Tech-ECHO KW36 – Bustapays Coinjoining, Block Producer und Big Data für Ethereum

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Tech-ECHO KW36 – Bustapays Coinjoining, Block Producer und Big Data für Ethereum

Mit Bustapay hat Bitcoin-Entwickler Ryan Havar ein neues Konzept für Coinjoining vorgestellt. Die Aktivität der Block Producer wurde analysiert und Google macht im Kontext von Big Query die Ethereum-Blockchain Datenanalysten zugänglich. 

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Bitcoin ist, anders als Kryptowährungen wie Monero oder DASH, nicht per se anonym. Doch es gibt Ansätze, mit denen die Anonymität erhöht werden kann. In alten Artikeln haben wir Taproot und Dandelion diskutiert, noch deutlich älter ist das Coinjoining. Der Verkauf von Silk-Road-Coins zeigt jedoch, dass dieser Ansatz durchaus optimierbar ist. Bei Bustapay, dem Ansatz von Ryan Havar, soll mit einer Schablonen-Transaktion gearbeitet werden. Dieser fügt der Zahlungsempfänger weitere Transaktionen hinzu, wodurch die Signatur des ursprünglichen Senders verwischt wird. Bisher existiert für diese Methode jedoch nur ein Proposal. Bezüglich Lightning Network hat zum einen Spark eine neue GUI für den Lightning-Client vom C-Lightning-Team veröffentlicht.

Das Protokoll hinter dem Lightning Network ist kompliziert und aktuell ist es noch schwierig, es wirklich zu nutzen. Intuitiv bedienbare User Interfaces, die den Nutzer so wenig wie möglich in Kontakt mit dem zugrunde liegenden Protokoll kommen lassen, sind ebenso wichtig wie das Protokoll selbst. Das im Link zu findende Video demonstriert schön die einfache, schnelle Nutzbarkeit. Da hat sich seit dem Test mit Michael Mertens und Sebastian Stommel vor zwei Monaten anscheinend einiges getan!

Ein Stichwort, welches man mit dem Lightning Network assoziiert, ist Atomic Swaps, das Senden von Transaktionen über verschiedene Blockchains hinweg. Während das für eine Handvoll Kryptowährungen etabliert ist, verspricht Submarine Swapping, dass man auch mit Kryptowährungen, die noch kein Lightning Network besitzen, Transaktionen initiieren kann. Ursprünglich von Alex Bosworth konzipiert hat Jason Wong eine Methode entwickelt, mit der zwischen Bitcoin und Ethereum-Transaktionen durchgeführt werden können.

Ethereum: Verschieben von Casper und neuer Trinity Client


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Während sich Bitcoin Cash nach dem Stresstest eine verdiente Ruhepause gönnt (sieht man von weiteren Zerwürfnissen zwischen Bitcoin Cash und Bitcoin ABC ab), hat sich bei Ethereum einiges getan. Im letzten Tech-ECHO haben wir die angespannte Situation in der Ethereum-Community angesprochen. Hier scheint sich eine Lösung abzuzeichnen: Auf dem Ethereum Core Devs Meeting haben die Anwesenden entschieden, EIP 1234 zu akzeptieren.

Das Ethereum Improvement Proposal sieht vor, die Block Rewards von drei ETH auf zwei ETH zu verringern. Außerdem soll die Difficulty Bomb um ungefähr zwölf Monate verschoben werden. Bei der Difficulty Bomb handelt es sich um einen Prozess, der die Mining Difficulty künstlich anheben soll. So soll sukzessive die Attraktivität des Minings gegenüber der des Stakings sinken. Der Wechsel von einem Proof-of-Work- zu einem Proof-of-Stake-Konsens soll so glatter verlaufen. Mit EIP 1234 kauft sich das Ethereum-Developer-Team etwas Zeit; zwar ist mit Casper ein Wechsel zu Proof of Stake geplant, aber noch nicht implementiert. Ein Einsetzen dieser Difficulty Bomb vor Casper würde die Blockzeiten von Ethereum dramatisch erhöhen und das System so einfrieren.

Neben dieser Grundsatzentscheidung des Developer-Teams können Ethereum-Nutzer sich seit dieser Woche an einer neuen Version des Trinity Clients erfreuen. Bei Trinity handelt es sich um einen Client, der intern mit Python arbeitet. Python ist eine sehr bekannte Programmiersprache und Trinity verspricht einfache API-Anbindungen, was für verschiedene Ethereum nutzende Anwendungen sehr hilfreich sein kann. Die neue Version des Trinity Clients, benannt nach der afroamerikanischen Mathematikerin Dorothy Vaughan, hat neben verschiedenen Bugfixes vor allem eine verbesserte Funktionalität, wenn man sie als Light Node nutzt.

Weitere News im Ethereum-Umfeld: State Channel auf Ethereum-Basis und Personal DAOS zur Asset-Verwaltung

Apropos Trinity: Im Ethereum-Kosmos existiert ein zweites Projekt namens Trinity. Bei diesem handelt es sich um eine Layer-Two-Lösung. Über State Channels möchte das Team hinter Trinity Transaktionen off-chain realisieren. Der Vergleich zu Lightning und noch mehr zu Raiden drängt sich also auf, betonenswert ist jedoch, dass, anders als Raiden Trinity so implementiert ist, dass auch NEO als zugrunde liegende Blockchain genutzt werden kann. Jüngst hat das Team hinter Trinity den Release des Protokolls für die State Channel auf Ethereum-Basis bekanntgegeben. Damit ihr System auf Herz und Nieren geprüft werden kann, wurde fast zeitgleich eine einfache Lösung zum Aufsetzen einer Trinity-Node geschaffen.

Aragon möchte ein anderes Problem im Ethereum-Ökosystem angehen: Mithilfe von Personal DAOs soll eine Self-Souvereign Identity im Ethereum-Netzwerk geschaffen werden. Diese soll nicht nur garantieren, dass man keine Private Keys verliert. Über den Ethereum Name Service möchte man den Nutzern eine Identität geben. Die Nutzer sollen jene schließlich auch für unterschiedlichste dApps nutzen können. Das Konzept der Personal DAO hat Aragon noch in verschiedene Richtungen weitergesponnen. Über einen Dead Man’s Switch soll ausgewählten Accounts der Zugang zu den eigenen Funds ermöglicht werden, wenn diese für eine festgelegte Zeit nicht bewegt wurden. Über eine Marriage DAO oder eine Family DAO können auch Wahlrechte über die eigenen Funds festgelegt werden. Man fühlt sich an Multi-Signature-Wallets erinnert.

Neues bei EOS: Analyse der EOS-Block-Producer und Stabilität im Netzwerk


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Wenn wir so viel über Ethereum und damit zusammenhängende Projekte sprechen, kommen wir an dem aktuell größten Rivalen kaum vorbei. Innerhalb der EOS-Community hat James Pickering ein Dashboard geschrieben, mit welchem man die Performance der einzelnen Block Producer betrachten kann: Wie schnell prozessieren sie eine Transaktion oder wie schnell engagieren sie sich im Voting.

Besonders interessant ist die Analyse der “WE LOVE BM”-Transaktionen. Bei diesen handelte es sich um Spam beziehungsweise einen nicht abgesprochenen Stresstest. Es fällt auf, dass längst nicht jeder Block Producer derartige Transaktionen prozessierte. Wie man auch immer dazu stehen mag: Ja, das EOS-Netzwerk zensiert Transaktionen zugunsten der Effizienz. Wenn man an Spam-Transaktionen und an unterschiedliche Prozessierungsgeschwindigkeiten denkt, kann man sich fragen, wie stabil das Netzwerk hinsichtlich der Bearbeitungszeit ist. Diese zu erhöhen hat sich die Block Producer LiquidEOS zum Ziel gesetzt. In einem Medium-Post schlagen sie deshalb anderen Block Producern die Installation von zwei Tools vor.

Watchdog nimmt Block Producer, die aktuell ihrer Aufgabe nicht nachkommen können, quasi aus der Reihe, damit kein Delay durch sie entsteht. Mit Heartbeat können Block Producer automatisch Informationen über ihre Performance mitteilen, etwas, das bisher manuell geschah. Während Heartbeat dafür sorgen soll, dass ein Block Producer immer auf dem Laufenden über den aktuellen Status der anderen ist, soll Watchdog im Notfall aktiv eingreifen und einen Block Producer, der eigentlich aktuell seine Arbeit tun sollte, aber nicht kann, aus der Warteschlange entfernen.

Neue Entwicklungen im Blockchain-Sektor: Big Query von Ethereum-Blockchain und IBMs Pläne mit Stellar

Wie schon angekündigt, dreht sich diese Woche viel um Ethereum: Google hat die Ethereum-Blockchain für Datenanalyse zur Verfügung gestellt. Damit hat das Projekt Big Query nach Bitcoin nun die zweite Blockchain für verschiedene Query-Anfragen aufbereitet. Warum macht man sowas, wenn die Blockchain prinzipiell für jeden einsehbar ist? Sowohl Bitcoin Clients als auch die Ethereum Virtual Machine sind hinsichtlich komplexer Abfragen stark eingeschränkt. Hier kann Googles Datenanalyse-Lösung Big Query ohne Zweifel helfen. Zum Abschluss schauen wir auf IBM: Mit dem Projekt World Wire möchte der Konzern eine Lösung schaffen, mit der weltweit in Echtzeit grenzüberschreitende Zahlungen abgeschlossen werden können. Durch die Nutzung des Stellar-Protokolls verspricht sich IBM neben schnellerer, preiswerter Zahlungsverarbeitung höhere Effizienz, größere Plattformunabhängigkeit und eine hohe Skalierbarkeit der einzelnen Zahlungen. Das war es diese Woche wieder! Man sieht: Auch wenn die zweite Hälfte der Woche durch einen dramatischen Kursrutsch geprägt war, tut sich weiterhin viel auf der technologischen Seite.

BTC-ECHO

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