Watch my Block: Verge
Verge, Watch my Block: Verge

Quelle: Verge Cryptocurrency icon. Vector illustration. via Shutterstock

Watch my Block: Verge

Verge (XVG) steht heute im Mittelpunkt bei Watch my Block. Der vermeintliche Privacy Coin ist umstritten in der Krypto-Community. Doch bevor wir uns dem FUD und Drama zuwenden, schauen wir uns erst einmal die Technologie unter Verge’s Haube an.
Besonderheiten

Besonderheiten

Laut den Entwicklern ist Verge eine der innovativsten privatsphäre-orientierten Kryptowährungen. Mit dem Wraith-Protokoll, welches Anfang 2018 ausgerollt wurde, sollen Nutzer die Möglichkeit haben, ihre Transaktion optional vor den neugierigen Augen Dritter zu schützen. Dafür sorgen in Verge zwei Mechanismen: Stealth-Adressen und TOR-Routing.

Stealth-Adressen

Wer sich erinnert: Diese Technologie kommt auch in Monero (XMR) zum Einsatz (Watch my Block: Monero). Eine Stealth-Adresse ist ein einmalig generierter Public Key, welcher für eine einzige Transaktion verwendet wird. Stealth-Adressen generieren sich aus drei Komponenten: dem Public View Key, dem Public Spend Key und zufälligen Daten. Lediglich der Empfänger einer Transaktion kann diese für sich auf der Blockchain identifizieren und später selbst ausgeben.

TOR-Integration

Die zweite Besonderheit von Verge ist die Integration mit TOR (The Onion Router). Mit dem TOR-Netzwerk können die IP-Adressen der Sender obfuskiert (also verschleiert) werden. Seit dem Update des Wraith-Protokolls werden alle Verge-Nodes über das TOR-Netzwerk gehostet. Damit ist die Herkunft einer Transaktion nicht mehr zu erkennen.

Schwächen

Stealth-Adressen sind nicht genug

Watch my Block: Verge

Stealth-Adressen alleine reichen nicht aus, um die Transaktionen auf der Blockchain zu anonymisieren. Sie schützen den Empfänger, allerdings nicht den Sender. Wenn die Transaktion von einer öffentlichen Adresse geschickt wird, ist dies auf der Blockchain einsehbar. Im Verge Blockchain Explorer kann man Transaktionen von öffentlichen Adressen auf Stealth-Adressen finden. Es lässt sich das Guthaben der Senderadresse sowie ein- und ausgehende Transaktionen beobachten. Mit Anonymität hat das nicht viel zu tun.

Öffentliche Transaktionsbeträge

Bei einer Verge-Transaktion ist außerdem immer der Betrag sichtbar. Das ermöglicht einen zusätzlichen Angriffsvektor, nämlich wenn außergewöhnlich spezifische Beträge gesendet werden.

Optional Privacy

Eine weitere Schwäche, die leider viele Privacy Coins aufweisen, und die von Verge sogar als Stärke interpretiert wird, ist die optionale Privatsphäre. Man möchte manche Transaktionen öffentlich machen – beispielsweise eine Spendenorganisation, die den Spendern versichern möchte, dass keine Gelder veruntreut werden. Das Nutzen von Stealth-Adressen in Verge ist Opt-In, nicht Opt-Out. Das bedeutet, dass Anonymität nicht Standard ist. Leute werden die Anonymität wahrscheinlich nur nutzen, wenn sie diese tatsächlich brauchen. Für eine wirkliche Anonymität in ganzen System wäre es daher besser, wenn alle Transaktionen mit Stealth-Adressen durchgeführt würden. Möchte jemand seine Wallet oder eine Transaktion veröffentlichen, gibt es dafür einen expliziten View Key.

Mit Hilfe von Software zur Blockchain-Analyse ist es möglich, weitreichende Schlüsse über Verbindungen zwischen Wallets ziehen. Die Know-Your-Customer-Richtlinien an Exchanges wiederum sorgen für eine Verbindung zwischen realen Identitäten und den Pseudonymen einer Blockchain.

Aktueller Stand der Technik (Development)

Das langersehnte Wraith-Protokoll wurde mit etwas Verspätung Anfang 2018 veröffentlicht. Es ermöglicht Stealth-Adressen und macht die TOR-Integration zum Standard. Allerdings ist die Technologie von Verge nichts Neues. Aus dem GitHub kann man ablesen, dass es sich bei den Stealth-Adressen um Code des ShadowCoin Projekt von 2014 handelt. Ob dies positiv ist, weil die Technologie in gewisser Weise getestet ist, oder einen komischen Beigeschmack hat, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Stealth-Adressen sind ebenfalls keine einzigartige Innovation. Schon Anfang 2014 schlug Entwickler Peter Todd Stealth-Adressen für Bitcoin vor, was allerdings aufgrund der größeren Transaktionen erstmal abgelehnt wurde. Monero nutzt Stealth-Adressen ebenfalls seit 2014, allerdings in Kombination mit weiteren Mechanismen, um auch den Sender und den Betrag zu verschlüsseln.

Zur Vollständigkeit soll hier auch kurz das ‚Pump and Dump‘-Drama erwähnt werden. Ende 2017 twitterte John McAfee über die Bedeutung von anonymen Kryptowährungen. Dabei nannte er Monero, Zcash und eben Verge, wobei er anmerkte, dass Verge aufgrund der relativ geringen Marktkapitalisierung besonders interessant sei. Der Preis verzehnfachte sich hierauf. Der Konflikt spitzte sich zu, als McAfee angeblich das Verge-Projekt erpressen wollte. Verge wurde von vielen Persönlichkeiten auf Twitter als ‚Scam Coin‘ bezeichnet und hat sich bis heute nicht von dem Rufschaden erholen können. Hier findet ihr mehr über die Story.

Blick in die Zukunft

Auf der Verge-Roadmap stehen für das erste Quartal 2018 sowohl technische als auch organisatorische Neuerungen an. Auf der technischen Seite soll eine I2P-Android-Wallet sowie eine Integration mit Rootstock (RSK) Smart Contracts veröffentlicht werden. Auf der organisatorischen Seite ist ein Mining-Update geplant (das den Entwicklern 2 % Block Rewards als Budget zur Verfügung stellt), ein Online Merchandise Store und eine neudesignte Website.

Ob der Tech von Verge auch in Zukunft die Bedürfnisse der Nutzer befriedigen kann, wird sich zeigen.

Zusammenfassung

Verge spuckt große Töne, wenn es um ihre Technologie und deren Möglichkeiten geht. Allerdings ist der Code aus einem anderen Projekt kopiert und auch nichts, was die Kryptowelt noch nie gesehen hätte. Die Privatsphäre ist nicht automatisch geschützt. Nutzer müssen beispielsweise darauf achten, ausschließlich mit Stealth-Adressen zu arbeiten. Teile der Blockchain sind öffentlich und so lassen sich Rückschlüsse auf Geldströme über Blockchain Analyse ziehen. Wer sein Kontoguthaben und Geldströme privat halten möchte, sollte sich wahrscheinlich besser nach etwas anderem umsehen.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Watch my Block: Verge

Bereit für den nächsten Karrieresprung?

Sichere dir deinen Vorsprung durch Wissen und werde zum Blockchain & Krypto Experten

z.B. "Blockchain Basics Kurs"

Inklusive personalisiertes Teilnahmezertifikat
Zum Online Kurs

Ähnliche Artikel

Verge, Watch my Block: Verge
Liquid.com sagt Initial Exchange Offering für Gram ab
Altcoins

Der Rechtsstreit zwischen dem Messaging-Anbieter Telegram und der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) dauert an – ein Start des Telegram Open Network ist noch immer nicht in Sicht. Die japanische Bitcoin-Börse Liquid.com hat nun den Token Sale für die geplante Telegram-Kryptowährung Gram abgesagt.

Verge, Watch my Block: Verge
Venezuela: Maduro hält an staatlicher Kryptowährung Petro fest
Altcoins

In Mitten von politischen Unruhen, drastischen Sanktionen und einer maroden Wirtschaft setzt Venezuelas Präsident weiter auf seine staatliche Kryptowährung. Dass ausgerechnet der kaum akzeptierte Petro den erhofften Befreiungsschlag bringt, bleibt weiterhin fraglich. Vielmehr sieht es danach aus, dass die Bürger des krisengebeuteten Staates lieber Bitcoin & Co. ihr Vertrauen schenken.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Verge, Watch my Block: Verge
NBA-Team vertickt Trikot-Token
Blockchain

Die Blockchain-Technologie erreicht zunehmend Bereiche des Profisports. So auch beim NBA-Team Sacramento Kings. Über eine blockchainbasierte App können Sportbegeisterte künftig die getragenen Artikel ihrer Stars ergattern.

Verge, Watch my Block: Verge
Kanada gibt neue Krypto-Richtlinien heraus
Regulierung

Die kanadische Wertpapieraufsicht hat neue Richtlinien für die Regulierung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen herausgegeben. Sie soll den Umgang mit digitalen Assets in rechtlich gesicherte Sphären bringen.

Verge, Watch my Block: Verge
US-Börsenaufsicht warnt vor IEOs
Regulierung

Die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) warnt US-amerikanische Investoren bei Inital Exchange Offerings (IEO) zur Vorsicht.

Verge, Watch my Block: Verge
Bitcoin im Schatten der Altcoin-Rallye
Kursanalyse

Die jüngste Altcoin-Rallye führte zu einem Sinken der Bitcoin-Dominanz. Dennoch gibt es auch über Bitcoin Positives zu sagen, ist doch ein seit Sommer 2019 verfolgter Abwärtskanal durchbrochen worden. Schließlich kann auch der Ether-Kurs endlich wieder positive Entwicklungen vorweisen.

Angesagt

In diesem Tweet sind 2 Bitcoin versteckt
Szene

Phemex, eine Bitcoin-Trading-Plattform von ehemaligen Morgan-Stanley-Mitarbeitern verschenkt zwei Bitcoin-Einheiten, eingebettet in einen Tweet.

Ripple, Ethereum und Iota – Altcoins im Bullenmodus
Kursanalyse

Auch in der dritten Januarwoche können die drei Altcoins Ethereum (ETH), Ripple (XRP) und Iota (MIOTA) weiter überzeugen. Die angesprochene Entlastungsrallye setzt sich fort und könnte sich bei weiter anziehenden Kursen in den kommenden Wochen in eine Altcoin-Rallye verwandeln.

SIX Swiss Exchange sieht große Zukunft für Krypto-Assets
Unternehmen

Die größte Schweizer Börse sieht für das Trading mit Krypto-Assets eine große Zukunft bevorstehen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der SIX Swiss Exchange hervor.

10 Wege, wie sich Banken der Blockchain-Technologie nähern können
Kommentar

Dass die Blockchain-Technologie und mit ihr die Token-Ökonomie den Finanzsektor verändern werden, ist beschlossene Sache. Angesichts dieser Erkenntnis ist die Zurückhaltung vieler Banken besorgniserregend. Welche Maßnahmen Banken treffen können, um nicht den Anschluss zu verlieren.