Der frühere Ripple-CTO David Schwartz hält es für möglich, dass XRP eines Tages Bitcoin bei der Marktkapitalisierung überholt. In einer aktuellen X-Spaces-Diskussion wurde er direkt auf ein mögliches “Flippening” angesprochen und antwortete mit einem klaren “Ja”. Von einem baldigen Machtwechsel spricht Schwartz allerdings nicht, vielmehr beschreibt er ein Szenario, in dem der gesamte Krypto-Markt weiter wächst.
Nach seiner Einschätzung müsste Bitcoin dafür auch nicht an Wert verlieren. XRP könnte die Lücke schließen, wenn der Token langfristig schlicht schneller wächst als die größte Kryptowährung. Schwartz verweist dabei auf die technischen Eigenschaften des XRP Ledgers, das von Beginn an für schnelle Transaktionen als reine Wertübertragungen entwickelt wurde.
XRP müsste eine enorme Lücke zu Bitcoin schließen
Wie groß der Abstand aktuell noch ist, zeigt ein Blick auf die Marktkapitalisierung: Bitcoin kommt derzeit auf rund 1,54 Billionen US-Dollar, während der Ripple-Coin mit etwa 84,18 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Damit ist Bitcoin ungefähr 18-mal größer, weshalb ein mögliches Flippening selbst bei starkem Wachstum von XRP noch in weiter Ferne läge.
Bei einem unveränderten Bitcoin-Marktwert müsste XRP rechnerisch auf etwa 24,50 US-Dollar steigen, sofern sich das Umlaufangebot bei rund 62,7 Milliarden Token bewegt. Steigt auch Bitcoin weiter, würde sich diese Marke entsprechend nach oben verschieben. Allein deshalb ist die Aussage von Schwartz weniger als konkrete Kursprognose zu verstehen, sondern vielmehr als langfristiges Szenario.
Ganz neu wäre eine deutliche Verschiebung der Kräfteverhältnisse nicht. Ende 2017 und Anfang 2018 stieg XRP zeitweise zur zweitgrößten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung auf und konnte Ethereum vorübergehend hinter sich lassen. An Bitcoin kam der Token damals zwar nicht vorbei, der Abstand war während der damaligen Rallye allerdings deutlich kleiner als heute.
Schwartz selbst stellt keinen festen Zeitraum für ein mögliches Flippening auf. Damit XRP Bitcoin tatsächlich überholt, müsste ohnehin nicht nur der Kurs massiv steigen, sondern die Nachfrage über Jahre deutlich schneller wachsen als beim Marktführer.
