Zentralisierung: Banken erwägen digitale Fiatwährungen

Quelle: shutterstock

Zentralisierung: Banken erwägen digitale Fiatwährungen

Kanada, Singapur und das Vereinigte Königreich erwägen, künftig mit Central Bank Digital Currencies (CBDC) zu arbeiten. Mit dem digitalen Fiatgeld wollen die Zentralbanken vor allem im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr arbeiten.

Die Zukunft ist digital – das hat inzwischen auch die Regierung der Bundesrepublik Deutschland erkannt. In ihrem Strategiepapier kündigten sie eine Blockchain-Initiative samt Regulierungsansätzen für Bitcoin und andere Kryptowährungen an. Doch das Phänomen weitet sich auch auf internationale Ebene aus. Dahingehend hob Christine Lagarde vergangene Woche die Vorteile von Kryptowährungen hervor, jedoch nicht ohne sie zu relativieren. So ganz traue sie der Sache  doch nicht. Die Lösung: Die Vorteile von dezentralen Währungen nutzen und sie zentralisieren. Und zwar in Form von digitalem Zentralbankengeld, den Central Bank Digital Currencies.

Die Idee macht die Runde

Die Idee von digitalem Zentralbankengeld macht nun offenbar die Runde – so haben auch die vereinigten Zentralbanken von Kanada, England und Singapur ein Paper herausgegeben, indem sie die Idee und die vermeintliche Notwendigkeit einer digitalen Allgemeinwährung diskutieren.

Grundsätzlich unterscheiden die Zentralbanken in ihrem Report zwischen drei verschiedenen Varianten:

  • währungsspezifisches Modell: limitiert auf einzelne Staaten, Banken bieten Wallets an und digitalisieren die jeweilige Fiatwährung.
  • austauschbares währungsspezifisches Modell:  erweitertes oben stehendes Modell; Austauschbarkeit auf transnationaler Ebene.
  • universelles Modell: mehrere Fiatwährungen, die ein digitales Zentralbankengeld decken.
  • Gerade letzteres Modell sehen die Banken jedoch als problematisch an. Daher heißt es im Report:

„Da [letzteres] Modell durch einen Währungskorb gestützt werden muss, unterliegt es der Volatilität, möglicher Manipulation und Investitionstätigkeiten. Darüber hinaus zeigt unsere Analyse, dass das Tempo der Einführung durch die Komplexität der Hinzufügung neuer Währungen in den Warenkorb, die die [Währung] unterstützen, beeinträchtigt werden könnte.“

Eine dezentrale Technologie für ein zentralisiertes System

Für eine Umsetzung des zentralen Modells erwägen die Herausgeber, die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) zu verwenden:

„Wir erwägen, die DLT als mögliche technische Implementierung für CBDCs zu verwenden. Grundsätzlich benötigt man keine DLT (theoretisch können traditionelle zentralisierte Technologien ausreichen). Ein DLT-System könnte CBDC-basierte Zahlungen dennoch vereinfachen, indem sie eine erweiterte Technologie für die Übertragung von Assets bietet. Selbiges gilt für Authentifizierung, Aufzeichnungen, Datenmanagement und Risikomanagement.“

BTC-ECHO

Anzeige

Ähnliche Artikel

Das Regulierungs-ECHO KW49: Balanceakt in den USA – Über das Für und Wider von Kryptowährungen
Das Regulierungs-ECHO KW49: Balanceakt in den USA – Über das Für und Wider von Kryptowährungen
Regulierung

Die Options- und Futures-Kommission der USA fragt sich: Was sind Smart Contracts?

Bitcoin ETF: SEC vertagt Entscheidung erneut
Bitcoin ETF: SEC vertagt Entscheidung erneut
Regulierung

Bitcoin ETF werden vorerst nicht genehmigt. Denn die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC beschloss am 7.

New York: DFS erlaubt Signature Bank Blockchain-Service
New York: DFS erlaubt Signature Bank Blockchain-Service
Regulierung

Die New Yorker Finanzaufsicht gestattet es der Signature Bank, ihren Service durch den Einsatz der Blockchain-Technologie zu verbessern.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Hochbegehrt, rar gesät: So findet man die besten Blockchain-Entwickler
    Hochbegehrt, rar gesät: So findet man die besten Blockchain-Entwickler
    Szene

    Kinderschuhe hin, Kinderschuhe her: Die Entwicklungen im Blockchain-Sektor legen auch in einem angeschlagenen Krypto-Markt keine Pause ein, im Gegenteil.

    UNICEF vergibt 100.000 US-Dollar an Blockchain-Start-ups
    UNICEF vergibt 100.000 US-Dollar an Blockchain-Start-ups
    Funding

    Im Januar rief das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen einen Wettbewerb aus, bei dem sich humanitär orientierte Blockchain-Start-ups um Finanzmittel durch den UNICEF bewerben konnten.

    KingMiner: Der neue König des Cryptojacking
    KingMiner: Der neue König des Cryptojacking
    Altcoins

    Das Cybersecurity-Unternehmen Check Point legt in einem Research-Artikel die Erkenntnisse über den neusten Cryptojacker offen.

    Breaking: TenX lanciert Kreditkarte
    Breaking: TenX lanciert Kreditkarte
    Krypto

    In einem YouTube-Statement gab TenX-Gründer Julian Hosp den Startschuss für die lang ersehnten Kreditkarten.

    Angesagt

    Bitmain schließt Forschungszentrum in Israel
    Unternehmen

    Bitmain sieht sich aufgrund sinkender Umsätze dazu gezwungen, ein Forschungszentrum in Israel zu schließen.

    YGC: 200-Millionen-US-Dollar für aktive Blockchain-Projekte
    Funding

    Nach den Verheißungen des Bullenmarkts 2017 haben Krypto- und Blockchain-Start-ups im Laufe des Jahres 2018 hochskaliert.

    MasterCard: Patentanmeldung für Bitcoin-Mixer wirft Fragen auf
    Unternehmen

    Die Kreditkartengesellschaft MasterCard meldet ein Patent für eine Art Bitcoin-Mixer an.

    Podcast: IOHK Mathematiker erklärt Cardano
    Altcoins

    Cardano hat eine ähnliche Vision wie Bitcoin: Finanzdienste für jedermann.