Ethereum erreicht die 400 US-Dollar Marke – wir blicken zurück

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

Quelle: @Olga Danylenko via Shutterstock

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Es dauerte nichtmal eine halbe Woche und Ethereum machte den Satz von 300 auf 400 US-Dollar. Vor rund einem Jahr scheiterte beinahe die noch so junge Geschichte des Blockchain-Revolutionärs. Doch nun scheint das Wachstum keine Grenzen zu haben.
Rekordbrecher

Rekordbrecher

Nur zur Erinnerung: Heute vor einem Monat lag der Preis des Ethers (ETH) noch bei rund 90 US-Dollar. Wer also vor einem Monat gekauft hat, der verzeichnet jetzt schon ein Plus, das man in dieser Form selten auf irgendeinem traditionellen Finanzmarkt findet. Rund 344 % Wachstum in einem Monat – da hört man einige schon nach “Blase” rufen!


Der obige Chart zeigt das Wachstum der Ethereum-Adressen seit den frühen Anfängen Ende 2015. Selbst denjenigen denen Mathematik damals schwer fiel, und dazu zähle ich mich selbst, fällt an dem Graph etwas auf. Sein Wachstum steigt – exponentiell. Die Steigung “verstärkt sich scheinbar selbst”, um es in Laienworten auszudrücken. Das erklärt zumindest einigermaßen den derzeitigen Anstieg. Doch diejenigen, die Ethereum schon länger verfolgen schauen auf einen gewissen Zeitabschnitt, sind verwundert und stellen sich zumindest eine Frage: Warum hat sich Mitte 2016 nichts geändert?

Das DAO-Desaster

Vor einem Jahr begann etwas, was dem “Turmbau zu Babel” auf der Ethereum-Blockchain glich. Die DAO, oder auch Dezentrale Autonome Organisation, sollte die neue Spitzenfunktion von Ethereum bis aufs Äußerste ausnutzen: die Smart Contracts.

Die DAO sollte ein riesiger Smart Contract sein, ein Programm, das sich selbst verwalten konnte und die Wahlstimmen tausender Anleger in sich vereinen konnte. So sollte die DAO die frühe Ethereum-Entwicklung unterstützen. Anleger konnten sich DAO-Token (siehe Bild unten) kaufen, um ein Stimmrecht in der DAO zu bekommen. Die DAO diente wie ein riesiger Wahlautomat: Jeder konnte seine Stimme für ein vorher bestimmtes Startup-Projekt abgeben. Dann zählte die DAO die Stimmen aus. Es gibt keinen Wahlbetrug, da die Blockchain nicht betrügbar ist. Eine perfekte Demokratie und der beste Katalysator für einen jungen Markt – zumindest sollte es so sein.

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Die DAO wurde jedoch gehacked!

Anfang Juni 2016 zählte man noch rund 12 Millionen Ether im DAO-Smart Contract. Zu damaligen Zeiten bereits ein Investment, das Rekorde schrieb! Am 17. Juni verzeichnete man jedoch merkwürdige Abbuchungen im Smart Contract. Es wurde Alarm geschlagen und innerhalb von Stunden wurden 3 Millionen Ether durch den Angreifer an eine Adresse abgeführt. Ein Fehler in einer sogenannten Split()-Funktion wurde vom Hacker ausgenutzt. Auf Kritik der Community machte Ethereum-Chef Vitalik Buterin klar:

“Dies ist ein Vorfall der speziell die DAO betrifft, Ethereum selbst ist perfekt gesichert.

Der Hack zwang die DAO und die Ethereum-Blockchain in die Knie. Sie ist der Grund warum wir heute Ethereum (ETH) und Ethereum Classic (ETC) haben. Als das Ethereum Foundation-Team in den Quellcode Eingriff, um die DAO auszuschalten, sah ein Teil der Community die Unveränderlichkeit der Blockchain in Gefahr. Die Community spaltete sich in zwei Lager:

  1. ETH – Nach dem Motto: “Die Blockchain ist unveränderlich, aber sobald das Gesetz gebrochen wird, darf der Status verändert werden – ‘Law is Code'”
  2. ETC – Nach dem Motto: “Die Blockchain ist unveränderlich, auch wenn das Gesetz gebrochen wird, darf der Status nicht verändert werden – ‘Code is Law'”

Rund 3,6 Millionen Ether wurden damals letztendlich entwendet – heute rund 1,44 Milliarden US-Dollar

Und Ethereum zerbrach nicht. Es blieb monatelang still um die Smart Contract-Blockchain. Seit ihrem Preis von 18,59 US-Dollar im Juni 2016 durchlebte sie ein ungeheures Wachstum von 2.051 %!

Und keiner weiß genau wohin es geht. Viele halten Ethereum für den neuen Bitcoin, andere haben Chefentwickler Vitalik Buterin sogar als “bösen Diktator” beschimpft, der seine “autokratische Blockchain” führt. Sei man nun ein böswilliger Internet-Troll, ein riesiger Fan oder nur ein Beobachter, so ist eine Sache klar: Ethereum ist in aller Munde.

BTC-ECHO


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