WEF-Präsident Brende: Wettlauf auf neue Technologien als „neuer Sputnik-Moment“  

David Barkhausen

von David Barkhausen

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David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Im Vorfeld des World Economic Forum, das am 22. Januar im Schweizer Davos startet, hat dessen Präsident Børge Brende die Weltwirtschaft zu Weitsicht ermahnt. Derzeit befinde man sich in einem Wettlauf auf neue Technologien wie die Blockchain. An diesem „neuen Sputnik-Moment“ brauche es gemeinsame Regeln für eine geordnete Zukunft der digitalen Welt.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Der sogenannte „Sputnik-Moment“ markiert eine historische Zäsur der Nachkriegsgeschichte. Scheinbar aus dem Nichts schickte die Sowjetunion im Jahr 1957 als erster Staat überhaupt ihren „Sputnik 1“ getauften Satelliten in die Umlaufbahn der Erde. Völlig unerwartet bewies Moskau damit seine technologische Überlegenheit. Damals erwischte man den geopolitischen Hauptkonkurrenten, die USA, auf kaltem Fuß. Die Folge: ein tiefsitzender Schock.

Wenn in dieser Woche die Köpfe der Weltwirtschaft zu ihrem traditionellen Jahrestreffen, dem World Economic Forum (WEF), in Davos zusammentreten, soll nach Ansicht dessen Vorsitzenden Børge Brende genau so ein blinder Fleck vermieden werden. Denn mit Blick auf die Digitalisierung als vierte industrielle Revolution erlebe man gerade einen solchen „Sputnik-Moment“, mahnt er am Montag, dem 21. Januar, gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

„Ähnlich wie beim Sputnik damals gibt es heute einen weltweiten Wettlauf etwa bei Künstlicher Intelligenz […] oder bei der Blockchain-Technologie. Alles ändert sich plötzlich, in einer rasenden Geschwindigkeit“,


so der ehemalige norwegische Wirtschafts- und Außenminister. Um jedoch die voranpreschende Technik in eine geordnete Zukunft zu lenken, brauche es gemeinsame „Regeln für die digitale Welt“. Denn Technologie müsste für die Menschheit „nützlich sein“. Regeln, etwa für einen smarten Verkehr, müssten wiederum möglichst „multilateral vereinbart“, also von allen Wirtschaftsnationen gemeinsam beschlossen werden.

 Globale Abkommen in der Krise – Kann Davos helfen?

Dass eine solche Vereinbarung in dieser Woche in Davos zu Stande kommt, darauf werden die wenigsten wetten. Vielmehr bestimmt mit Blick auf den weltweiten Multilateralismus weiterhin Krisenstimmung das Bild. Grenzübergreifend regiert der Populismus. Globale Handelszerwürfnisse drohen einer florierenden Weltwirtschaft. Die Welthandelsorganisation WTO, Pate nahezu aller globaler Abkommen, befindet sich seit Jahren in der Schockstarre der Globalisierung.

Für Brende ist dieser karge Boden jedoch kein Grund, die Zelte des Forums abzubrechen.

„Wenn wir die drängenden Probleme der Welt lösen wollen, müssen wir zusammenarbeiten. Wir […] können Politik, Unternehmen und die zivile Gesellschaft zusammenbringen und versuchen, Konsens herzustellen.“

In genauso einer Anstrengung befindet sich in Davos an diesem Mittwoch, dem 23. Januar, dann zum zweiten Mal auch eine Panel-Diskussion zum Themenkomplex Blockchain auf dem Programm. Im Mittelpunkt stehen Distributed-Ledger-Technologien im Gesundheitswesen. Im vergangenen Jahr wiederum hatten die Genfer gemeinsam mit der Universität Stanford bereits auf die ökologischen Potentiale der Blockchain zur Rettung des Planeten hingewiesen. Auch diese Ergebnisse dürften bei den diesjährigen Gesprächsrunden zur Sprache kommen.

Während große Sprünge in diesem Jahr wohl ausbleiben werden, steht der Gipfel im Buche des Vorsitzenden Brende damit dennoch auf Zukunft – und dass trotz namhafter Absagen aus Washington, Paris und London.


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