Trezor Model T - Test und Erfahrungen

Mit dem Model T hat der tschechische Hardware-Wallet-Hersteller Trezor im Jahr 2018 ein neues Flaggschiff auf den Markt gebracht. Wir haben das Update zum Model One auf Herz und Nieren getestet.

Was ist Trezor Model T?

Touchscreen, Farbdisplay: Der Trezor Model T lässt keine Wünsche offen. Mit 296,31 Euro ist das Premium-Wallet aber auch nicht ganz günstig. Ob die Hardware Wallet hält, was seine Entwickler versprechen, erfahrt ihr in diesem Review.

Highlights

Farbdisplay
Touchscreen
Sichere Offline-Verwahrung der Private Keys
Einfache Handhabe und Bedienung
Über 1.600 Coins und Token unterstützt
Coins
16
Preis
296,31 €
Features
Extended Public KeyNode-Einbindung

Software

Trezor Bridge

Trezor Bridge ist das Bindeglied zwischen Wallet und PC. Leider kann man viele Coins, darunter auch Ether, nicht mit Bridge verwalten. Um etwa den privaten ETH-Schlüssel auf dem Gerät abzulegen, muss das Model T mit Drittanbieter-Wallets wie MyEtherWallet verbunden werden. Das gilt übrigens auch für alle ERC-20-Token. Hier hätten wir uns für die bessere Bedienbarkeit ein etwas breiteres Produktspektrum auf der nativen Software gewünscht.

BTC-Hodler kommen unterdessen voll auf ihre Kosten. So kann man etwa Unterkonten anlegen und dabei sogar auswählen, ob es sich dabei um eine Legacy- oder SegWit-Adresse handeln soll. Positiv ist auch, dass die Software Empfangsadressen jeweils nur einmal benutzt. Aus Privacy-Sicht ist das ein wertvolles Feature.

Preis

296,31 €

Mit 296,31 Euro dürfte das Gerät die Kaufkraft von so manchem Bitcoiner trotz des Produktumfangs indes übersteigen. Das mit 82,11 Euro deutlich günstigere Model One ist in Sicherheitsfragen ebenbürtig. Es stellt sich also schon die Frage, ob die zusätzlichen Eigenschaften des Model T den Aufpreis rechtfertigen.

Coins

50+
BTC
ETH
USDT
USDC
BNB
ADA
XRP
BUSD
SOL
DOGE
DOT
WBTC
TRX
DAI
AVAX

Die Hardware Wallet unterstützt über 1.600 Coins und Token – und die Liste wird stetig erweitert. Hier lässt das Modell kaum Wünsche offen.

Sicherheit

Bei der Erstellung des Backup Seed lässt Trezor nichts anbrennen. Warnungen wie “Mache niemals eine digitale Kopie deines Seeds” schützen Nutzer vor sich selbst und können so einem potenziellen Coin-Verlust vorbeugen. Was uns besonders gut gefällt, ist, dass sicherheitsrelevante Anleitungen wie das Erstellen des Seeds auf dem Display des Trezor Model T angezeigt werden. Selbst, wenn der verknüpfte Rechner mit Malware versehen worden ist, ist das Gerät noch nicht kompromittiert.

Im Gegensatz zu Geräten der Konkurrenz ist auf dem Model T keine Firmware vorinstalliert. Jeder Nutzer muss also die neueste Firmware zunächst selbstständig aufspielen. Trezor schließt dadurch zuverlässig aus, dass Geräte innerhalb der Lieferkette Malware installiert und das Wallet so kompromittiert wird. Die zusätzliche Sicherheitsebene gefällt uns sehr gut.

Auch das Gerät selbst ist mit seiner bis zu neunstelligen PIN gut gesichert. Uns gefällt besonders gut, dass die grafische Anordnung der Ziffern auf dem Display wechselt; Angreifer könnten die PIN also nicht durch etwaige Fingerabdrücke auf dem Touch-Display erraten. Zudem wird die Empfängeradresse nicht in Gänze auf Trezor Bridge angezeigt, sondern muss noch auf dem Gerät verifiziert werden. Eine Kompromittierung des Rechners durch Malware hat also nicht automatisch den Verlust von Coins zur Folge.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Source Code. Im Gegensatz zu vielen anderen Hardware Wallets ist der Code für Bridge sowie die Firmware des Geräts quelloffen, sodass Bugs auch von außenstehenden erkannt werden können.

Leider kann man den Trezor Model T nicht airgapped betreiben. Das heißt, dass das Gerät für den Betrieb immer an einen Rechner angeschlossen werden muss, auf dem die Bridge Software installiert ist. Auch wenn uns keine Praxisfälle bekannt sind, ist die physische Verbindung zum Rechner ein mögliches Einfallstor für Malware.

Support

Englisch

Der Anbieter hat sowohl eine eigene Wiki-Seite inklusive Glossar, FAQ und Leitfaden für Software-Entwickler, als auch ein Helpcenter. Dort werden fortgeschrittene Themen wie die Integration einer Full Node ins Trezor Setup besprochen. Leider gibt es die Wiki-Seite sowie Unterstützung bei konkreten Anfragen nur auf Englisch. Die Rückmeldung auf Support-Anfragen ist nach unserer Erfahrung aber immer flott und hilfreich.

Benutzerfreundlichkeit

In Sachen Nutzerfreundlichkeit macht Trezor beim Model T kaum Kompromisse. Die Einrichtung ist kinderleicht. Auch Einsteiger werden kaum Möglichkeiten haben, durch Anwendungsfehler wertvolle Coins zu riskieren. Wer nicht grob fahrlässig handelt (etwa die Seedphrase verliert), verwahrt Kryptowährungen mit dem Trezor Model T sicher.

Gut gefällt uns auch die Zukunftsfähigkeit des Geräts. Während das Vorgängermodell noch mit einem Mikro-USB-Slot ausgestattet war, verfügt das Model T über USB-C und ist so für moderne Partnergeräte gerüstet.

Auch das Touch-sensitive Display tut seinen Dienst; Bestätigung von BTC-Adressen, Eingabe des PIN-Codes und dergleichen funktioniert reibungslos. Ausgehende Adressen können auch als QR-Code gescannt werden. Wir finden: das verbessert die Nutzererfahrung ungemein.

Aber Obacht! Nutzer mit besonders großen Fingern klagen hier und da über Anwendungsschwierigkeiten. Hätte man den Touchscreen geringfügig vergrößert, wäre das der Handhabe durchaus zuträglich gewesen: Chance vertan.

Features

Extended Public Key
Node-Einbindung
Mit über 1.600 unterstützten Coins und Token gewinnt Trezor das Wettrüsten gegen Ledger. Im Gegensatz zu Ledger gibt es zudem kein Speicher-Limit auf dem Gerät. Hier kommt also wirklich jeder Altcoin-Enthusiast auf seine Kosten.

Auch fortgeschrittene Features wie die Node-Einbindung oder das Auslesen des Extended Public Key (xPub) geht bei Trezor recht einfach.

Interface

Hier findest du Ausschnitte aus dem Trezor Model T Interface.

Fakten & Infos

Adresse
Satoshilabs s.r.o.Kundratka 2359/17a18000 PrahaTschechien
E-Mail
support@satoshilabs.com
Webseite
https://trezor.io/
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Bewertungen

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