Krypto-Regulierung 

“Die Banken werden das nicht akzeptieren”: Jamie Dimon eskaliert Streit um Clarity Act

JPMorgan-Chef Jamie Dimon kritisiert Coinbase und warnt vor dem Scheitern des Clarity Act. Der Streit um Stablecoin Rewards belastet weiter die US-amerikanische Krypto-Regulierung.

Johannes Dexl
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Ein älterer Mann mit grauem Haar und Brille, Anzug und Krawatte, spricht nachdenklich. Der Hintergrund ist unscharf und suggeriert ein professionelles Ambiente – möglicherweise eine Veranstaltung oder Konferenz von JPMorgan.

Beitragsbild: picture alliance

| Seit 2006 ist Jamie Dimon CEO von JPMorgan

JPMorgan-Chef Jamie Dimon hat erneut scharfe Kritik an Coinbase-CEO Brian Armstrong und der geplanten US-Krypto-Gesetzgebung geübt. In einem Interview mit Fox Business warnte Dimon, der Digital Asset Market Clarity Act könne scheitern, falls die Bedenken traditioneller Banken bei der Stablecoin-Regulierung nicht berücksichtigt würden.

Auf die Frage, ob er mit der aktuellen Fassung des Gesetzentwurfs zufrieden sei, antwortete Dimon mit einem klaren “Nein”. Der Entwurf erlaube es Krypto-Unternehmen faktisch, Zinsen auf Einlagen oder Stablecoins zu zahlen, ohne denselben Schutz- und Aufsichtsregeln wie Banken zu unterliegen.

“Die Banken werden das so nicht akzeptieren”, sagte Dimon. Er sei zwar nicht grundsätzlich wegen Stablecoins besorgt. Sollte sich der Markt aber in diese Richtung entwickeln, werde er damit nichts zu tun haben. Am Ende werde es “explodieren”, warnte der JPMorgan-Chef.

Streit um Stablecoin Rewards

Der Konflikt spitzt sich zu, da der Clarity Act in Washington in eine entscheidende Phase geht. Das Gesetz soll festlegen, wie US-Behörden wie SEC und CFTC den Krypto-Markt künftig beaufsichtigen. Streitpunkte bleiben unter anderem Anforderungen an Stablecoin-Emittenten, Verbraucherschutz, Reserven und die Frage, ob Krypto-Unternehmen renditeträchtige Produkte anbieten dürfen, die klassischen Bankkonten ähneln.

Im Zentrum steht der Streit um sogenannte Stablecoin Rewards. Coinbase und Armstrong werfen der Bankenlobby vor, solche Programme politisch ausbremsen zu wollen. Aus Sicht der Krypto-Branche geht es dabei um einen Angriff auf neue Geschäftsmodelle, die mit hochverzinsten Konten konkurrieren könnten.

Bankenvertreter argumentieren dagegen, dass Anbieter bankähnlicher Produkte auch vergleichbaren Regeln unterliegen müssten.

Armstrong vs. Wall Street

Die Spannungen zwischen Armstrong und führenden Wall-Street-Managern ziehen sich schon seit Monaten. Bereits beim Weltwirtschaftsforum in Davos soll Dimon dem Coinbase-Chef gesagt haben: “You are full of s—.” Diese Aussage erneuerte er nun sogar beim Interview mit Fox Business.

Auch andere Bankenchefs zeigten sich wenig empfänglich für Armstrongs Argumente. Bank-of-America-CEO Brian Moynihan soll ihm entgegnet haben: “If you want to be a bank, just be a bank.” Wells-Fargo-Chef Charlie Scharf habe ein Gespräch vermieden, Citigroup-Chefin Jane Fraser soll sich nur kurz mit Armstrong ausgetauscht haben.

Damit wächst der Druck auf die Verhandler im Kongress. Der Clarity Act muss noch den Senat und das Repräsentantenhaus passieren und anschließend von Präsident Donald Trump unterzeichnet werden. Ob der Entwurf in seiner aktuellen Form mehrheitsfähig ist, hängt nun auch davon ab, ob sich Krypto-Branche und Bankenlager bei Stablecoins annähern. Geht es nach der BTC-ECHO-Redaktion, könnte der Clarity Act den Startschuss für einen Krypto-Bullenmarkt geben.

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