Zwischenbilanz aus Davos: Krypto-Themen nur Randerscheinung

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Shutterstock

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Beim derzeit stattfindenden Jahrestreffen der Weltwirtschaft in Davos sind Krypto-Themen in diesem Jahr nur eine Nebenfrequenz. Dieser Trend zeichnet sich nach den ersten zwei Gipfeltagen ab. Dennoch verschwinden Blockchain-Technologien nicht gänzlich vom Bildschirm. Vor allem kleinere Akteure und die Veranstalter selbst nutzen die große Bühne, um neue Technologien voranzutreiben. Eine Zwischenbilanz.

Es sind düstere Vorzeichen, unter denen der Startschuss für das World Economic Forum (WEF) in diesem Jahr fiel: Der internationale Währungsfonds IWF prognostiziert Einbrüche im Wirtschaftswachstum. Zahlreiche Regierungsköpfe der wichtigsten Wirtschaftsnationen sagen bereits im Vorfeld ab. Die Hoffnung multilateraler Abkommen für den Gipfel scheint schon vor Beginn gestorben.

Und auch für die Krypto-Industrie sah es bereits rosiger aus. Denn das vergangene Jahre hatte nebst allem Entwicklungsfortschritt vor allem eines gebracht: dramatische Kurseinbrüche.

Krypto-Themen nur Randerscheinung

So ließ es der Blick auf die Talsohle bereits erahnen. Während der Bitcoin im vergangenen Jahr noch dreimal so viel wert und Blockchain-Technologien beim letzten Gipfel noch als Hype-Thema in aller Munde war, hat sich in Davos zum Vorjahr allein optisch viel getan. Die Schriftzüge „Blockchain“ und „Krypto“ von 2017 etwa sind von den Straßen der Alpenstadt verschwunden. Fast verschwunden ist das Thema zudem aus der offiziellen Agenda des diesjährigen Jahrestreffens. Diese bestätigt eine erste Erkenntnis: In Davos sind Krypto-Themen in diesem Jahr nicht mehr als Nebengeräusche. Die Zuschauerflut, wie man sie aus dem vergangenen Jahr kennt, blieb bei der diesjährigen Krypto-Debatte aus.


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Kritiker sehen sich in dieser Woche vom Trend bestätigt. Während Stimmen aus der Szene wie etwa Ripple-CEO Brad Garlinghouse oder Circle-CEO Jeremy Allaire daran festhalten, Kryptowährungen seien „transformativ“ und „fundamental entscheidend für die Zukunft der Menschheit“, hält sich in Davos vor allem Skepsis.

Mahnende Worte gegenüber der Krypto-Industrie mangelt es trotz malerischer Alpenharmonie bis hierher keiner. So hagelte es etwa von Seiten des PayPal-Chefs Dan Schulman oder Harvard-Professor Kenneth Rogoff gewohnte Kritik. Im Gespräch mit US-Nachrichten CNBC betont der Ökonom, es bestehe eine „Null-Prozent-Chance, dass Kryptowährungen irgendwann traditionelles Geld ersetzen könnten“. Jeff Schumacher, Gründer von Investor BCG Digital Ventures, ist sich in der gar sicher, der Bitcoin würde bald wertlos.

Versöhnliche Töne kommen in dieser Woche unerwartet von JPMorgan-Chase Lenker Jamie Dimon. Angesichts der Talfahrt fühle er „keine Befriedigung“, erklärt er im Interview. Er hatte dem Bitcoin bereits 2017 ein baldiges Ende prophezeit und damit für Aufsehen und nicht zuletzt Aufschrei gesorgt.

Trotz aller Kritik verfüge die Blockchain jedoch als „echte Technologie“ vielmehr über tatsächliche Potentiale, so Dimon. Darin spiegelt sich für Davos eine zweite Erkenntnis: Trotz scheinbaren Wegsehens – vom Bildschirm verschwunden ist die Blockchain längst nicht.

Chance für Blockchain-Aufsteiger?

So nutzten die Bühne in Davos einerseits vor allem vermeintliche Nebenakteure, um sich und ihre Vorhaben der Welt zu präsentieren. Elizabeth Rossiello vom Bezahldienstleister BitPensa etwa warb für die Möglichkeiten von Kryptographie für den Austausch afrikanische Währungen. IT-Dienstleiter Cognizant wiederum veranstaltete gemeinsam mit Reuters eine Panel-Diskussion zu den Potentialen der Blockchain im Gesundheitswesen.

Andererseits waren es jedoch die Veranstalter selbst, die Enthusiasmus für neue Technologien und Zukunftsgeist bewiesen. Nachdem die WEF-Organisation bereits am Dienstag, dem 23. Januar, gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen McKinsey auf die Blockchain-Potentiale im Feld der Lebensmittelsicherheit hingewiesen hatte, nutzt das Forum den Gipfel für ein bisher einmaliges Pilotprojekt. Unter Leitung der Umweltorganisation WWF übernimmt die Blockchain-Plattform OpenSC die Bewirtung der Gipfelteilnehmer. So sollen Wirtschaftsführer und Journalisten ihren Fisch vom Fang bis auf den Teller zurückverfolgen können.

Zudem machten die Veranstalter mit der Ankündigung von sich reden, ihr Tech-Engagement weiter auszubauen. Golf-Emirat und Blockchain-Hub Dubai soll künftig ein von Davos gesponsertes Forschungszentrum zur „vierten industriellen Revolution“ beheimaten. Von hier aus will man künftig die Entwicklung neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz und Blockchain in der Region vorantreiben, heißt es vonseiten der Schweizer. Damit kann sich Dubai als bisher größten Blockchain-Gewinner des Gipfels wähnen. Bereits im Vorfeld des Gipfels hatte WEF-Präsident Brende gewarnt, beim Wettlauf auf neue Technologien erlebe man einen „neuen Sputnik-Moment“ und damit auf die Gefahr gedeutet, abgehängt zu werden.

Bis der Gipfel vor dem Wochenende schließt, stehen noch zwei weitere, jedoch weniger volle Konferenztage an. Dass Blockchain-Technologien hier wie etwa beim Panel zur digitalen Identität Erwähnung finden werden, gilt als sicher. Dass dabei jedoch große Sprünge ausbleiben und die Krypto-Technologien in diesem Jahr weiterhin wenig mehr als Nebenfrequenz bleiben werden, jedoch auch.


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