Cypherpunk

Cypherpunk ist die Bezeichnung für eine Gruppe von Menschen, die sich unter anderem für den Schutz der Privatsphäre der Menschen im Bereich des Digitalen einsetzen. Dabei setzen sie mitunter auf den Einsatz von Kryptographie.

Satoshi Nakamoto veröffentlichte sein Bitcoin White Paper zuerst auf der Mailing-Liste der „Cypherpunks“. Was ist das überhaupt, ein Cypherpunk?

Für Wissbegierige schafft das Cryptoanarchy-Wiki Abhilfe. Ein Cypherpunk ist demnach

„jeder Aktivist, der die verbreitete Nutzung von starker Kryptographie und Privatsphäre schützenden Technologien als Mittel für sozialen und politischen Wandel befürwortet.“

Alles begann mit ein bisschen Mathematik

Seit den späten 1980er-Jahren existiert eine informelle Gruppe von Individuen, die sich eben über eine E-Mail-Liste koordinieren, um dem oben genannten Zweck nachzukommen. Begünstigt wurde diese Bewegung durch die Entdeckung der asymmetrischen Kryptographie von Whitfield Diffie und Martin Hellman. Die Asymmetrie bedeutet, dass man nicht mehr dasselbe Passwort für das Ver- und Entschlüsseln von Daten nutzt, sondern zwei Passwörter hat. Eines wird nur zum Verschlüsseln genutzt, dieses Passwort nennt man auch oft „Public Key“. Das andere wird nur zum Entschlüsseln verwendet, auch „Private Key“ genannt. Diese Entdeckung machte es möglich, Nachrichten auch über unsichere Kommunikationskanäle auszutauschen und sich sicher sein zu können, dass kein Mittelsmann den Kommunikationsverkehr mithören kann. Die Private/Public-Key-Kryptographie kürzt man auch mit den Buchstaben PGP ab. Diese stehen für Pretty Good Privacy. Eine solche Nachricht zu entschlüsseln ist beinahe unmöglich.

Die Entwicklung einer technologischen Revolution

In den frühen 1990er-Jahren erhielt die Cypherpunk-Bewegung formelle Ideologie. Drei Individuen, Eric Hughes, Timothy C. May und John Gilmore veranstalten regelmäßige Treffen in einer kleinen Gruppe in der Region um San Francisco. Dabei entstand der Name „Cypherpunk“ in Anlehnung an die Cyberpunk-Bewegung, eine dystopische Richtung der Science-Fiction-Literatur. 1992 schrieb Timothy C. May ein Manifest, indem er eine Welt vorhersagte, die maßgeblich durch die technologischen Fortschritte geprägt sein würde. Motiviert war May vor allem durch libertäres Gedankengut wie von Ayn Rand.

Die Cypherpunk-Mailing-Liste zog viele begabte und berühmte Persönlichkeiten an. Etwa den australischen Hacker und Journalisten Julian Assange, der 2006 die Enthüllungsplattform WikiLeaks gründete und zwischen 2012 und 2019 in der Botschaft Ecuadors in London lebte, bis er festgenommen wurde. Oder Nick Szabo, der eine bekannte Persönlichkeit der Bitcoin Community ist. Nicht zuletzt fand sich auch Satoshi Nakamoto selbst unter den Cypherpunks wieder und veröffentlichte 2008 sein legendäres White Paper zu einem „Peer-to-Peer Electronic Cash Network“. Damit realisierte Satoshi Nakamoto einen Traum, den die Cypherpunks bereit seit frühen Tagen gehegt hatten: ein elektronisches, von Staaten unabhängiges Zahlungsmittel für die digitale Welt.

Auswirkungen der Cypherpunks

Die Existenz der Cypherpunks, der kleinen Bewegung aus San Francisco, hat sich bemerkbar gemacht. Weltweit ist das Gedankengut propagiert worden und hat Anhänger gefunden. Koordiniert über die Mailing-Liste und mit starker Kryptographie im Arsenal haben die Cypherpunks es geschafft, nicht nur relevant zu bleiben, sondern weitere Schritte zu gehen. Mit der Erfindung Bitcoins ist ein Meilenstein gelegt, der auch in der etablierten Welt für Aufsehen sorgt.

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