laden geeignet
  • Unsicherer als Hardware Wallets

Was ist eine Mobile Wallet?

Desktop Wallets sind sehr unpraktisch, wenn es darum geht, in Shops oder auf der Straße mit Bitcoin zu bezahlen. Hier kommen die mobilen Wallets ins Spiel. Mobile Wallets werden als App auf dem Smartphone installiert und verwahren die privaten Schlüssel direkt auf dem mobilen Endgerät. Somit können mit dem Handy in Sekundenschnelle BTC empfangen und versendet werden.

Manche mobilen Bitcoin Wallets unterstützen sogar die Near-Field-Communication-Technologie (NFC). Hierbei muss das Smartphone lediglich an das Terminal gehalten werden und es bedarf keines gescannten QR-Codes oder einer Bitcoin-Adresse. Viele Mobile Wallets unterstützen mehrere Kryptowährungen. Deshalb ist hier auch von Multi Coin Wallets die Rede. Die Mobile Wallet sollte auf jeden Fall durch ein starkes Passwort gesichert werden.

Unsere Empfehlungen für iOS und Android sind:

  • Breadwallet ist eine übersichtliche, quelloffene Multi Coin Wallet. Sie unterstützt neben Bitcoin auch Ethereum, Bitcoin Cash und etliche ERC20-Token.
  • BlueWallet: Das BlueWallet mausert sich zu einem der beliebtesten Mobile Wallets auf dem Markt. Kein Wunder: BlueWallet ist Bitcoin only und eliminiert so diverse Fehlerquellen. Zudem hat es eine Lightning-Implementierung sowie eine Watch-Only-Funktion, mit der Cold Wallets überwacht werden können.
  • Exodus Wallet: Ein vielseitiges, benutzerfreundliches Wallet mit einem ansprechenden User Interface. Mit der Exodus Wallet kann man auch staken und Rewards verdienen.

Vorteile von Mobile Wallets:

  • Einfache Bedienung
  • Einsteigerfreundlich
  • Unterstützung von vielen gängigen Kryptowährungen
  • Mobiler Einsatz

Nachteile von Mobile Wallets:

  • Gewisses Risiko bei großen Summen (Smartphone könnte verloren gehen/gestohlen werden)
  • So gut wie immer online (Hot Wallet)
  • Für große Summen bieten sich Hardware Wallets besser an

Was ist eine Online Wallet?

Webbasierte Wallets verwahren die privaten Schlüssel online auf einem Server, der von einer externen Partei verwaltet wird. Ein großer Vorteil der Online Wallets ist ihre Verfügbarkeit. Es bedarf lediglich eines Internetzugangs auf einem mobilen Endgerät. Ein Nachteil von Online Wallets hingegen ist, dass die Keys von externen Unternehmen verwaltet werden. Entsprechend können Nutzer nicht selbst überprüfen, ob die Server der Anbieter ausreichend abgesichert sind. Zudem hat der externe Anbieter theoretisch volle Kontrolle über die Bitcoin-Bestände der Nutzer. Die Verfügbarkeit kostet also Sicherheit, große Beträge sollten nicht auf einer Online Wallet gespeichert werden.

Coinbase ist eine weltweite Bitcoin-Börse und eine Bitcoin Wallet zugleich. Nutzer aus den USA und Europa können hier Bitcoin kaufen und verwahren. Circle bietet seinen Nutzern ebenfalls die Möglichkeit, weltweit Bitcoin zu kaufen und zu verwahren. In den USA können Nutzer ihr Bankkonto zum Kauf von Bitcoin direkt mit der Plattform verbinden. Nutzer aus Europa können Bitcoin mit Kreditkarte erwerben. Mit anderen Worten ist jede Exchange bereits eine Online Wallet.

Vorteile von Online Wallets:

  • Von überall mit Internetzugang erreichbar
  • Intuitive Nutzung mit Login-Prozess und Passwort

Nachteile von Online Wallets:

  • Mangelnde Sicherheit, da Dritte die Private Keys kontrollieren
  • Strenggenommen bist du nicht im Besitz der BTC, wenn sie auf einem Online Wallet liegen

Was ist eine Hardware Wallet?

Hardware Wallets bieten die Möglichkeit, die privaten Schlüssel auf einem physischen Gerät zu verwahren und Zahlungen zu tätigen. Sie gelten als eine der sichersten Varianten, um digitale Währungen aufzubewahren.

Die Besonderheit von Hardware Wallets ist, dass die Private Keys nie den Computer oder das Handy berühren. Das bedeutet, selbst wenn der Computer von einem Virus befallen ist, hat der Angreifer keinen Zugriff auf die Kryptowährungen auf der Hardware Wallet. In der Regel sind Hardware Wallets besondere USB-Sticks, auf denen die Schlüssel zu den Bitcoin gespeichert sind. Nur wer BTC versenden will, muss das Gerät an den Rechner anschließen. Entsprechend gut eignen sich Hardware Wallets für die Langzeitlagerung von Kryptowährungen. In unserem Ratgeber haben wir einige Modelle genauer unter die Lupe genommen.

Ledger Nano S

Der Ledger Nano S zählt zu den populärsten Hardware Wallets. Der Ledger Nano S ist allen voran einsteigerfreundlich, da er ein übersichtliches User Interface hat und eine native Software mitliefert. Zu den Kritikpunkten zählt vor allem der in der Vergangenheit fahrlässige Umgang mit Kundendaten. Wer mehr wissen will, findet hier unseren Ratgeber-Beitrag.

Wie bereits erwähnt, kann der Ledger auch mit anderen Wallets, wie beispielsweise MyCelium und Electrum, verwendet werden. Auch ein persönlicher Full Node kann mit dem Ledger Nano S verknüpft werden.

Trezor

Der Trezor One ist die gängige Alternative zu Ledger. Das Entwicklerteam legt viel Wert auf Transparenz und Sicherheit. Die Wallet wird in der Regel über die Website von Trezor bedient. Hier kommt ihr zu unserem Ratgeber-Artikel zum Trezor One.

BitBox02

Die BitBox02 ist eines der sichersten Hardware Wallets auf dem Markt. Es gilt als das Schweizer Bankkonto der Bitcoin Wallets und besticht durch eine einfache Bedienung und einen abgespeckten, übersichtlichen Funktionsumfang.

Hier kommst du zum Ratgeber-Eintrag.

Cold Card Wallet

Das Cold Card Wallet ist die Cyberpunk-Edition unter den Bitcoin Wallets. Zwar ist das Cold Card Mk3 nicht wirklich intuitiv zu bedienen. Hardcore Bitcoiner schätzen es aber aufgrund seiner unübertroffenen Sicherheit aber trotzdem. Hier kommst du zum Ratgeber-Beitrag.

Vorteile von Hardware Wallets:

  • Hohe Sicherheit, da Private Keys die Hardware Wallet nie verlassen
  • Gut geeignet für die Langzeitverwahrung

Nachteile von Hardware Wallets:

  • Anschaffungskosten
  • Anschaffung lohnt sich erst ab einem relevanten Betrag BTC
  • Eigenverantwortung über die Coins

Was ist eine Paper Wallet?

Die günstigsten Methoden für die sichere Verwahrung von Bitcoin sind sogenannte Paper Wallets. Eine Paper Wallet ist ein Stück Papier auf dem beispielsweise eine Seed Phrase notiert ist. Mit dieser Seed Phrase können Bitcoin-Adressen wiederhergestellt werden. Aus dem alltäglichen Gebrauch sind Paper Wallets fast komplett verschwunden; einzig als Backup für den Seed Phrase kommen sie noch zum Einsatz.

Alle bereits genannten Wallet-Optionen haben ultimativ eine Paper Wallet als Sicherheits-Backup. Sollte man also sein Handy oder seine Hardware Wallet verlieren, lässt sich mit der Paper Wallet alles wiederherstellen. Der Backup Seed gilt deshalb als finaler Schlüssel für jede Wallet und muss unbedingt sicher aufbewahrt werden.

Paper Wallets können aber auch eigenständige Bitcoin Wallets sein, die ohne Hardware Wallet funktionieren. Wer sich eine solche Paper Wallet erstellen will, kann entweder Electrum nutzen oder die Anwendung von BitAddress.org auf seinem Computer ausführen. Paper Wallets und Seed Phrases sollten niemals online erstellt werden. Daher empfiehlt es sich, die ZIP herunterzuladen und lokal im Browser auszuführen.

Gerade für das HODLn bieten sich Paper Wallets an. Wer öfter eine Transaktion tätigt, fährt mit Desktop und Mobile Wallets besser.

Möchte man auf Nummer sicher gehen, sollte man die Seed Phrase komplett offline generieren. Dafür bietet sich folgender Prozess an (zwei USB-Sticks benötigt):

  1. Speichere die ZIP von BitAddress.org auf einem USB-Stick.
  2. Installiere eine Live-Distribution von Linux (Ubuntu/Debian) auf einem anderen USB-Stick.
  3. Starte Linux vom USB-Stick.
  4. Verbinde den Computer nicht mit dem Internet, sondern starte die ZIP vom ersten USB-Stick.
  5. Generiere den Secret Key mithilfe des Tools und schreibe ihn auf ein Blatt Papier.
  6. Sende Bitcoin an den angezeigten QR-Code (Share) und verwahre die Paper Wallet sicher.

Paper Wallets empfehlen wir nur versierten Bitcoinern. Es gibt schlicht anwenderfreundlichere Alternativen wie Hardware Wallets, die mindestens genauso sicher sind.

Vorteile von Paper Wallets:

  • Hohe Sicherheit durch Offline-Erstellung
  • Einfache Aufbewahrung
  • Ultimativer Wiederherstellungsschlüssel für eine Wallet

Nachteile von Paper Wallets:

  • Nicht sehr anfängerfreundlich
  • Transaktionen erfordern eine zusätzliche Wallet-Applikation
  • Fehleranfälligkeit

Sind Bitcoin Wallets sicher?

Wie sicher eine Bitcoin Wallet ist, hängt von ihrem Typ ab. Online Wallets sind am unsichersten, da eine dritte Partei die Private Keys hält. Die Sicherheit von Desktop Wallets hängt stark von der Sicherheit des jeweiligen Desktops ab. Ist der Computer von einem Virus befallen, besteht die Gefahr, dass auch die Desktop Wallet unsicher ist. Mobile Wallets gelten in der Regel als sicherer, da die Betriebssysteme weniger anfällig für Viren sind.

Am Ende kommt es darauf an, wie die persönlichen Umstände sind, wie es um das Wissen um Bitcoin bestellt ist und welche Angriffsvektoren man ausschließen will. Denn auch Hardware Wallets haben einen Single Point of Failure: Den Anwender selbst.

Für welche Alternative du dich entscheidest, liegt in deinem Ermessen und richtet sich nach deinen Bedürfnissen. Es gibt hier keine One-Size-Fits-All-Antwort.