Eigentlich gelten die Bitcoin Spot ETFs als unverwüstlich, doch in dieser Handelswoche mussten die BTC-Indexfonds von BlackRock, Fidelity und Co. einige Federn lassen. Binnen vier Tagen verloren sie zusammengerechnet 463 Millionen US-Dollar, was den ersten stärkeren Rücksetzer seit Mitte August bedeutet. Ganz anders das Bild bei der Konkurrenz: Die XRP Spot ETFs durften kontinuierliche Nettozuflüsse begrüßen und kamen im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 19 Millionen US-Dollar. Deutet sich nun womöglich eine nachhaltige Entkopplung an der Wall Street an?
Im Zuge der Krypto-Konsolidierung erlitten die beiden zugrundeliegenden Assets gleichermaßen Rücksetzer: Gegenüber der Vorwoche korrigierte der Bitcoin-Kurs um 2,9 Prozent auf 77.300 US-Dollar und der XRP-Kurs um 2,6 Prozent auf 1,36 US-Dollar. Umso erstaunlicher ist die Divergenz bei den börsengehandelten Indexfonds. In einem X-Post erklärt Krypto-Analyst SMQKE, dass der Ripple-Coin über die notwendigen Eigenschaften verfüge, um sich jetzt von Bitcoin abzukoppeln, und verwies dabei auf Daten des Vermögensverwalters WisdomTree.
Bitcoin und XRP korrelieren immer weniger
Der monatliche Krypto-Bericht von WisdomTree beziffere die Korrelation von XRP zu Bitcoin auf lediglich 0,35, was deutlich unter der Korrelation von Bitcoin zur zweitgrößten Kryptowährung Ethereum liege, die 0,71 betrage. Daraus leitet der Analyst ab, dass es langfristig durchaus möglich sei, dass XRP ein “Flippening” erreichen und an der Krypto-Leitwährung vorbeiziehen könnte. Ähnlich bullish hatte sich jüngst der ehemalige Ripple-Technikchef David Schwartz geäußert.
Seiner Einschätzung zufolge müsste Bitcoin dafür nicht einmal an Wert verlieren. XRP könnte die Lücke auch dadurch schließen, das der Token langfristig schlicht schneller wächst als die derzeitige Kryptowährung Nr. 1. Was Anleger aber nicht unterschätzen sollten: Bitcoin kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,55 Billionen US-Dollar, wohingegen der Ripple-Coin mit nur 86 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Bei einem unveränderten Bitcoin-Marktwert müsste der XRP-Kurs daher auf etwa 24,50 US-Dollar steigen, sofern sich das zirkulierende Angebot nicht weiter erhöht. Dieses Szenario kann zwar nicht ganz ausgeschlossen werden, aber dürfte doch als eher unwahrscheinlich gelten.
