Kenia will illegaler Landnahme mit Blockchain das Handwerk legen

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Kenia will illegaler Landnahme mit Blockchain das Handwerk legen

Kenia will gegen illegale Landnahme mithilfe von Blockchain-Software vorgehen. Entsprechende Pläne äußerte der zuständige Informationsminister Joseph Mucheru in einem Bericht der BBC in dieser Woche. Das hinkende Katasterwesen gehört zu den größten Baustellen des aufstrebenden Landes. Neben Kenia setzen derweil immer mehr afrikanische Staaten und Unternehmen auf Blockchain-Lösungen im Kampf gegen die hauseigenen Probleme. Wie in dieser Woche ebenfalls bekannt wurde, will Äthiopien die Vertriebsketten von Kaffee mithilfe von Blockchain-Software sichern.

Eigentlich gilt das ostafrikanische Land bereits als aufstrebender Technologieriese, rühmt sich gar als „Silicon Savannah“. Im Katasterwesen jedoch hinkt Kenia hinterher. Die Folge daraus ist ein Schicksal, das weltweit zahlreiche Entwicklungsländer teilen. Korruption und Schmiergelder helfen, Grundstücke zu vergrößern, Ackerland für sich zu beanspruchen und so Menschen aus ihren Häusern zu vertreiben. In Hinterzimmern kaufbare Besitzurkunden gelten entsprechend als wertlos.

Damit soll nun endlich Schluss sein. Wie die BBC in dieser Woche berichtet, will der kenianische Informationsminister Joseph Mucheru der illegalen Landnahme ein Ende bereiten und der Korruption das Handwerk legen. Helfen soll dabei die Blockchain-Technologie. Seinen Plänen nach könnten künftig sämtliche Grundbuchverzeichnisse im Land auf einer Blockchain gespeichert und somit das Katasterwesen verifiziert werden.

Eine solche Blockchain-Plattform könnte „Sicherheit, Effizienz und Transparenz“ bieten und somit der Frustration der Kenianer bezüglich gefälschter und nachträglich geänderter Dokumente begegnen, so Mucheru.

Er gilt als großer Fürsprecher neuer Technologien. Entgegen der offiziellen Haltung der kenianischen Zentralbank befürwortet Mucheru den Bitcoin-Handel und hielt bis Anfang des Jahres Anteile des Start-ups Bitpensa. Vor seinem Kabinettsposten leitete er das für den Subsahara-Raum zuständige Büro des Internetgiganten Google.

„Wir wollen Teil dieses Wachstums sein. Wir haben den Internetboom verpasst, bei der Blockchain darf uns das nicht passieren“,

beschreibt Mucheru die Vision für sein Land.

Katasterwesen häufigstes Anwendungsfeld in der öffentlichen Verwaltung

Kenia, dessen wichtigster Wirtschaftszweig nach wie vor die Landwirtschaft ist, ächzt seit Jahren unter der Korruption in der Landvermessung. Immer wieder kommt es zu ausufernden Protesten im Land. 2015 etwa gingen die Nachrichtenbilder in der Hauptstadt Nairobi demonstrierender Grundschüler um die Welt. Sie hatten für den Erhalt eines Spielplatzes demonstriert, der an ein Hotel verkauft werden sollte. Angeblich besaß die Schule keine gültigen Besitzurkunden. Die Polizei unterband die Demonstration mit Tränengas.

Konkrete Details, wie solche Bilder nun verhindert werden sollen und welcher Blockchain-Dienstleister Kenia bei dem Projekt unter die Arme greifen soll, sind derzeit nicht bekannt. Ein mögliches Vorbild stellt jedoch der Lebensmittelvertrieb Twiga Foods dar. Das kenianische Unternehmen ist im April eine Kooperation mit IBM eingegangen und will künftig Kleinwarengeschäften mithilfe der Blockchain Kredite gewähren.

Als weiterer Pate könnten zudem die weltweit aufsprießenden Blockchain-Piloten in der Landvermessung stehen. Neben der schwedischen Landregistratur Lantmäteriet unterhalten derzeit etwa Georgien oder der indische Bundesstaat Andhra Pradesh entsprechende Projekte. Blockchain-Pionier Estland hingegen betreibt sein Katasterwesen seit Jahren mithilfe von Distributed-Ledger-Software.

Blockchain in Afrika auf dem Vormarsch

Derweil befindet sich die Blockchain in Afrika mehr und mehr auf dem Vormarsch. Statt der Landvermessung jedoch nutzen immer mehr afrikanische Unternehmen und Staaten Blockchain-Software, um ihre Lieferketten zu sichern. Wie in dieser Woche berichtet, will Äthiopien etwa den Vertrieb seines Handelsgoldes Kaffee mit der Technologie absichern. Mithilfe des Software-Dienstleisters IOHK will das zuständige Technologieministerium so Korruption und Lecks in Anbau und Versand vorbeugen.

Die Blockchain innerhalb seiner Lieferketten ebenfalls nutzen will der Diamantenriese De Beers. So wollen die Südafrikaner die Herkunft ihrer Edelstein sicherstellen und damit sogenannten Blutdiamanten den Marktzugang versperren.

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