Das sagt die BTC-ECHO Redaktion 

CLARITY Act: Startschuss für den nächsten Krypto-Bullenmarkt?

Löst der CLARITY Act den nächsten Krypto-Bullenmarkt aus? Die BTC-ECHO-Redaktion erklärt, warum das US-Gesetz für den Markt so wichtig ist.

Moritz Draht
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Eine Statue von Präsident Donald Trump, der einen Bitcoin in der Hand hält

Beitragsbild: picture alliance

| Bekommt Trump den Clarity Act noch durch?

Der US-Krypto-Markt steht womöglich vor seiner bislang wichtigsten regulatorischen Weichenstellung. Mit dem sogenannten CLARITY Act wollen US-Gesetzgeber klare Regeln für digitale Vermögenswerte schaffen und den jahrelangen Streit zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Krypto-Industrie schlichten.

Bislang herrscht in den USA ein regulatorischer Flickenteppich. Ob Kryptowährungen als Wertpapiere oder Commodities eingestuft werden, ist seit jeher die Gretchenfrage. Der CLARITY Act soll diese endgültig klären und die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC klar ordnen.

Die Hoffnung am Markt: Mehr Rechtssicherheit – mehr institutionelles Kapital. Und damit vielleicht der nächste große Krypto-Zyklus. Wie stehen die Chancen? Das sagt die BTC-ECHO-Redaktion.

“Die Hoffnung auf einen neuen Bullenmarkt bleibt bestehen”

Senior Editor Dominic Döllel sieht durchaus Potenzial für eine heiße Phase am Krypto-Markt. “Die EZB passt die Leitzinsen an – und die globalen Finanzmärkte spielen verrückt. Eben nicht. Die Finanzmärkte interessiert es nicht, was Christine Lagarde entscheidet oder an der Frankfurter Börse passiert. Wichtig sind: die Fed, die Wall Street und der US-Dollar. Die USA dominieren die Finanzmärkte und damit auch den Krypto-Sektor. Was in Übersee passiert, hat Gewicht.

Deshalb wiegt der Clarity Act auch so schwer: Ein erfolgreicher Abschluss würde der Branche endlich – gemäß dem Namen – Klarheit verschaffen. Dadurch wird die nächste Phase der institutionellen Adoption eingeleitet. Bitcoin und Co. können davon profitieren, wie schon nach dem Start der ETFs im Jahr 2024. Die Hoffnung auf einen neuen Bullenmarkt bleibt bestehen.”

“Die Auswirkungen wären größer als alles, was MiCA bewegt hat”

“Die Bedeutung des Clarity Acts für den Krypto-Sektor ist enorm”, sagt auch BTC-ECHO Chefredakteur Sven Wagenknecht. “Wer heute als Krypto-Unternehmer oder Finanzintermediär operiert, bewegt sich in einem rechtlichen Niemandsland. Man hofft schlicht, nicht ins Visier der SEC zu geraten, nicht weil man etwas falsch macht, sondern weil niemand verbindlich definiert hat, was überhaupt falsch ist. Fehlende Rechtssicherheit hemmt Investitionen und bremst Innovation aus.

Solange nicht einmal geklärt ist, ob die SEC oder die CFTC für Kryptowährungen zuständig ist, fehlt der gesamten Industrie das Fundament, das sie braucht. Der Clarity Act würde dieses Fundament legen, und seine Auswirkungen auf den globalen Krypto-Markt wären weitaus größer als alles, was MiCA in Europa bisher bewegt hat. Die USA geben im Finanz- und Kryptosektor den Takt vor, die EU folgt.”

“Die endgültige Verabschiedung bleibt ein politischer Kraftakt”

Marktexperte Stefan Lübeck mahnt derweil zur Vorsicht. Bis zur endgültigen Verabschiedung sei es noch ein weiter Weg: “Zwar hat der Clarity Act zuletzt die nächste Hürde im Bankenausschuss des Senats genommen, es bestehen jedoch noch weitere Herausforderungen auf dem Weg zu einer finalen Gesetzgebung. Der aktuelle Gesetzesentwurf zur Krypto-Regulierung muss nun mit der Version des Senatsausschusses für Landwirtschaft zusammengeführt werden, wobei neue Kompromisse weiteren Widerstand auslösen könnten.

Selbst bei einer Zustimmung im Senat müssten Senat und Repräsentantenhaus zeitnah eine gemeinsame Gesetzesversion verabschieden, bevor die politische Aufmerksamkeit im August durch die Midterm-Wahlkämpfe gebunden wird und eine weitere Verzögerung droht. Auch wenn es diesen Sommer zu einer Verabschiedung durch beide Kammern kommt, haben die SEC und die CFTC weitere 360 Tage Zeit, um die konkreten Regulierungsregeln für das Gesetz auszuarbeiten, weshalb die Einführung frühestens im Sommer 2027 in Kraft treten würde.”

Euphorie lieber dämpfen?

Trotz der positiven Marktreaktionen ist bislang offen, ob der CLARITY Act tatsächlich in seiner aktuellen Form verabschiedet wird. Der Gesetzgebungsprozess in den USA gilt als komplex und politisch umkämpft.

Hinzu kommt, dass regulatorische Klarheit allein nicht automatisch steigende Kurse garantiert. Entscheidend bleiben weiterhin die globale Liquiditätslage, die Zinspolitik der US-Notenbank und die Entwicklung institutioneller Kapitalströme.

Kurzfristig könnte der Markt deshalb auch mit einem klassischen “Sell-the-News”-Effekt reagieren. Langfristig dürfte jedoch vor allem die Signalwirkung entscheidend sein: Die USA würden Kryptowährungen erstmals umfassend in ihr Finanzsystem integrieren.

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