ColdCard Mk3 – Test und Erfahrungen

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Mehr Cypherpunk geht nicht. Von Bitcoinern für Bitcoiner gilt die Cold-Storage-Lösung als eines der sichersten Wallets auf dem Markt.

Inhaltsverzeichnis

Wer in puncto Sicherheit keine Kompromisse eingehen möchte, kann die ColdCard Wallet Mk3 in Betracht ziehen. Der neueste Streich aus dem Hause Coinkite lässt wirklich keine Wünsche offen: Airgapped-Modus, Secure Element Chip, transparente Hülle, Anti-Phishing-PIN und Open-Source-Quellcode sind nur einige der unzähligen Sicherheitsvorkehrungen des Geräts.

Für wen ist die ColdCard Wallet geeignet und wer sollte lieber die Finger davon lassen? Wir haben den Bitcoin-Tresor Made in Canada auf Herz und Nieren getestet.

ColdCard Mk3 Highlights

Positiv

Die Sicherheitsinfrastruktur des ColdCard Mk3 spielt zweifellos in der Champions League. Man merkt dem Gerät einfach an, dass seine Macher nichts dem Zufall überlassen und alle noch so kleinen Sicherheitslücken in Betracht gezogen haben. Als einzige Hardware Wallet verfügt das Mk3 etwa über eine sogenannte “Duress PIN”. Dabei handelt es sich um einen eigens festgelegten PIN Code, der nur Zugang zu einer kleinen Menge der abgelegten BTC bietet. Wer sich physischen Bedrohungen ausgesetzt sieht, kann so einen großen Teil seines Krypto-Vermögens vor Diebstahl schützen.

 

Negativ

Die ColdCard Mk3 Hardware Wallet ist nicht jedermanns Sache. Anfänger sollten vermutlich zunächst mit einsteigerfreundlichen Geräten wie der BitBox02 Erfahrungen in der Bitcoin-Welt sammeln, bevor sie den Schritt zu fortgeschrittenen Modellen wie ColdCard wagen. Außerdem ist die ColdCard Mk3 Wallet Bitcoin-only. Wir kritisieren das nicht, schließlich verringert dies die Komplexität und macht das Gerät insgesamt widerstandsfähiger gegen Angriffe. Nutzer müssen aber wissen, worauf sie sich einlassen.

Bewertung

84
Nutzerfreundlichkeit
Produktangebot
Support
Software
Sicherheit

Das wohl sicherste Hardware Wallet auf dem Markt. Nicht für Anfänger geeignet.

Testergebnis

Testergebnis im Detail

Nutzerfreundlichkeit

4/5

Wenn man der ColdCard Mk3 Hardware Wallet eines vorwerfen kann, dann ist es die mangelhafte Nutzerfreundlichkeit. Bitcoin-Beginner werden mit der Cold-Storage-Lösung aus dem Hause Coinkite vermutlich nicht glücklich. Das ist aber nicht weiter schlimm. Die ColdCard Mk3 hat eben eine andere Zielgruppe und für die breite Masse gibt es ohnehin mannigfaltige Alternativen. 

Gut gefällt uns die Haptik der verbauten Knöpfe. Das Tastenfeld verfügt über 12 Buttons (10 Ziffern sowie “Besätigen” und “Abbruch”), die sich allesamt gut bedienen lassen. 

 

Produktangebot

4/5

Die ColdCard Mk3 ist Bitcoin-only. Da Bitcoinern ohnehin nichts anderes in die Tüte kommt, ist das auch nicht weiter schlimm. Diesem Umstand sollten sich potenzielle Kunden aber gewahr sein. Weniger gut gefällt uns allerdings, dass es keine native Software zur Mk3 gibt. Hier müssen Nutzer auf Produktangebote von Dritten wie Wasabi, Electrum oder Specter setzen.

Das Gerät selbst ist aber ein wahres Powerhouse an Funktionsumfang. Nutzer können etwa eigene Paper Wallets erstellen, die in keinerlei Verbindung mit den auf dem Gerät abgelegten Private Keys stehen.  

Support

4/5

Coinkite hat eine eigene FAQ-Seite für die ColdCard Wallet aufgezogen. Zudem gibt es auf dem YouTube-Kanal umfangreiche Anleitungen, um in den tiefen Funktionsumfang des Geräts einzutauchen. Das ist auch notwendig, da die Bedienung des Geräts nicht sonderlich intuitiv ist. Als kanadisches Unternehmen liefert Coinkite allerdings nur Support in englischer Sprache.

Software

4/5

Für die ColdCard Mk3 gibt es keine dedizierte Software. Einerseits liefert das natürlich Einbußen hinsichtlich der Nutzerfreundlichkeit. Andererseits funktioniert die Wallet auch noch, selbst wenn ColdCard pleitegehen sollte. Schließlich gibt es haufenweise kompatible Software-Lösungen wie Electrum, Wasabi oder sogar die mobile BlueWallet.

Sicherheit

5/5

Die ColdCard Wallet ist definitiv der Goldstandard in Sachen Hardware-Sicherheit. Das Team um Rudolfo Novak hat wirklich an alles gedacht. So kann man die ColdCard Wallet als eine der einzigen Bitcoin Hardware Wallets airgapped betreiben. Das heißt, alle Funktionen lassen sich durchführen, ohne dass die Wallet an einen Rechner angeschlossen sein muss. Einzig eine Stromzufuhr muss bestehen. Um Phishing zu verhindern, erscheinen neben der – bis zu achtstelligen PIN – zwei Wörter, die niemals wechseln. Sollte also jemand eure ColdCard gegen eine manipulierte Version austauschen, um die PIN zu tracken (auch “Evil Maid Attack genannt), fällt das auf, da nun ein anderes Wortpaar erscheint. Als einzige Wallet integriert ColdCard zwei sehr spezielle PINS: Eine “Duress PIN” sowie eine “Brick me PIN”. Die “Duress PIN” erweist sich als nützlich, wenn sich ColdCard-Inhaber  physischen Bedrohungslagen gegenübersehen. Nutzer können dann diese spezielle PIN eingeben und anstatt des gesamten BTC-Vermögens auf der Wallet zeigt sich lediglich ein kleiner Betrag. Die Brick me PIN hingegen zerstört das Secure Element und damit alle auf dem Gerät abgelegten BTC. 

Natürlich kommen derlei Sicherheitsvorkehrungen nur in Ausnahmefällen zum Tragen. Trotzdem zeigt es, wie ausgetüftelt die ColdCard Wallet ist. Ganz nach dem Motto “Don’t Trust; Verify”, müssen Nutzer nicht der eingebauten Entropie vertrauen, sondern können mithilfe von Würfeln einen eigenen Zufallsgenerator beisteuern. Außerdem ist die gesamte Lieferkette aller in der ColdCard Wallet verbauten Komponenten Open Source. Übrigens: Die Hülle des Geräts ist nicht eben zufällig transparent. Manipulationen am Gerät selbst lassen sich so besser feststellen. Was will man mehr?

 

Unser Test-Fazit

Man kann es nicht anders sagen: Die ColdCard Mk3 Hardware Wallet ist extrem sicher. Allerdings ist es auch nicht ganz einfach, sie zu bedienen. Gerade Anfänger laufen Gefahr, bei der Einrichtung oder Benutzung einen Fehler zu machen und Risiken so ihre Bitcoin. Da das größte Sicherheitsrisiko für Coin-Verlust immer noch eigenes Verschulden ist, kommt die ColdCard Wallet nur für Profis infrage. Das ist aber völlig in Ordnung. Schließlich gibt es auf dem Markt eine ausreichende Bandbreite an benutzerfreundlichen Wallets, die aber Abstriche in Sachen Sicherheit machen. Für fortgeschrittene Bitcoiner, die nach einer sicheren Langzeitverwahrung für signifikante Mengen digitalen Goldes suchen, ist das ColdCard Mk 3 das Mittel der Wahl. Coinkite berücksichtigt so viele mögliche Einfallstore, dass Hacker nur noch mit aberwitzigem Aufwand eine Kompromittierung des Geräts durchführen können. In den allermeisten Fällen wird das kaum möglich sein. Dennoch legt Coinkite ein Produkt vor, dessen Sicherheitsinfrastruktur über alle Zweifel erhaben ist. Und darauf kommt es doch an.

BTC-ECHO - Redaktion
Screenshots
Firmenanschrift & Website
Coinkite Inc.

3219 Yonge St., Unit 376, Toronto, ON M4N 3S1

Support:

Am direktesten erreicht ihr den Support via [email protected].

Erfahrungen mit dem ColdCard Mk3

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FAQ

  • Ist die ColdCard Mk3 Wallet sicher?

    Coinkite hat bei der ColdCard Mk3 nichts dem Zufall überlassen. Die Sicherheitsinfrastruktur des Geräts ist von vorne bis hinten durchdacht. Die Entwickler haben dabei sogar Sicherheitslücken identifiziert und geschlossen, die normalsterblichen Nutzern vermutlich niemals aufgefallen wären. Zusammenfassend kann man sagen, dass die ColdCard Mk3 eines der sichersten Hardware Wallets auf dem Markt ist. 

  • Wie richtet man eine ColdCard Mk3 Wallet ein?

    Zunächst muss die neueste Firmware auf das Gerät gespielt werden. Sodann können nutzer ein neues Wallet auf dem Gerät installieren. Dafür muss das Wallet nicht zwangsläufig an einen Rechner angeschlossen werden, da die ColdCard Hardware Wallet airgapped funktioniert. Um Transaktionen senden zu können, benötigen User allerdings eine SD-Karte; die sollte man also gleich mitbestellen. 

  • Welche Coins können auf der ColdCard Mk3 abgelegt werden?

    Die ColdCard Mk3 Wallet ist von Bitcoinern entworfen, entsprechend ist es Bitcoin-only.

  • Wie funktioniert die ColdCard Mk3 Hardware Wallet?

    Die Wallet erzeugt und speichert die Private Keys zu euren Kryptowährungen. Zum Versenden muss man das Gerät entweder an einen Rechner anschließen und mit einer der verschiedenen Wallet Softwares verbinden, oder man erstellt eine sogenannte Partially Signed Bitcoin Transaction, zieht die Datei auf eine SD-Karte und lässt diese dann auf der ColdCard Wallet signieren. Das ist etwas aufwändiger, bietet aber einen deutlichen Zugewinn an Sicherheit.