Payward, die Muttergesellschaft der US-amerikanischen Krypto-Börse Kraken, verschiebt ihren Börsengang. Das Unternehmen plant den IPO laut Insiderberichten nun offenbar erst für das zweite Quartal 2027. Bereits im März legte die Gesellschaft ihre Multimilliarden-Dollar-Pläne vorübergehend auf Eis, weil die schwierigen Marktbedingungen auch Handelsvolumina und Bewertungen im gesamten Krypto-Sektor belasteten.
Obwohl die Krypto-Branche nach den erfolgreichen Börsendebüts von Circle und Bullish 2025 eine Welle von neuen Notierungen erwartete, dämpft der Bärenmarkt die Nachfrage erheblich. Andere Krypto-Vorreiter wie Grayscale, Consensys und Ledger schoben ihre Börsenpläne ebenfalls auf. Ursprünglich reichte Payward im November 2025 den S-1-Registrierungsentwurf bei der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) ein, kurz nachdem man 800 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar unter Beteiligung von Citadel Securities einsammelte.
Krypto-Börse Kraken mit starken operativen Zahlen
Unabhängig von der IPO-Verzögerung baut Payward sein Geschäft jenseits des Krypto-Handels nach Angaben von Coindesk weiter aus. Durch Übernahmen und Produktstarts erweiterte die Firma ihr Angebot um Derivate und tokenisierte Aktien, aber auch Zahlungsinfrastrukturen. Operativ verzeichnete das Unternehmen im zweiten Quartal einen bereinigten Umsatz von 508 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 17 Prozent entspricht. Die Zahl der Konten stieg um 42 Prozent auf 6,6 Millionen.
Erst kürzlich erweiterte Kraken außerdem das Angebot für europäische Kunden um den Handel mit US-Aktien. Berechtigte Nutzer handeln über die europäische Gesellschaft Payward Europe Digital Solutions auf Basis der MiFID-II-Zulassung mehr als 7.000 US-Aktien, über 600 Krypto-Assets und mehr als 700 tokenisierte xStocks. Kraken will dadurch klassische Wertpapiere und deren tokenisierte Varianten enger zusammenführen.

