OneCoin Anwälte starten Abmahnwelle gegen deutschen Blogger – Das letzte Aufbäumen eines bröckelnden Systems?

Mark Preuss

von Mark Preuss

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO. Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

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OneCoin war bereits in der Vergangenheit ein heiß diskutiertes Thema, mit einer Verfügung der Bafin vom 10.04.2017 nimmt das Thema aber ein ganz neues Ausmaß an und betrifft auch deutsche Blogger.

Der bekannte und von uns geschätzte Blogger Friedemann Brenneis (Coinspondent.de), soll jetzt gleich zwei Abmahnungen erhalten haben, weil er über eine Entscheidung der BaFin berichtet hat, die besagt, dass die IMA International Marketing Service GmbH das unerlaubte für Onecoin Ltd, Dubai, betriebene Finanztransfergeschäft mit OneCoin-Anlegern sofort einzustellen hat. Der Artikel wurde derzeit aus juristisch-taktischen gründen aus dem Netz genommen. Auch die Plattform anwalt.de soll ihre Artikel diesbezüglich offline  genommen haben. Vermutlich wurde auch hier mit den Anwaltskanonen auf “Spatzen” geschossen.

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Zwischenzeitlich hat die Bafin am 18.04. eine weitere Meldung veröffentlicht und geht noch einen Schritt weiter: Unter dem Titel “Onecoin Ltd, Dubai: Verbot des Einbezugs in unerlaubte Finanztransfergeschäfte, wies die BaFin am 18. April 2017 das Unternehmen OneCoin Ltd, Dubai, unmittelbar an, seine Geschäftstätigkeit in Deutschland insoweit einzustellen, als es in die Anbahnung, die Abwicklung und den Abschluss des durch IMS unerlaubt betriebenen Finanztransfergeschäfts dadurch einbezogen ist, dass es Zahlungen auf deren Konten veranlasst und Zahlungsanweisungen gegenüber der IMS ausspricht”.

Brenneis hat als Antwort auf die Abmahnungsschreiben der Rechtsanwaltskanzleien aus Hamburg und Köln einen weitreichenden Entschluss gefasst – er will Richtigkeit der Abmahnungen prüfen lassen und notfalls juristisch dagegen vorgehen.

Brenneis:

“Wer indes die Abmahnungen liest, wundert sich womöglich über die Argumentation. So ging es mir zumindest. Die erscheint mir doch an einigen Stellen ziemlich arg konstruiert. Zum Beispiel wird mir vorgeworfen, dass ich hätte überprüfen müssen, ob gegen die „rechtswidrige“(sic!) BaFin-Entscheidung Rechtsmittel eingelegt worden seien. Das hätte ich tatsächlich machen können, hätte aber nichts geändert, denn laut BaFin „darf die BaFin darüber gar keine Auskunft erteilen.“ Laufendes Verfahren, Datenschutz und so. Wundert mich tatsächlich, dass Juristen so etwas nicht wissen,”  so Friedemann. “Ich will den Onecoin-Anwälten mit ihrer künstlichen Drohkulisse, ihrer wortklauberischen Haarspalterei und ihrer verstörenden Auffassung von Richtig und Falsch kein Geld geben. Ich will Aussagen, die meines Erachtens sowohl rechtmäßig als auch wichtig waren, nicht zurücknehmen. Kurzum: Ich will Onecoin nicht gewinnen lassen.”

Wie auch wir bereits in der Vergangenheit am eigenen Leib erfahren mussten, sind die OneCoin-Anwälte sehr schnell dabei, wenn es um kritische Berichterstattung über OneCoin geht. Nach einer eigenen Berichterstattung über die Entscheidung der italienischen Behörden gegenüber Onecoin, ließ die Androhung einer Abmahnung durch die bereits oben genannte Hamburger Kanzlei nicht lange auf sich warten. Die auffällig aggressive Reaktion offensichtlicher OneCoin-Befürworter in Form von Kommentaren und E-Mails an die Redaktion haben uns dann auch nicht mehr überrascht.

Jetzt ist Zusammenhalt und Unterstützung gefragt

Um gegen die Abmahnungen der OneCoin-Anwälte vorzugehen und damit die freie Berichterstattung zu verteidigen, ist jetzt der Zusammenhalt der Community gefragt. Schließlich ziehen solche Prozesse für gewöhnlich hohe Prozesskosten mit sich.

Brenneis appelliert in seinem Bericht über das Vorhaben einer juristischen Prüfung der Abmahnung und allen damit einhergehenden juristischen Maßnahmen an das Rechtsempfinden der Community:

“An dieser Stelle bist also du gefragt:

  • Ist dir Onecoin ein Dorn im Auge?
  • Geht es dir gegen den Strich, wie deren Vertreter mit Kritikern umgehen?
  • Findest du diesen Blog wertvoll und unterstützenswert?
  • Hast du persönlich von echten Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Monero, Litecoin etc. profitiert?
  • Bist du ein Fan von Gerechtigkeit?
  • Kannst du es dir leisten, etwas zu geben?

Wenn du eine dieser Fragen mit Ja beantworten kannst, freue ich mich, wenn du bereit bist, einen Beitrag zu leisten und einen dir angemessenen Betrag in den Prozesskosten-Fond „Bitcoin vs. Onecoin“ einzuzahlen.”

Wir für unseren Part wollen und können all diese Fragen mit Ja beantworten und schätzen das Engagement Brenneis für eine offene und freie Berichterstattung. Friedemann Brenneis, genauso wie wir, wollen auch in Zukunft weiterhin fair berichten können, auch wenn es manchen Systemen ein Dorn im Auge sein mag. Hier findet ihr den ganzen Verlauf und könnt den Coinspondeten unterstützen.

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