Wie intelligente Stromnetze durch IOTA noch intelligenter werden

Timo Dziggel

von Timo Dziggel

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Timo Dziggel

Timo Dziggel studiert im Master Komplexes Entscheiden an der Uni Bremen. Darin beackert er das Spannungsfeld aus Philosophie, Ökonomie, Politik- und Rechtswissenschaft. Aus diesen Perspektiven nähert er sich auch den Themen Krypto und Blockchain. Besonders interessiert er sich für das Potential der Blockchain-Technologie, das Problem der Machtkonzentration in der Plattformökonomie zu lösen.

Quelle: Shutterstock.com

Die niederländische Firma ElaadNL veröffentlichte einen Proof of Concept für ein autonomes intelligentes Stromnetz. Dieses basiert auf IOTAs Tangle und balanciert vollautonom den Strombedarf aller ans Netz angeschlossenen Geräte aus.

Smart Grids – sprich: intelligente Stromnetze – sind der letzte Schrei im Energiesektor. Mithilfe großer Datenmengen stimmen sie die Erzeugung, Speicherung und den Verbrauch von Strom optimal aufeinander ab. Üblicherweise gleicht eine zentrale Steuerungseinheit die Leistungsschwankungen im Stromnetz aus. Das Tech-Unternehmen ElaadNL hat nun einen Meilenstein auf dem Weg zum Stromnetz der Zukunft markiert. Die Holländer präsentierten einen Proof of Concept für ein autonomes Smart Grid, welches ohne zentrale Steuerung auskommt.

Stattdessen läuft ihr Smart Grid vollkommen autonom, wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom Donnerstag, dem 14. Februar, hervorgeht. Möglich macht das die Distributed-Ledger-Technologie von IOTA. Anhand zuvor festgelegter Entscheidungskriterien entscheiden die ans Netz angeschlossenen Geräte selbstständig, ob sie helfen wollen, Leistungsengpässe auszugleichen oder nicht. Sollten sie sich zur Mithilfe entscheiden, d. h. ihren Strombedarf reduzieren oder abseits der Stoßzeiten befriedigen, erhalten sie dafür eine Belohnung in Form von IOTA-Token. Dieser Anreiz soll helfen, Engpässe zu überbrücken. Die verdienten Token können die Geräte schließlich zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Energie investieren.

Die Vision vom M2M-Ökosystem

Eine Koalition holländischer Netzbetreiber rief einst die E-laad Foundation mit dem Ziel ins Leben, die Marktreife der Elektromobilität voranzutreiben. Mittlerweile betreibt diese nach eigener Aussage über 3.000 öffentliche Ladestationen. 2014 keimte die Idee, die Elektromobilität auf ein neues Level zu hieven. Von der Stiftung spaltete sich das Unternehmen ElaadNL ab. Seitdem erforscht man dort die Möglichkeiten eines vollautonomen, auf Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation (M2M) beruhenden Stromnetzes. Erste Praxistests mit Ladestationen, an denen man mit IOTA zahlen konnte, führte man im April letzten Jahres durch.


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Und nun der Durchbruch: Erstmals präsentierte die in Arnheim ansässige Firma ihre Innovation auf dem holländischen IOTA Meetup im Januar. Auf YouTube gibt sich Jan-Peter Doomernik von Kooperationspartner Enexis geradezu euphorisch:

Was wir heute gesehen haben, ist im Grunde genommen ein Blueprint und ein funktionsfähiger Proof of Concept eines Machine-to-Machine-Ökosystems. Wenn Gartner [IT-Beratung, Anm. d. Red.] also über die Zukunft der Blockchain spricht, spricht man von einer programmierbaren Maschinenwirtschaft. Als Gartner darüber schrieb, war es eine Vision. Heute haben wir eine Live-Demonstration gesehen.

Konkurrenz um das Stromnetz der Zukunft

Ungeachtet des Pathos ist klar: Auch die Konkurrenz schläft nicht. Der Wettbewerb um das Stromnetz der Zukunft ist in vollem Gange. Das sächsische Start-up Share & Charge etwa verfolgt eine ähnliche Vision wie ElaadNL, vertraut aber im Gegensatz zu den Holländern auf die Ethereum-Blockchain. Auch in Südkorea sind die Ambitionen groß, die Energiebranche zu revolutionieren.

Indes stehen die Entwickler intelligenter Stromnetze allesamt im Wettbewerb mit den ganz Großen. Sowohl Siemens als auch Microsoft entwickeln ihre je eigene Smart-Grid-Lösung. Die beiden IT-Giganten scheinen allerdings auf den Einsatz von Blockchain- oder Tangle-Technologie zu verzichten.


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