Wikileaks: Boykott von Coinbase

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

Teilen
wikileaks

Quelle: https://www.shutterstock.com/de/image-photo/circa-december-2010-berlin-website-wikileaks-192878009?src=6AwfkGtW5IAVN6yY7KecjQ-1-5

BTC10,418.62 $ -0.10%

Julian Assange von Wikileaks boykottiert die US-amerikanische Kryptobörse Coinbase. Die Enthüllungsplattform wurde ohne Vorankündigung und ohne Angabe von Gründen als Kunde entfernt. Zuvor konnten die Produkte des Wikileaks-Shops mittels verschiedener Kryptowährungen bezahlt werden. Auch Spenden in Krypto-Form waren möglich. Doch Coinbase befindet sich momentan noch aus anderen Gründen unter Beschuss. Kürzlich wurden nicht weniger als 115 Klagen wegen versuchten Betrugs der eigenen Kunden eingereicht.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

Die Möglichkeit, für die populäre Enthüllungsplattform Wikileaks per Coin zu spenden oder damit Einkäufe im hauseigenen Shop zu bezahlen, steht derzeit nicht zur Verfügung. Wie der Online-Shop der NGO auf Twitter bekannt gab, geht man von einer verdeckten behördlichen Anfrage aus, die das kalifornische Unternehmen dazu bewegt hat, die Zusammenarbeit mit Wikileaks aufzukündigen. Als Begründung wurde den Aktivisten lediglich mitgeteilt, dass man nach eingehender Prüfung von einer Verletzung der Nutzungsbedingungen ausgeht. Als letzten Schritt hat man den Betreibern der Nichtregierungsorganisation lediglich angeboten, das zur Verfügung stehende Guthaben auf ein externes Konto zu überweisen. Eine weitere Zusammenarbeit wird gänzlich ausgeschlossen.

Kündigung von Wikileaks: Vorauseilender Gehorsam?

Beobachter mutmaßen, die Entscheidung könne dadurch begründet sein, dass Coinbase derzeit eine Broker-Lizenz anstrebt. Von daher erscheint die fristlose Kündigung wie vorauseilender Gehorsam. Wahrscheinlich will man es sich mit den Behörden lieber nicht verscherzen und hat Wikileaks deswegen vorsorglich entfernt. Eine genauere Erklärung, warum man Julian Assange & Co. herausgeworfen hat, blieb man den Aktivisten schuldig. Schon vor einigen Jahren haben Organisationen wie Amazon, PayPal, Visa, MasterCard oder die Bank of America die Zusammenarbeit nach den ersten größeren Enthüllungen aufgekündigt. Der in der Krypto-Community bekannte Anwalt Andreas M. Antonopoulos glaubt, dass sich die Geschichte momentan wiederholt. Was die Kreditkartenanbieter, Webhoster und Banken im Jahr 2010 getan haben, tut nun Coinbase. Damals wie heute trifft die Maßnahme die Enthüllungsplattform sehr hart. Weil viele nicht wollen, dass man den Weg ihrer Spenden nachvollziehen kann, ist der Einsatz von Kryptowährungen sehr wichtig.

Zeitlich gesehen passt dazu auch die Klage der Demokraten vor dem Bundesgericht der USA. Assange & Co. wird Wahlkampfmanipulation zu Gunsten von Donald Trump vorgeworfen. Die Klage unterstellt, dass russische Hacker in den Jahren 2015 und 2016 in das Netzwerk der Demokratischen Partei eingedrungen sind. Die dabei kopierten Daten waren sensibler Natur. Sie wurden später von Wikileaks veröffentlicht, um Hillary Clinton, Kandidatin der Demokraten, entscheidend zu schwächen.

Coinbase unter Beschuss: 115 Klagen wegen Betrug


Die Betreiber von Coinbase haben derzeit nicht nur mit dem Thema Insiderhandel zu kämpfen. US-Medien berichten von 115 Klagen ehemaliger Coinbase-Nutzer, die dem Unternehmen vorwerfen, sie um ihr Guthaben gebracht zu haben. Die beauftragten Anwälte haben deswegen bereits die Börsenaufsicht SEC und andere US-Behörden informiert. Anwender beschreiben in den Klagen ihre Probleme mit dem Anbieter, der den Inhalt ihrer Wallets einfach verschwinden ließ. Auf ihre Support-Anfrage wurden sie immer wieder vertröstet. Sieben Mal hintereinander hat man einem Kunden mitgeteilt, man kümmere sich um die Angelegenheit, passiert ist diesbezüglich aber noch nichts. Ein anderer Nutzer beklagt, man habe ihn absichtlich ausgesperrt hat, um ihn um sein Vermögen zu bringen. Ein Sprecher von Coinbase teilte dem Portal Mashable mit, die wachsende Popularität von Kryptowährungen führe zu einem erheblichen Mehraufwand bei der Bearbeitung der Anfragen ihrer 20 Millionen Kunden. Dementsprechend käme es leider auch zu ungewollten langfristigen Verzögerungen. Coinbase hat derweil eine Reihe neuer Produkte angekündigt. Kritiker raten dazu, dass man die Aufmerksamkeit besser für die Klärung und Lösung der wachsenden Probleme aufwenden sollte statt auf die Einführung neuer Dienstleistungen.

BTC-ECHO


Teilen

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse für den Versand des Newsletters gespeichert und verarbeitet wird. Weitere Hinweise
BTC-ACADEMY

Kryptowährungen einfach kaufen und verkaufen

Ein Bankkonto, Krypto-Wallets und Trading vereint

  • Einfach, sicher und zuverlässig
  • Kontoeröffnung in nur 5 Minuten
  • Nur 1% Handelsgebühr
  • Made in Germany