Er half der Kryptoqueen zur Flucht OneCoin: Ex-Sicherheitschef flieht vor Prozess aus Hausarrest

Frank Schneider half der Kryptoqueen zur Flucht. Nun ist er vor seinem Prozess untergetaucht. Haben ihm die Behörden in Luxemburg geholfen?

Giacomo Maihofer
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OneCoin

Beitragsbild: Shutterstock

| Vier Milliarden US-Dollar, eine verschollene Gründerin. OneCoin gilt als Jahrhundertbetrug

Er war der Sicherheitschef der “Kryptoqueen” und verhalf der meistgesuchten Verbrecherin einst zur Flucht. Nun ist Frank Schneider, 53, selbst untergetaucht. Das berichtet die britische BBC. Ihm drohte in den USA der Prozess – und bis zu 40 Jahre Gefängnis. Über seinen Aufenthalt kursieren zahlreiche Theorien. Einige Spuren führen in die Vereinigten Staaten, andere nach Luxemburg oder bis Dubai.

Frank Schneider war vor zwei Jahren in einer spektakulären Aktion von französischen Behörden festgenommen worden. Seitdem war er im Hausarrest in seinem Landhaus im Nordosten des Landes. Die Franzosen hatten am 15. Februar 2023 seinen Auslieferungsantrag an die Amerikaner unterschrieben. Laut Berichten entledigte sich der Ex-Spion seiner Fußfessel. Selbst enge Familienmitglieder wissen nichts über seinen Verbleib.

So half er der Kryptoqueen zur Flucht

Laut einem Insider im luxemburgischen Tageblatt befinde sich Schneider “in den sicheren Händen eines anderen Justizapparats”. Eine Vermutung: Die luxemburgischen Behörden haben ihn gerettet. Besonders konservative Parteien wollten seine Auslieferung verhindern. Von seinem Haus bis in die Heimat sind es nur 30 Minuten Autofahrt.

Andere Theorien: Schneider hat sich wie andere ex-OneCoiner auf einen Deal mit den USA eingelassen und sitzt nun dort unter Hausarrest. Auch möglich: Er hat über alte Geheimdienstkontakte Unterschlupf in Israel oder Großbritannien gefunden. Oder sich nach Dubai abgesetzt, einem “sicheren Hafen” für Kriminelle.

Frank Schneider fungierte als Berater und Sicherheitschef des Milliardenbetrugs OneCoin. Laut Gerüchten soll er Ruja Ignatova die entscheidenden Tipps für ihre Flucht gegeben haben. In einem seiner zahlreichen Presseinterviews erzählte er, dass er mit Ruja Ignatova in der Nacht des 25. Oktober 2017 telefoniert hatte. Sie werde von Männern über die Grüne Grenze zurück nach Bulgarien gebracht, erzählte sie ihm. Nachts schickte sie eine SMS: “Home safe”. Ihr letztes Lebenszeichen.

OneCoin gilt als Jahrhundertbetrug

OneCoin gilt als einer der größten Krypto-Betrüge aller Zeiten. Ausschweifende Partys in Bulgarien und London. Räume voller Bargeld, Privatspione und betrogene Kunden, überall auf der Welt. Europol und das FBI setzen die Gründerin Ruja Ignatova im Juni 2022 auf ihre Listen der meistgesuchten Verbrecher der Welt, an die Seite von Serienmördern, Terroristen und Drogenkartellbossen.

In zahlreichen Ländern laufen Untersuchungen zu OneCoin. Übrigens: Im BTC-ECHO-Magazin vom August 2022 erzählen wir die ganze Geschichte hinter einem der spektakulärsten Betrüge des 21. Jahrhunderts.

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