Circle-CEO Allaire: „Wir brauchen ein globales Regelwerk für Krypto-Industrie“
Allaire, Circle-CEO Allaire: „Wir brauchen ein globales Regelwerk für Krypto-Industrie“

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Der Geschäftsführer des Krypto-Start-ups Circle, Jeremy Allaire, fordert von Staaten ein weltweites Regelwerk für die Krypto-Industrie. Vorstöße wie die jüngste Initiative der Anti-Geldwäsche-Behörde FATF wären notwendig, um der Industrie Sicherheit zu geben. Derweil bestimmt auf gesetzlicher Ebene noch ein regulatorischer Flickenteppich die Landkarte. Neue Klarheit könnte der diesjährige G20-Gipfel Ende November bringen.

Marktmanipulation, Geldwäsche, undurchsichtige ICOs – der Kryptosektor ist berüchtigt für seinen schwachen Verbraucherschutz, klaffende Sicherheitslücken und astronomische Preisstürze. Politik wie Unternehmen beklagen immer wieder die undurchsichtige Gesetzeslage. Noch scheint die Industrie auf regulatorischem Sand gebaut. Stimmen aus der Szene fordern deshalb immer wieder staatliche Antworten.

Den jüngsten Denkanstoß  liefert an diesem Montag, dem 23. Oktober, Circle-CEO Jeremy Allaire. Gegenüber Reuters beklagt er die unzureichende Rechtslage. Stattdessen brauche es ein globales Regelwerk für Kryptowährungen, gibt er zu bedenken.

„Am Ende des Tages braucht es eine Normalisierung aller gesetzlichen Fragen auf Ebene der G20 [Länder]“,

so der Leiter des Goldman-Sachs-Günstlings. Unternehmen wie Circle, das wohl bestdotierteste Krypto-Start-up weltweit, bräuchten transparente Regelungen und ein eindeutiges gesetzliches Fundament.

„Wenn es um die Herausgabe neuer Kryptowährungen [Original: Token-Offerings] geht, wie sollen diese gehandhabt werden? Was sind Securities [und damit wie Wertpapiere zu behandeln] und was nicht? Müssen Handelsplätze genau wie herkömmliche Börsen Regeln gegen Marktmanipulation vorweisen?“


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beschreibt der 47-Jährige die Unsicherheiten der Industrie.

Die ewige Diskussion: Krypto-Regulierung – ja, nein, vielleicht?

Vorstöße wie die jüngste Initiative der Pariser Financial Action Task Force (FATF) wiederum lobt er. Die für den Kampf gegen Geldwäsche zuständige Behörde der OSZE-Staaten hatte in der vergangenen Woche angekündigt, bis Juni 2019 erste Regelentwürfe zur Krypto-Überwachung vorzulegen. Mitgliedsstaaten sollen diesen künftig Folge leisten müssen. Tun sie dies nicht, könnten Finanzsanktionen drohen.

Dennoch sei die Initiative nicht genug, so Allaire. Vielmehr brauche es ein Regelwerk für den gesamten Kryptosektor.

Zwar bemüht sich die Politik weltweit zunehmend, Kryptowährungen mit einem gesetzlichen Gegenstück zu versehen und sich selbst wie auch Unternehmen Sicherheit zu verschaffen. Dennoch bestimmt derzeit ein regulatorischer Flickenteppich die Landkarte. Gesetzliche Einheitlichkeit sucht man vergebens. Wo etwa wie in China rigoros reguliert wird, will man anderswo wie etwa in Hongkong geltende Finanzgesetze auf die Branche anwenden. Andernorts wiederum weisen die Regulierungsbehörden entsprechende Verantwortlichkeiten noch von sich. In Europa etwa herrscht regulatorisches Brachland.

Neue Klarheit könnte derweil, wie auch von Allaire ins Spiel gebracht, der Ende November anstehende G20-Gipfel schaffen. Hier soll neben der derzeit zugespitzten Lage auf den Weltmärkten und den andauernden Handelskonflikten auch die Handhabe von Kryptowährungen auf der Tagesordnung stehen. Erste Beratungsdokumente, wie ein Bericht des Financial Stability Board (FSB), der eine gesetzliche Einordung von Kryptowährungen vorschlägt, liegen bereits vor. Auf einem ersten Treffen der Finanzminister im März wiederum hatte man sich bereits auf gemeinsame Steuerstandards geeinigt. Diese sollen den Mitgliedsstaaten bis 2020 vorgestellt werden.

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