Ledger Nano X – Test und Erfahrungen

Ledger Beitragsbild

Upgrade gefällig? Mit dem Nano X bringen die Sicherheitsexperten von Ledger ein neues Flaggschiff auf den Hardware-Wallet-Markt, das es in sich hat. Bis zu 100 Coins gleichzeitig können Nutzer auf dem Gerät ablegen und mit der Bluetooth-Integration kann man den Nano X sogar unterwegs nutzen. Wie sicher ist die Königsklasse unter den Hardware Wallets und wem würden wir das Gerät empfehlen? Unser Review.

Inhaltsverzeichnis

Mit 119 Euro ist der Ledger Nano X etwa doppelt so teuer wie sein Vorgänger Nano S. Dafür hat das Gerät auch einges zu bieten, was man bisher vermisst hat. Das wohl wichtigste neue Feature ist die Möglichkeit, das Gerät via Bluetooth mit einem mobilen Android- oder iOS-Endgerät zu koppeln und so auch von unterwegs die Kontrolle über sein Krypto-Vermögen zu behalten. Dafür hat das Gerät auch einen 100mAh Akku verbaut. Lohnt sich der Aufpreis?

Ledger Nano X Highlights

Positiv

Bei der Bedienbarkeit macht Ledger mit dem Nano X einen deutlichen Schritt nach vorne. So ist das Display größer und schärfer und auch die Knöpfe wurden von der Oberseite auf die Vorderseite des Geräts verlagert und fallen etwas handlicher aus. Auch die Bluetooth-Integration ist eine positive Neuerung. Gut gefällt uns daran, dass sie kein Muss ist, sondern optional genutzt werden kann. Wem die kabellose Datenübertragung nicht geheuer ist, kann das Gerät problemlos per USB-C-Kabel betreiben.

Einen deutlichen Schritt hat Ledger auch im Hinblick auf die Speicherkapazität gemacht. Während der Nano S lediglich 6 Apps zeitgleich speichern konnte, laufen auf dem Nano X bis zu 100 Apps. Multicoiner haben mit dem neuen Flaggschiff also ihre hellen Freuden. 

Negativ

Eigentlich gibt es bei Ledger nichts zu meckern. Sollte man doch nach einer Nadel im Heuhaufen suchen, so könnte man allenfalls zu bemängeln, dass die verwendete Software nicht Open Source ist. White Hat Hacker können den Code daher nicht auf etwaige Schwachstellen untersuchen. Das hat der Sicherheit der Wallet aber bisher noch nicht geschadet.

Bewertung

90
Nutzerfreundlichkeit
Produktangebot
Support
Software
Sicherheit

Nachfolger des beliebten Ledger Nano S mit Zusatzfeatures wie Bluetooth und Mobile-App-Integration.

Testergebnis

Testergebnis im Detail

Nutzerfreundlichkeit

5/5

In Sachen Nutzerfreundlichkeit hat der Ledger Nano X im Vergleich zu seinem Vorgängermodell Nano S einen mittelgroßen Quantensprung hingelegt. Der Nano X ist nicht nur über die Desktop-Version der Software bedienbar, sondern auch per Mobile App. Dafür baut das Gerät eine sichere Bluetooth-Verbindung zum Android- oder iOS-Partnergerät auf und kann so Transaktionen auch unterwegs signieren. Außerdem ist das Display des Nano X mit 128 x 64 Pixeln höher auflösend und etwas größer als das des Vorgängers. Während der Ledger Nano S noch mit einem klassischen Micro-USB-B-Anschluss versehen war, der häufig von Wackelkontakten geplagt war, setzt man beim Nano X auf zeitgemäßes USB-C. Mit größeren Knöpfen verbessert sich auch die etwas hakelige Bedienbarkeit des Vorgängers. Hier hat das französische Unternehmen vieles richtig gemacht.

Produktangebot

5/5

Der Ledger Nano X unterstützt 27 Coins und 1.500 Token. Hier kommen also die allermeisten Altcoin-Enthusiast auf ihre Kosten. Nutzer können bis zu 100 Coins gleichzeitig auf dem Gerät ablegen. Hier schlägt das Gerät seinen “kleinen Bruder” um Längen. Schließlich kann man auf dem Nano S lediglich 6 Apps zeitgleich installieren. 

Ferner können Nutzer über die DeFi-Plattform Compound  mit USDT, USDC und DAI Yield Farming betreiben und Zinsen einstreichen. Hier zeigt Ledger, dass das Unternehmen auf neue Entwicklungen in der Branche schnell reagiert. Auch Staking mittels XTZ, TRX, ATOM und ALGO ist möglich. Dafür gibts einen Daumen hoch!

Mit 119 Euro ist das Gerät etwa doppelt so teuer wie der Nano S. Das ist insofern gerechtfertigt, als die Nutzbarkeit mit der Bluetooth-Integration definitiv besser ist. Ob man den zusätzlichen Produktumfang wirklich braucht, ist am Ende des Tages aber eine Einzelfallentscheidung.

Support

3.5/5

Wenn der Schuh doch einmal drückt, ist der Ledger Support zur Stelle. Das Unternehmen hat eine eigene Website inklusive FAQ und Blog-Artikel zu den dringendsten Fragen rund um die Produktpalette. Erfreulich ist auch, dass Ledger darauf hinweist, niemals seinen 24-Wörter-Seed preiszugeben (aus dem Seed lassen sich alle Private Keys berechnen, die auf dem Gerät abgelegt sind). Neben der FAQ-Seite gibt es auch die Möglichkeit, per Mail um Hilfe zu bitten. Aus persönlicher Erfahrung können wir sagen, dass der Support immer schnell zur Stelle war. Gut gefallen hat uns auch der Blog. Auf der Ledger Academy können Krypto-Enthusiasten über Best Practices wie die sichere Verwahrung des Seeds lernen.

Punktabzug gibt es aber trotzdem. Schließlich muss man dem Unternehmen vorwerfen, im Zuge des Datenleaks nicht umfassend vor Phishing und der Veröffentlichung von Kundendaten gewarnt zu haben. Zudem ist der Support leider nur in englischer Sprache erreichbar.

 

Software

4.5/5

Mit Ledger Live hat das Unternehmen die wohl übersichtlichste Wallet-Software überhaupt auf den Markt gebracht. Das Interface ist ansprechend und benutzerfreundlich, sodass auch Newcoiner problemlos zurechtkommen. Neben dem Anlegen verschiedener Unterkonten können Nutzer ihre Coins sogar direkt für das Staking zurücklegen. Auch der Kauf von BTC und Co. geht unkompliziert direkt über Ledger Live. Positiv ist auch, dass fortgeschrittene Nutzer Features wie Coin Control nutzen können. Dabei kann der Nutzer selbst auswählen, welche UTXO für die Transaktion verwendet werden soll und so Transaktionskosten sparen und seine Privatsphäre verbessern.

Was uns besonders gut gefällt ist, ist die Verbindung zu mobilen Endgeräten (iOS/Android). Nutzer können somit auch unterwegs ihre Funds einsehen und sogar Transaktionen signieren. 

Punktabzug gibt es, weil Ledger seine Software Closed Source hält. Whitehat Hacker können das System daher schwieriger auf Schwachstellen prüfen. 

Sicherheit

4.5/5

In der Welt der Kryptowährungen kann man von Besitz im strengen Sinne nur dann reden, wenn man den Private Key zu seinem digitalen Vermögen kontrolliert. Dies ist beim Nano X der Fall. Das Gerät hat 2 verschiedene, unabhängig voneinander agierende Chips verbaut. Der Secure-Element-Chip interagiert mit den sicherheitsrelevanten Eigenschaften des Geräts wie den Keys und den auf dem Display gezeigten Informationen. Unterdessen ist der STM32-Chip für die Kommunikation mit den verbundenen Geräten zuständig. Selbst wenn letzterer kompromittiert werden sollte, führt dies nicht zum Verlust der Schlüssel, da jede Handlung nochmal auf dem Ledger-Display verifiziert werden muss. Wir finden: Ledger hat hier eine Sicherheitsinfrastruktur gebaut, auf die man sich verlassen kann.

Das Gerät und alle sicherheitsrelevanten Eigenschaften sind ferner ANSSI-zertifiziert. Die französische Regierungsbehörde Agence nationale de la sécurité des systèmes d’information untersteht dem Verteidigungsministerium und prüft IT-Infrastruktur auf Schwachstellen. 

Obwohl die Bluetooth-Integration als Schwachstelle kritisiert worden war, gibt es bisher keine Hinweise auf Kompromittierungen. Ledger garantiert, dass kritische Daten wie der Private Key immer auf dem Gerät verbleiben. Selbst wenn die Bluetooth-Verbindung gehackt würde, kämen Angreifer nicht an die auf dem Secure Element abgelegten Daten. Wer noch Bedenken hat, kann die Bluetooth-Funktion aber auch einfach ausschalten und das Gerät via USB-C-Kabel nutzen. 

Unser Test-Fazit

Keine Frage: Mit dem Ledger Nano X bekommen Nutzer eine State-of-the-Art Hardware Wallet mit allen Gimmicks und Sicherheitseigenschaften an die Hand, die der Markt bietet. Was die Nutzerfreundlichkeit angeht, macht das Gerät im Vergleich zu seinem Vorgänger einen deutlichen Schritt nach vorne. Die etwas wackelige Verbindung beim Nano S gehört mit dem USB-C-Kabel etwa der Vergangenheit an. Auch die Bluetooth-Integration gefällt uns gut. Da Hardware Wallets aber typischerweise Cold-Storage-Lösungen sind, ist der Anwendungsfall des "unterwegs bezahlen" maximal eine nette Nebenfunktion. Wer Bedenken ob seiner Sicherheit hat, kann das Gerät auch konventionell via Kabel nutzen. Ob der Aufpreis von 119 Euro da gerechtfertigt ist, ist wohl eine Einzelfallentscheidung. Am Ende kommt es auf die Art des Gebrauchs an, ob sich Bitcoiner für das Nano-S-Modell oder den Nano X entscheiden sollten. Wer ohnehin hodlt, kann auf Schnickschnack wie die Bluetooth-Verbindung wohl gut verzichten und erhält mit dem Nano S ein in Sicherheitsfragen ebenbürtiges Modell für den halben Preis. Allen, die ein anwenderfreundliches und durchdacht gestaltetes Hardware Wallet suchen, können wir den Nano X uneingeschränkt empfehlen.

BTC-ECHO - Redaktion
Screenshots
Firmenanschrift & Website
Ledger SAS

1 rue du Mail
75002 Paris, France

Vertretungsberechtigt:

Pascal Gauthier

Support:

https://support.ledger.com/hc/en-us

Erfahrungen mit Ledger Nano X

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FAQ

  • Ist der Ledger Nano X sicher?

    Der Ledger Nano X verfügt über zwei getrennte Chips. Einer davon, der Secure Element Chip, ist zu keinem Zeitpunkt mit dem Internet verbunden. Dort liegen auch die Private Keys. Nur wenn man Coins versenden möchte, muss das Gerät an den Rechner angeschlossen werden, um die Transaktion zu signieren. Hardware Wallets sind deutlich sicherer als sogenannte Mobile Wallets, bei denen der Private Key auf dem PC oder Smartphone abgespeichert und somit deutlich anfälliger für Malware ist.

  • Wie richtet man einen Ledger Nano X ein

    Zunächst solltest du dir das Gerät bei einem vertrauenswürdigen Händler kaufen, bei dem du sicher sein kannst, das die Hardware nicht manipuliert wurde. Dann muss du die Software Ledger Live herunterladen, das Gerät anschließen und der Anleitung auf dem Bildschirm folgen. Den Private Key, also den "Schlüssel" zu deinem digitalen Vermögen, das du auf dem Gerät ablegen möchtest, generiert das Gerät von selbst.

  • Welche Kryptowährungen unterstützt Ledger Nano X?

    Der Ledger Nano X unterstützt 27 Coins und 1.500 Token; darunter natürlich BTC, ETH, XRP, USDT, DOT, LTC und BNB. Es können 100 Coins gleichzeitig auf dem Gerät gespeichert werden.

  • Wie funktioniert der Ledger Nano X?

    Der Ledger Nano X erzeugt und speichert den Private Key zu deinen Kryptowährungen. Der Key selbst bleibt immer offline. Wenn du BTC versenden willst, musst du das Gerät an den Rechner anschließen und die Software signiert die Transaktion automatisch mithilfe des Private Keys.