Blockchain im Gesundheitswesen – Die „Zukunftswerkstatt“ von Jens Spahn

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Das Bundesgesundheitsministerium sucht nach sinnvollen Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie. Dafür hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Ende Oktober einen Ideenwettbewerb ins Leben gerufen. Bis zum 10. Dezember können Teilnehmer noch ihre Vorschläge einreichen, wie das deutsche Gesundheitswesen mit der neuen Technologie verbessert werden kann.

Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen, so lautet eines der legendärsten Zitate von Altkanzler Helmut Schmidt. Wer Visionen hat, wie man den Arztbesuch revolutionieren kann, der kann sich indes an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wenden. Das Bundesministerium für Gesundheit sucht mit einem Ideenwettbewerb nach blockchainbasierten Konzepten, die das deutsche Gesundheitswesen fit für die Zukunft machen. Die Aufgabenstellung ist dabei sehr offengehalten: „Gesucht werden Lösungen für Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen“. Als Beispiele für potenzielle Einsatzgebiete der Blockchain nennt das Ministerium unter anderem Recht- und Identitätsmanagement, Einverständniserklärungen und das Organ- und Gewebespendenregister.

„Blockchain: […] Alle reden darüber – aber oft ist es schwer, konkrete Anwendungen, vor allem jenseits von Bitcoin zu finden“,


so Spahn im Ankündigungsvideo für den Ideenwettbewerb, in dem er (volljährige) Einzelpersonen, Teams, Universitäten, Start-ups, Unternehmen – kurz: jeden, der sich mit der Blockchain-Technologie beschäftigt – dazu aufruft, das Ministerium bei dieser Suche zu unterstützen.

Bis zum 10. Dezember können die Teilnehmer ihre Vorschläge einem unabhängigen, interdisziplinären Gremium aus Expertinnen und Experten vorlegen. Diese bewerten die Konzepte dann nach ihrer Relevanz für das deutsche Gesundheitswesen, ihrer Zukunftsfähigkeit, Interoperabilität und Datensicherheit. Die besten Projekte erhalten eine Einladung in die „Zukunftswerkstatt“ des Ministeriums, die am 27. Februar 2019 stattfindet. Dort können die Gewinner der Vorauswahl ihre Projekte dem Expertengremium präsentieren, das dann die Gewinner kürt. Diesen winken Preisgelder in einer Gesamthöhe von 30.000 Euro. Davon erhält der erste Platz 15.000 Euro, für die Plätze zwei und drei gibt es 10.000 bzw. 5.000 Euro. Einsendeschluss ist der 10. Dezember 2018.

Spärliche Details zur Zukunftswerkstatt

Weitere Details über die „Zukunftswerkstatt“ sind bislang noch nicht bekannt. „Informationen folgen“ heißt es in den entsprechenden FAQ unter dem Punkt „Was passiert bei der Zukunftswerkstatt?“. Im Juni zeigte sich Spahn der Blockchain-Technologie gegenüber noch skeptisch, erkannte jedoch den Handlungsbedarf im Bereich der Digitalisierung des Gesundheitswesens. „Wir müssen uns schneller bewegen als bisher,“ konstatierte er anlässlich der Cube Tech Fair in Berlin. Es gebe „viel Gerede und wenige konkrete Anwendungen“, sagte Spahn damals schon. Ein Schritt in Richtung konkreter Anwendungen ist mit der Ankündigung der Zukunftswerkstatt bereits getan. Allerdings entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, wenn man sich einerseits über die schleppende Blockchain-Adaption mockiert und andererseits auch nach knapp einem Monat noch keine detaillierteren Informationen über das Programm der „Zukunftswerkstatt“ liefert.

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