Die Geschichte der Stablecoins ist inzwischen eine echte Erfolgsgeschichte, die weit über die Grenzen des Krypto-Marktes hinausgeht. Bei dem Zahlungsriesen Visa laufen bereits mehr als 160 Stablecoin-Kartenprogramme zusammen und deren Zahlungsvolumen ist innerhalb eines Jahres um 200 Prozent gestiegen. Jetzt will das Unternehmen auch die Finanzierung hinter den Karten teilweise auf die Blockchain verlagern und verbindet dafür erstmals eigene Abwicklungsdaten aus VisaNet mit Onchain-Kreditmärkten. Stablecoin-Anbieter sollen so automatisch an das Kapital kommen, das sie für die Abwicklung ihrer Kartenzahlungen benötigen.
Aktuell haben schnell wachsende Fintechs noch das Problem, große Mengen an laufendem Betriebskapital vorrätig zu haben, um ihre täglichen Verpflichtungen gegenüber Visa zu begleichen, bevor das entsprechende Geld von ihren Kunden vollständig eingegangen ist. Durch die Zusammenarbeit mit dem Onchain-Kreditanbieter Credit Coop will Visa dem nun entgegentreten und den Unternehmen mehr finanziellen Spielraum ermöglichen.
Milliarden fließen bereits über die Blockchain
Über die Phase eines kleinen Pilotprojekts ist das Vorhaben dabei längst hinaus. Seit 2023 wurden über die Infrastruktur von Credit Coop bereits mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar an Abwicklungsvolumen finanziert. Mehr als 3.000 Kreditaufnahmen und 9.000 Rückzahlungen liefen bereits über die Blockchain, ohne dass es bislang einen Zahlungsausfall gab.
Dass Visa das Modell nun weiter ausbauen will, dürfte auch am schnellen Wachstum des Stablecoin-Geschäfts liegen. Das annualisierte Stablecoin-Abwicklungsvolumen des Konzerns hat inzwischen 20 Milliarden US-Dollar überschritten und liegt damit mehr als 15-mal so hoch wie vor einem Jahr. Außerdem wurden seit 2020 weltweit bereits Stablecoin-Kredite im Wert von fast 700 Milliarden US-Dollar über Onchain-Protokolle abgewickelt.

