Nasdaq vertieft die Verbindung zur Krypto-Branche und investiert über die Risikokapitalsparte 100 Millionen US-Dollar in Payward, die Muttergesellschaft der Krypto-Börse Kraken. Mit der Investition wird Payward laut Bloomberg mit 21 Milliarden US-Dollar bewertet und profitiert von einer Partnerschaft, die beide Unternehmen bereits im März angekündigt hatten.
Dabei geht es vor allem um den Handel mit tokenisierten Aktien, die über Kraken vertrieben werden sollen. Anleger sollen dadurch Nasdaq-gelistete Aktien in digitaler Form halten können, ohne auf Stimmrechte zu verzichten. Nasdaq selbst verfolgt mit dem Projekt das Ziel, seine bestehende Marktinfrastruktur mit Onchain-Märkten zu verbinden und den Handel langfristig flexibler zu machen.
Krypto rückt näher an die Wall Street
Gemeinsam mit Payward arbeitet der Börsenbetreiber an Nasdaq Equity Tokens, kurz NETs, die regulierte Aktien in tokenisierter Form abbilden sollen.
Der große Vorteil solcher Produkte liegt in der Handelbarkeit außerhalb klassischer Börsenzeiten. Tokenisierte Aktien können technisch rund um die Uhr übertragen und in Blockchain-Anwendungen eingebunden werden, wodurch sich der bislang klar getrennte Handel an Börsen und Onchain-Märkten stärker annähern könnte. Payward bringt über Kraken und xStocks bereits entsprechende Infrastruktur mit.
Nasdaq ist damit nicht allein, denn auch andere große Marktbetreiber arbeiten an Lösungen für blockchainbasierte Wertpapiere. Für Kraken eröffnet die Partnerschaft die Chance, sich weit über den klassischen Krypto-Handel hinaus als Infrastrukturpartner der traditionellen Finanzwelt zu positionieren. Bis daraus ein breiter Markt entsteht, dürfte es dennoch dauern. Nasdaq erwartet, dass erste Teile des eigenen Tokenisierungsprogramms ab der ersten Jahreshälfte 2027 verfügbar werden.

