Trezor Model One – Test und Erfahrungen

Old but gold? Der Trezor Model One ist schon ein wenig in die Jahre gekommen. Der Vorgänger zum Trezor Model T könnte als Budget-Alternative  für den ein oder anderen Hodler aber dennoch interessant sein. 

Inhaltsverzeichnis

Zwei Knöpfe, ein USB-Anschluss und wenig Schnickschnack. Der Trezor Model One ist vor allem eines: ein solides und sicheres Hardware Wallet. In welchen Belangen steht das Vorgängermodell dem Flaggschiff Model T nach? Wo liegen seine Stärken? Alles, was Bitcoiner zum Klassiker unter den Hardware Wallets wissen müssen.

Trezor Model One Highlights

Positiv

2014 gelauncht, ist der Trezor One eines der ersten Hardware Wallets überhaupt und damit stresserprobt. Bisher kann man dem Gerät in Sachen Sicherheit eine weiße Weste attestieren und das ist doch ein schlagendes Argument.

Auch der Preis fällt positiv zu Buche. Mit nur 58 Euro ist es das günstigste Hardware Wallet auf dem Markt. Seit Android 3.1 unterstützen Smartphones den USB OTG Standard. Mit dem entsprechenden Kabel sowie der App kann man den Trezor One auch mittels Smartphone betreiben.

Negativ

Während Ledger auf dessen Live-Software Staking und Lending von Kryptowährungen unterstützt, sucht man ein solches Feature bei Trezor vergebens.

Der Trezor One zieht im Vergleich zum Flaggschiff Trezor Model T auch hinsichtlich der Coin-Fülle den Kürzeren. Viele der vom Model T unterstützten Kryptowährungen wie EOS, XMR und XTZ werden vom Trezor One nicht unterstützt. Insgesamt kann sich die Anzahl der Coins und Token, die man auf dem Trezor One ablegen kann, aber sehen lassen. Hier findest du die vollständige Liste.

Auch die Software ist ausbaufähig. Schließlich können bestimmte Coins nur mithilfe von Drittanbieter-Software wie MyEtherWallet verwaltet werden

Bewertung

84
Nutzerfreundlichkeit
Produktangebot
Support
Software
Sicherheit

Günstiges Hardware Wallet mit sehr solider Sicherheitsinfrastruktur.e

Testergebnis

Testergebnis im Detail

Nutzerfreundlichkeit

4/5

Der Trezor One ist klein, handlich und mit 12 Gramm wirklich ein Leichtgewicht. In Sachen Nutzerfreundlichkeit macht das Gerät kaum Kompromisse. Die Einrichtung ist kinderleicht und sicher. Auch Einsteiger werden kaum Möglichkeiten haben, durch Anwendungsfehler wertvolle Coins zu riskieren. Wer nicht grob fahrlässig handelt (und etwa den Seed verbaselt), verwahrt BTC mit dem Trezor Model One sicher.  Alle Schritte sind durch die geführte Anleitung gut nachzuvollziehen und lassen kaum Raum für Fehler. Leider ist der Trezor One nur mit einem Mikro-USB-A-Anschluss versehen. Die sind erfahrungsgemäß deutlich anfälliger als USB-C-Anschlüsse und etwas aus der Zeit gefallen. Insgesamt funktioniert die Bedienung mit dem Trezor One einwandfrei, wobei man den Touch Screen des großen Bruders doch hier und da mal vermisst.

Produktangebot

4/5

Nutzer können über eintausend verschiedene Coins und Token auf dem Trezor One ablegen. Im Gegensatz zu Ledger gibt es zudem kein Speicher-Limit auf dem Gerät. Hier kommen also die allermeisten Altcoin-Enthusiasten auf ihre Kosten. Neuere Coins wie EOS oder ADA unterstützt der Trezor One allerdings nicht. Hier muss man dann genau hinschauen. Auch fortgeschrittene Features wie die Node-Einbindung oder das Auslesen des Extended Public Key (xPub) geht bei Trezor recht einfach. Wenn es doch mal hakt, ist die Wiki-Seite zur Stelle. Staking und Lending ist unterdessen auf der nativen Software nicht möglich. Hier müssen Hodler leider auf Drittanbieter wie Ledn oder BlockFi zurückgreifen. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern bietet Trezor auch eine eigene Chrome-Erweiterung an, mit der Nutzer Passwörter verschlüsselt auf Google Drive oder Dropbox ablegen können. Den privaten Schlüssel generiert die Hardware Wallet.

Im Unterschied zum großen Bruder ist im Trezor One leider kein SD-Karten-Eingang verbaut. Mit 58 Euro ist der Model One unterdessen günstig. 

Support

4.5/5

Trezor hat sowohl eine eigene Wiki-Seite inklusive Glossar, FAQ und Leitfaden für Software-Entwickler, als auch ein dediziertes Helpcenter. Dort werden auch fortgeschrittene Themen wie die Integration einer Full Node ins Trezor Setup besprochen. Obwohl Wiki und Helpcenter durchaus üppig sind, sind wir durch die Suchfunktion bei all unseren Fragen schnell fündig geworden. Leider gibt es die Wiki-Seite sowie Unterstützung bei konkreten Anfragen nur auf Englisch. Die Rückmeldung auf Support-Anfragen ist nach unserer Erfahrung aber immer flott und hilfreich.

Software

4/5

Trezor Bridge ist das Bindeglied zwischen Wallet und PC. Leider kann man viele Coins, darunter auch Ether, nicht mit Bridge verwalten. Um etwa den privaten ETH-Schlüssel auf dem Gerät abzulegen, muss der Trezor Model T mit Drittanbieter-Wallets wie MyEtherWallet verbunden werden. Das gilt übrigens auch für alle ERC-20-Token. Hier hätten wir uns für die bessere Bedienbarkeit ein etwas breiteres Produktspektrum auf der nativen Software gewünscht. BTC-Hodler kommen unterdessen voll auf ihre Kosten. So kann man etwa Unterkonten anlegen und dabei sogar auswählen, ob es sich dabei um eine Legacy- oder SegWit-Adresse handeln soll. Positiv ist auch, dass die Software Empfangsadressen jeweils nur einmal benutzt. Aus Privacy-Sicht ist das ein wertvolles Feature.

Mit dem Trezor Mananger stellt das Unternemen auch eine Mobile App für die Nutzung mit Android zur Verfügung. Das gefällt uns gut.

Wir finden, Trezor Bride ist eine übersichtlich gestaltete Wallet-Oberfläche, die auch Einsteigern die nötige Sicherheit an die Hand geben wird, ihre Coins selbstständig zu verwalten.

Sicherheit

4.5/5

Im Gegensatz zu Geräten der Konkurrenz ist auf dem Model One keine Firmware vorinstalliert. Jeder Nutzer muss also die neueste Firmware zunächst selbstständig aufspielen. Trezor schließt dadurch zuverlässig aus, dass Geräte innerhalb der Lieferkette mit Malware infiziert und das Wallet so kompromittiert wird. Die zusätzliche Sicherheitsebene gefällt uns sehr gut. Achtung! Sollte auf deinem Trezor bereits eine Firmware installiert sein, verwende das Gerät nicht und wende dich an Trezor. Auch das Gerät selbst ist mit seiner bis zu neunstelligen PIN gut gesichert. Zudem wird die Empfängeradresse nicht in Gänze auf Trezor Bridge angezeigt, sondern muss noch auf dem Gerät verifiziert werden. Eine Kompromittierung des Rechners durch Malware hat also nicht automatisch den Verlust von Coins zur Folge. Ein weiterer Pluspunkt ist der Source Code. Im Gegensatz zu vielen anderen Hardware Wallets ist der Code für Bridge sowie die Firmware des Geräts quelloffen, sodass Bugs auch von Außenstehenden erkannt werden können. Leider kann man den Trezor Model One nicht airgapped betreiben. Das heißt, dass das Gerät für den Betrieb immer an einen Rechner angeschlossen werden muss, auf dem die Bridge Software installiert ist. Auch wenn uns keine Praxisfälle bekannt sind, ist die physische Verbindung zum Rechner ein mögliches Einfallstor für Malware. Gut gefällt uns auch, dass die Bridge Software sowie die Firmware Open Source sind. Das heißt, unabhängige Softwareentwickler können den Quellcode nach Schwachstellen absuchen und so zu einer verbesserten Sicherheitsinfrastruktur beitragen.

Unser Test-Fazit

In puncto Sicherheit steht der Trezor One dem Flaggschiff Trezor Model T in nichts nach. Beide Geräte haben dieselben Sicherheitsvorkehrungen verbaut und nutzen die gleiche Software. Wer also lediglich nach einer soliden, stresserprobten Cold-Storage-Lösung für die Langzeitlagerung von Bitcoin und Co. Ausschau hält, ist mit dem Trezor One gut beraten. Dafür muss man allerdings auf Features wie ein Touch Display oder die Unterstützung verschiedener Coins wie EOS oder ONT verzichten. Für Bitcoin-Hodler ist das Gerät aber grundsolide. Wir können es daher empfehlen.

BTC-ECHO - Redaktion
Screenshots
Firmenanschrift & Website
Satoshilabs s.r.o.

Kundratka 2359/17a
18000 Praha 8
Czech Republic

Vertretungsberechtigt:

Marek Palatinus

Support:

https://trezor.io/support/

Erfahrungen mit dem Trezor One

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FAQ

  • Ist der Trezor One sicher?

    Die gesamte Infrastruktur aus Software, Firmware und Hardware verspricht größtmögliche Sicherheit. Natürlich können auch Hardware Wallets nicht jeden potenziellen Angriffsvektor ausschließen. Für Privatinvestoren bieten Hardware Wallets wie der Trezor One aber eine hinreichende Sicherheit. Am Ende kommt es darauf an, das Gerät auch ordnungsgemäß zu benutzen – hier ist dann der Anwender gefragt.

  • Wie richtet man einen Trezor One ein

    Zu Beginn muss man das Gerät mit einem Rechner verbinden und zunächst die Firmware installieren. Dann müssen Nutzer die sogenannte Bridge Software herunterladen. Sie dient als "Brücke" zwischen Wallet und Rechner. Sodann kann man damit beginnen, Kryptowährungen zu senden und zu empfangen.

  • Welche Coins können auf dem TrezorOne abgelegt werden?

    Der Trezor One unterstützt tausende Coins und Token; darunter natürlich BTC, ETH, XRP, USDT, DOT, LTC und BNB. Bei der Gesamtmenge der Coins zieht der Trezor One im Vergleich zu seinem großen Bruder Model T aber den Kürzeren. Alle Coins und Token die man auf dem Trezor One ablegen kann, findest du hier.

  • Wie funktioniert der Trezor One?

    Der Trezor One erzeugt und speichert den Private Key zu deinen Kryptowährungen. Der Key selbst bleibt immer offline. Wenn du BTC versenden willst, musst du das Gerät an den Rechner anschließen und die Software signiert die Transaktion automatisch mithilfe des Private Keys.