Mitten im Bärenmarkt 

Ethereum im Krypto-Winter: Wie tief der ETH-Kurs jetzt noch fallen könnte

Drohen Ethereum-Anlegern im Jahr 2026 weitere Verluste? Drei führende KI-Modelle entwerfen das Worst-Case-Szenario für den ETH-Kurs

Tobias Zander
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Eine Ethereum-Münze neben einem fallenden Kurs-Chart mit roter Färbung

Beitragsbild: Shutterstock / Fotomontage

| Ethereum-Anleger haben einige harte Monate hinter sich

Die Stimmung in der Ethereum-Community wird zunehmend schlechter. Während Bitcoin im Oktober ein neues Allzeithoch erreichte, blieb Ether im Bullenmarkt 2024/25 deutlich hinter den Erwartungen zurück. Selbst umfangreiche Käufe durch Treasury-Firmen wie BitMine konnten den Kurs nach dem Einbruch im Zuge des Krypto-Winters kaum stabilisieren. Woran liegt die anhaltende Schwäche von Ethereum und wie groß ist das Risiko weiterer Verluste? BTC-ECHO hat ChatGPT, Gemini und Perplexity nach konkreten Einschätzungen gefragt und mögliche Worst-Case-Szenarien analysiert.

Das Ethereum-Allzeithoch liegt bald fünf ganze Jahre zurück

Dass der wichtigste Bitcoin-Rivale im vergangenen Bullenmarkt kein neues Allzeithoch erreichen konnte, führt ChatGPT in erster Linie auf ein Wahrnehmungsproblem zurück: “Bei Bitcoin war die Story sofort glasklar, bei Ethereum deutlich schwerer zu verkaufen.” Entsprechend fiel auch der Start der Spot ETFs verhaltener aus, da ETH für viele traditionelle Investoren komplexer wirkte und zugleich Konkurrenten wie Solana die Dynamik sowie den Retail-Hype auf sich zogen.

Zudem sieht der OpenAI-Chatbot einen weiteren belastenden Faktor: “Ethereum wurde zwar effizienter, aber hat auch einen Teil seiner Kursfantasie verwässert.” Für den Bärenmarkt bedeutet das aus seiner Sicht, dass eher “mit einer zähen Schwächephase” bis in den Sommer zu rechnen ist als mit einer raschen Trendwende.

“Während Bitcoin als digitales Gold und Solana als Hochleistungs-Netzwerk klare Narrative bedienen, steckt Ethereum in einer Identitätskrise zwischen Layer-1-Sicherheit und Layer-2-Fragmentierung fest”, ergänzt Gemini. Das lange Zeit eher verhaltene Interesse der Wall Street erklärt der Google-Chatbot ebenfalls mit der komplexeren Erzählung rund um Ethereum: “Ethereum ist kein reiner Store of Value und die institutionelle Adoption braucht Zeit, um das Zusammenspiel von Staking-Yields und deflationären Mechanismen zu diskontieren.”

Für die kommenden Monate rechnet Gemini mit einer anhaltenden Schwächephase im Sinne eines verlängerten Krypto-Winters. Erst wenn die zahlreichen Layer-2-Lösungen wie Arbitrum oder Optimism “spürbaren wirtschaftlichen Wert zurück in das Hauptnetz von Ethereum pumpen, dürfte die Durststrecke enden”.

Perplexity sieht hingegen ein häufig unterschätztes Potenzial in der fortschreitenden Institutionalisierung von Ethereum: “Mit Produkten wie Treasury-basierten Renditemodellen entsteht erstmals eine Brücke zwischen Ethereum-Staking, Real-World-Assets und klassischem Zinsmarkt”. Dadurch könne sich eine stabilere Nachfrage entwickeln, die weniger von kurzfristigen Hypes abhängt. Aus dieser Perspektive erscheint der aktuelle Bärenmarkt eher als Übergangsphase hin zu einem stärker Cashflow-getriebenen Narrativ rund um ETH.

Wo der Ethereum-Boden liegen könnte

Ob Ethereum im Bärenmarkt weiter nachgibt, hängt laut ChatGPT maßgeblich davon ab, ob die Marke von 2.000 US-Dollar im Frühjahr gehalten werden kann: “Bricht sie klar, wäre bis Mai oder Juni 2026 auch ein Rücksetzer in den Bereich zwischen 1.600 und 1.800 US-Dollar realistisch.” Eine nachhaltige Erholung hält das Modell frühestens ab dem Sommer für möglich, realistischer erscheint jedoch erst das dritte Quartal 2026. “Dafür braucht es frische ETF-Zuflüsse, bessere Stimmung an den Märkten und wieder eine überzeugende Ethereum-Story, die Anleger zurück in ETH zieht”, so die Einschätzung. Entsprechend dürfte Geduld für ETH-Hodler vorerst entscheidend bleiben.

Auch aus Sicht von Gemini entscheidet sich die Bodenbildung an der Marke von 2.000 US-Dollar. “Sollte der ETF-Verkaufsdruck im April jedoch anhalten, ist ein Test der 1.800 US-Dollar als Sicherheitsnetz wahrscheinlich”, prognostiziert die Google-KI. Im Worst-Case-Szenario hält der Chatbot sogar Kurse um 1.500 US-Dollar für möglich, falls die erhofften Gebührenströme aus den Layer-2-Netzwerken länger auf sich warten lassen. Eine nachhaltige Trendwende könnte sich dann erst im dritten Quartal 2026 abzeichnen. “Der Wendepunkt kommt durch sinkende US-Leitzinsen und den technologischen Reifeprozess der Layer-2s”, meint Gemini.

Perplexity beschreibt die aktuelle Situation von Ethereum als “verletzliche, aber kontrollierte” Phase. Der Spielraum nach unten dürfte sich grob bis in einen Bereich um 1.600 US-Dollar erstrecken und in ausgeprägten Stressphasen auch darunter liegen. “Solange die Zinsen hoch bleiben und ETF-Zuflüsse schwanken, dominiert ein seitwärts bis abwärts gerichteter Markt”, betont Perplexity. Eine echte Erholung erscheint dem Modell erst ab 2027 realistisch, wenn sich das Zinsumfeld entspannt, die On-Chain-Aktivität zunimmt und die Spot ETFs dauerhaft Kapital anziehen.

Ethereum-Erfolg ganz ohne ETH-Kursrallye?

Selbst wenn Ethereum durch die Tokenisierung von Real-World-Assets institutionell an Relevanz gewinnt, lässt sich daraus laut ChatGPT kein direkter Effekt auf den Kurs ableiten. Die KI hält vielmehr ein Szenario für plausibel, in dem die Blockchain als Infrastruktur profitiert, während der Coin selbst hinter den Erwartungen zurückbleibt: “Erfolg auf Infrastrukturebene heißt nicht automatisch Erfolg auf Preisebene.”

Zwar könnten Treasury-Firmen wie BitMine diese Diskrepanz zeitweise überdecken, da sie Kapitalzuflüsse und Aufmerksamkeit generieren, doch “solche Vehikel sind eher Verstärker als Fundament”. Ein ETH-Kurs von über 10.000 US-Dollar, wie ihn Tom Lee in Aussicht gestellt hat, erscheint im nächsten Bullenmarkt ab 2027 damit zwar grundsätzlich möglich, bleibt jedoch eher unwahrscheinlich.

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“Ethereum festigt seinen Status als Vorreiter der Tokenisierung, doch der ETH-Kurs entkoppelt sich zunehmend von dieser Dominanz”, gibt auch Gemini zu bedenken. Laut der Google-KI zeigen Daten von BlackRock, wonach rund 65 Prozent der RWA-Transaktionen über Ethereum abgewickelt werden, zwar die technologische Führungsrolle, liefern aber keine Garantie für steigende Kurse.

“Wir sehen eine paradoxe Situation: Das Netzwerk wickelt über 50 Prozent des Stablecoin-Volumens ab und lässt Konkurrenten wie Tron weit hinter sich, doch durch effiziente Layer-2-Lösungen bleibt der ETH-Burn-Effekt minimal”, so der Chatbot. Treasury-Firmen wie BitMine oder SharpLink nehmen in diesem Umfeld eine wichtige Rolle als Liquiditätsanker ein: “Diese Akteure professionalisieren die Infrastruktur im Bärenmarkt 2026 weiter”, erklärt Gemini. Im nächsten Bullenmarkt könnten sie dann den Weg dafür ebnen, dass die erwarteten institutionellen Kapitalströme tatsächlich beim ETH-Kurs ankommen.

Perplexity skizziert als dritter im Bunde ein Szenario, in dem Institutionen die Plattform zwar intensiv nutzen, sich diese Entwicklung jedoch nicht automatisch im Kurs widerspiegelt. “Die Tokenisierung kann wachsen, ohne dass daraus automatisch eine spekulative ETH-Rallye folgt”, warnt der Chatbot. Zusätzliche Risiken sieht die KI in der Rolle der Treasury-Firmen im aktuellen Bärenmarkt. Sollten diese unter Liquiditäts- oder regulatorischen Druck geraten und gezwungen sein, Teile ihrer Bestände zu verkaufen, könnte das hohe Volumen die laufende Korrektur sogar verlängern, anstatt den Kurs zu stabilisieren.

Ethereum stehen schwierige Monate bevor

Alles in allem bleibt Ethereum nach Einschätzung der drei führenden KI-Modelle vorerst ein schwieriger Fall, wenn auch einer mit Potenzial. Das aktuelle Narrativ wirkt angeschlagen und ein Rückgang in Richtung 1.800 oder sogar 1.500 US-Dollar erscheint denkbar. Dennoch ist das Netzwerk mit Blick auf die RWA-Tokenisierung und institutionelle Anwendungsfälle gut aufgestellt. Sollte in den kommenden Jahren wieder verstärkt Kapital in ETH fließen, könnte sich die derzeitige Schwächephase im Nachhinein als bedeutender Wendepunkt erweisen. Einen technischen Ausblick für das laufende Jahr findet ihr hier: “Ethereum 2026: Warum jetzt die entscheidende Phase beginnt“.

Disclaimer: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar und dient ausschließlich zu InformationszweckenKI-Modelle liefern keine Prognosen mit GewissheitDieser Artikel erschien erstmals am 3. Februar 2026 und wurde vor der erneuten Veröffentlichung überprüft und gegebenenfalls angepasst.

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