Die Ethereum Foundation steht erneut in der Kritik. Am Montag gaben mit Carl Beek und Julian Ma zwei weitere prominente Mitwirkende ihren Abschied aus der Organisation bekannt. Damit setzt sich eine Abgangswelle fort, die Teile der Ethereum-Community seit Monaten verunsichert.
Die jüngsten Abgänge fallen in eine Phase, in der sich die Non-Profit-Organisation, die die Entwicklung der zweitgrößten Blockchain der Welt mitprägt, zunehmend Fragen zu internen Wechseln stellen lassen muss. In der Community wird immer häufiger diskutiert, warum in den vergangenen Monaten so viele bekannte Forscher, Koordinatoren und Ökosystem-Verantwortliche die Ethereum Foundation verlassen haben.
Reihe prominenter Personalwechsel
Die Abgänge von Beek und Ma folgen auf eine Reihe weiterer prominenter Personalwechsel innerhalb verschiedener Initiativen der Stiftung. Zu den Personen, die die Foundation verlassen haben oder sich zurückgezogen haben, zählen Barnabé Monnot und Tim Beiko, zwei der bekanntesten Gesichter des Ethereum-Core-Protokolls.
Auch Trent Van Epps, der eine wichtige Rolle beim Aufbau der Protocol Guild spielte, verließ die Organisation Anfang des Jahres. Die Protocol Guild ist ein Funding-Kollektiv, das inzwischen als unabhängige Organisation Ethereum-Core-Entwickler unterstützt. Alex Stokes, früherer Co-Leiter der Protocol-Initiative, kündigte Anfang des Monats zudem eine Auszeit an.
Der organisatorische Umbau fällt auch mit Wechseln in der Führung zusammen. Tomasz Stańczak, der 2025 im Zuge einer breiteren Restrukturierung als Co-Executive Director zur Ethereum Foundation stieß, trat Anfang des Jahres nach vergleichsweise kurzer Amtszeit zurück.
Stańczak war gemeinsam mit Hsiao-Wei Wang eingesetzt worden, nachdem Teile der Ethereum-Community die Foundation wegen mangelnder Transparenz, langsamer Umsetzung und fehlender strategischer Klarheit kritisiert hatten.
Neues Mandat soll Rolle der Foundation klären
Die Fluktuation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ethereum Foundation einen größeren internen Wandel durchläuft. Anfang des Jahres veröffentlichte die Organisation ein neues Mandat, das ihre Rolle im Ethereum-Ökosystem klarer definieren soll. Darin betonte die Stiftung, dass sie sich nicht als “Eigentümerin” oder zentrale Autorität von Ethereum versteht, sondern als eine von vielen Instanzen, die die langfristige Gesundheit des Netzwerks, Forschung und öffentliche Güter unterstützen.
Das Mandat sollte zudem die Prioritäten der Foundation in einer Phase schärfen, in der innerhalb der Community verstärkt über Ethereums Ausrichtung, Governance und institutionellen Einfluss diskutiert wird. Es bekräftigte Prinzipien wie Zensurresistenz, Open-Source-Entwicklung, Privatsphäre und Sicherheit. Zugleich signalisierte die Foundation, ihre eigene zentrale Rolle mit zunehmender Reife des Ökosystems schrittweise verringern zu wollen.
BitMine-Chairman Tom Lee führt die aktuelle Kursschwäche von ETH derweil auf den Ölpreis zurück.

