Bitcoin Halving

Was ist das Bitcoin Halving?

Beim Bitcoin Halving wird der Angebotsnachschub bei Bitcoin um die Hälfte verknappt. Miner der Kryptowährung bekommen nach dem Halving nur noch die Hälfte an BTC für jeden erfolgreich geschürften Block.

Wann ist das Bitcoin Halving?

Das Bitcoin Halving findet alle 210.000 Blöcke und damit rund alle vier Jahre statt. Das nächste Bitcoin Halving wird voraussichtlich am 12. Mai 2020 um 17:20 MESZ stattfinden.

Durch das Halving wird die deflationäre Angebotsstruktur hinter Bitcoin gestützt – schließlich wird es maximal 21 Millionen Bitcoins geben.

Woher kommen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins werden beim so genannten Mining herausgegeben. Beim Mining werden alle über das Netzwerk getätigten Transaktionen in Blöcken zusammengefasst, die wiederum von Minern bestätigt werden.

Das kann man sich so vorstellen: Kommt eine neue Transaktion hinzu, wird sie von einem Miner validiert und in einen Block gepackt. Ist der Block „voll“, lassen Miner diesen Block einen Prozess durchlaufen. Sie entnehmen die Informationen und wenden eine mathematische Formel an, die die Transaktion in etwas viel Kürzeres, eigentlich nur in eine Aneinanderreihung von Buchstaben und Zahlen, umwandelt. Dies wird auch Hash genannt. Dieser Hash wird im Block am Ende der Blockchain aufbewahrt. (Siehe auch Bitcoin Mining).

Was ist der Block Reward?

Für diesen Dienst erhalten die Miner Transaktionsgebühren (Fees), die je nach Volumen der getätigten Transaktionen variieren können. Zusätzlich erhalten sie für jeden erfolgreich bestätigten Block in der sogenannten Coinbase-Transaktion momentan 12,5 BTC – jene Belohnung, die beim Halving halbiert wird. Coinbase-Transaktion und Transaktionsgebühren bilden zusammen den Block Reward, die „Block-Belohnung“.

Welchen Einfluss hat das Bitcoin Halving auf den Kurs?

Das Bitcoin Halving bedeutete in der Vergangenheit – zumindest im langfristigen Horizont – immer einen Anstieg des Bitcoin-Kurses. Meist hat es jedoch Wochen oder Monate gedauert bis es zu einem signifikanten Anstieg kam.

Doch in der Folge kam es immer zu Bull Runs bei Bitcoin. Hierbei walteten die grundlegenden Marktmechanismen: Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage stieg, der Nachschub an neuen Bitcoins sank hingegen (nicht jedoch das Angebot, das stieg dennoch an).

Was passierte in der Vergangenheit nach dem Halving?

In der Vergangenheit ist der Bitcoin-Kurs nach jedem Halving gestiegen. Das erste Bitcoin Halving fand am 28. November 2012 statt. Die Belohnung für Miner halbierte sich von 50 BTC auf 25 BTC. Der Bitcoin-Kurs lag zum Zeitpunkt des Halvings bei 12,35 US-Dollar. Nach 150 Tagen erreichte er 127 US-Dollar. Seinen Höchststand in der Phase zwischen Halving 1 und Halving 2 erreichte er im Dezember 2013, ein knappes Jahr später, mit etwa 1.038 US-Dollar.

Das letzte Bitcoin Halving fand am 9. Juli 2016 statt. Die Halbierung erfolgte von 25 BTC auf 12,5 BTC. Zum Zeitpunkt des Halvings lag der Bitcoin-Kurs bei 650,63 US-Dollar. Den Höchststand erreichte der Kurs am 17. Dezember mit knapp 20.000 US-Dollar, nach etwa 1,5 Jahren (+3.000%).

Was passiert nach dem Halving mit dem Bitcoin-Kurs?

Geht man davon aus, dass sich vergangene Ereignisse wiederholen und die Marktmechanismen bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage ihres Amtes walten, könnte es gut sein, dass der Bitcoin-Kurs wieder ansteigt.

Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass unmittelbar nach dem Bitcoin Halving nichts oder nichts Großartiges passiert, zumindest was den Bitcoin-Kurs (BTC) angeht. Zwar gibt es Indikatoren dafür, dass die Angebots-Verknappung für einen steigenden Kurs steht. Vor allem die Stock-to-Flow-Ratio, mit der man die Seltenheit eines Wirtschaftsguts berechnen kann, gibt hier positive Signale. Doch auch dieses Modell ist umstritten. Auch ist eine Wiederholung vergangener Ereignisse keineswegs in Stein gemeißelt.

Ferner darf man mit einiger Gewissheit davon ausgehen, dass es sich unter Anlegern inzwischen herumgesprochen hat, dass es infolge einer Halbierung des BTC-Nachschubs in der Vergangenheit zu deutlichen Zuwächsen beim Bitcoin-Kurs gekommen ist. Daher kann es passieren, dass es bereits einen Anteil an Spekulanten gibt, die auf einen Bitcoin-Kurs-Anstieg vor dem Event setzen. Sollte es dazu kommen, würden sie nach dem Halving vermehrt ihre Bitcoin verkaufen, der Bitcoin-Kurs könnte somit auch fallen.

Selbiges gilt übrigens für Bitcoin Miner. Die starken Anstiege der Hash Rate, also der Rechenleistung, die für das Schürfen neuer Bitcoins aufgebraucht wird, sprechen dafür, dass sich Miner hier vermehrt versucht haben, mit „günstigen“ Bitcoins einzudecken. Schließlich, wir erinnern uns, bekommen sie nach dem Halving nur noch halb so viele Bitcoin-Einheiten für erfolgreich geschürfte Blöcke wie zuvor. Diese könnten sie nach dem Halving vermehrt auf den Markt zum Verkauf bringen und damit den Bitcoin-Kurs nach unten drücken.

Halving und die Mining-Rentabilität

Schließlich kann es passieren, dass ein gewisser Anteil der Miner nach dem Halving nicht mehr profitabel ist. Entsprechend würden sie ihre Geräte vom Netz nehmen. Dadurch steigt bis zur nächsten Anpassung der Mining Difficulty wiederum die Blockzeit, wodurch Bitcoin für Investoren weniger attraktiv werden könnte. Das wiederum würde sich in einem sinkenden Bitcoin-Kurs niederschlagen und das Bitcoin Mining noch unattraktiver machen.

Wir lernen: Die Welt ist nicht so einfach. Weder droht die Eiszeit der FUD-Rufer, noch ist eine Goldene Zukunft der „Number go up“ einzig und allein durch das Halving definiert. Im Bitcoin-Kurs, und damit auch in der Aktivität der Miner, schlagen sich eben Angebot und Nachfrage nieder.

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