NEM auf dem Weg der Besserung – Was steckt dahinter?

Roman Maas

von Roman Maas

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Roman Maas

Roman Maas hat in Düsseldorf seinen Magister in Anglistik und Geschichte gemacht und danach in verschiedenen Redaktionen, Verlagen und Agenturen gearbeitet. Seit 2015 ist er als freier Autor beruflich und lokal unabhängig. Kryptowährungen und Blockchain bedeuten für ihn in erster Linie eine aufregende Entwicklung mit gewaltigen Möglichkeiten für eine dezentralisierte Zukunft.

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Im Vergleich zu anderen Kryptowährungen konnte NEM seinen Wert in der letzten Woche steigern. Dies kann als eine Erholung der Kryptowährung angesehen werden, die den gesamten Februar über mit den Folgen des Coincheck-Hacks zu kämpfen hatte. Inzwischen hat sich der Kurs wieder stark konsolidiert.

Als einziger von den gemäß Marktkapital 200 wertvollsten Kryptowährungen gelang NEM in der letzten Woche ein Höhenflug. So stieg die Marktkapitalisierung der Plattform von 2,6 Milliarden US-Dollar zwischenzeitlich auf 3,7 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einer Steigerung von über 44 % innerhalb von sieben Tagen. Am 14. März fiel NEM gemeinsam mit anderen Kryptowährungen stark ab. Dennoch stellt sich die Frage, was zu einen temporären Kursanstieg von über 60 % geführt hat. Wie die Entwicklung seit dem 14. März zeigte, konnte sich NEM nicht gegen die allgemein bearishe Stimmung auf dem Markt behaupten und musste entsprechend auch signifikante Kursverluste hinnehmen.


Coincheck kann zahlen

Der Grund für den außergewöhnlichen Anstieg war vermutlich eine Erholung nach den Hackerattacken auf Coincheck. Im Januar haben Unbekannte einen der bislang größten Angriffe auf einen Kryptomarkt ausgeführt. Die japanische Handelsplattform verlor dabei ein Guthaben von 430 Millionen Euro. Rund 260.000 Kunden waren betroffen. Die einzige Kryptowährung, die dabei entwendet wurde: XEM. 523 Millionen Einheiten haben den Besitzer gewechselt. Das entspricht fast 6 % der handelbaren Gesamtmenge, die bei knapp neun Milliarden liegt.

Als herauskam, dass eine Sicherheitslücke bei Coincheck den Hack ermöglicht hat, setzten japanische Regulierungsbehörden die Handelsplattform unter Druck, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen. Um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal geschieht, schlossen sich 16 Handelsplattformen in Japan zu einer Selbstregulierungsgemeinschaft zusammen. Diese Bemühungen reichten den japanischen Regulierungsbehörden jedoch nicht. Die Aufsichtsbehörde hat deshalb zwei Exchanges für einen Monat geschlossen und fünf weiteren Auflagen auferlegt.

Vor einigen Tagen gab Coincheck bekannt, den betroffenen Kunden 80 % ihres verlorenen Geldes rückerstatten zu wollen. Auf ihrer Website entschuldigen sie sich für die illegalen Transfers und versprechen grundlegende Optimierungen. Neuregistrierungen und verschiedene andere Features sind derzeit noch gesperrt. Diese Maßnahmen haben offensichtlich den Vertrauensverlust in den Handel mit NEM rückgängig machen können.

Was steckt hinter NEM/XEM?

In Barcelona trafen wir Albert Castellana von der NEM-Foundation im Rahmen der Reihe Bitcoin and Blockchain in Europe. Bei NEM handelt es sich um eine Plattform, mit der Kunden unter anderem ihre eigenen Blockchains und Kryptowährungen erstellen können. Die verschiedenen Anwendungen, die so möglich sind, sind die Erstellung von Finanzinstrumenten, Lieferketten, Smart Contracts und Smart Assets. Das Besondere bei der entsprechenden Währungseinheit XEM ist, dass sie weder mit Proof of Work, noch mit Proof of Stake arbeiten, sondern mit Proof of Importance. Hierbei werden Blocks nicht mit viel Rechen- und Energieaufwand gemint, sondern „geerntet“ (harvested). Dies geschieht durch automatisch ausgewählte Nutzer, die sich unter anderem durch besonders viel Aktivität im Netzwerk auszeichnen. Mehr zu NEM/XEM erfahrt ihr in unserem Tutorial.

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