Blockstream hat eine geforderte Belohnung in Höhe von zehn Prozent für die Rückgabe gestohlener Bitcoin nach dem Sicherheitsvorfall beim Liquid Network entschieden zurückgewiesen. Am 6. September wurden schätzungsweise 4.000 Bitcoin im Wert von derzeit 308 Millionen US-Dollar aus der Federation-Wallet der Bitcoin-Sidechain entzogen. Die mutmaßlichen Angreifer überwiesen daraufhin zwar 3.400 BTC zurück, behielten jedoch rund 598 Coins für sich und verlangten diese als Belohnung für ihr Vorgehen.
In einer offiziellen Stellungnahme auf X stellte das Unternehmen klar, dass grundätzlich kein Lösegeld gezahlt werde. Unbefugte Entnahme sowie das Zurückhalten von Werten seien ein Verbrechen und keine “verantwortungsvolle Offenlegung”. Blockstream wolle keinen Präzedenzfall schaffen, bei dem Open-Source-Entwickler zur Kasse gebeten werden. “Bitcoin ist hartes Geld und kann nicht ohne Kosten geprägt werden; Bitcoin kürzt nicht die Mittel der Nutzer, um ein Lösegeld zu zahlen”, betonte das Team.
Ermittlungen nach dem Hack nehmen Fahrt auf
Sollten die verbleibenden Bitcoin nicht kooperativ zurückgegeben werden, kündigte Blockstream die Ausschöpfung aller rechtlichen Mittel an. Hierbei arbeitet das Unternehmen mit Strafverfolgungsbehörden, Krypto-Börsen und nicht zuletzt auch Forensik-Spezialisten zusammen, um die Gelder nachzuverfolgen und die Verantwortlichen zu identifizieren. Die Transparenz der Blockchain könnte ein wichtiger Vorteil werden: “Transaktionen verschwinden nicht, und das gilt auch für die Beweise, die sie hinterlassen.
Samson Mow, ehemaliger CSO von Blockstream, wies darauf hin, dass die Angreifer möglicherweise die Konsequenzen unterschätzen und durch die Kommunikation sowie ihre öffentlichen Forderungen unvorsichtigerweise Spuren hinterlassen haben. Unterdessen hat das Liquid Network den Betrieb schrittweise wieder aufgenommen. Die Blockproduktion läuft wieder, obwohl peg-outs vorerst deaktiviert bleiben, bis interne sowie KI-gestützte Code-Scans vollständig abgeschlossen sind.
Warum der Blockstream-Chef immer wieder als möglicher Bitcoin-Erfinder genannt wird, lest ihr in diesem Beitrag: “Rätsel um Bitcoin: Führt die Spur zu Adam Back?“
