Ein neues Arbeitsdokument der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gibt sich überraschend Krypto-freundlich. Im “BIS Working Paper No. 1374” untersucht die Notenbank der Notenbanken den praktischen Einsatz des XRP Ledgers (XRPL), um offizielle Wirtschafts- und Finanzstatistiken fälschungssicher abzusichern. Die Forscher verankerten aber lediglich kryptografische Fingerabdrücke der Datensätze auf der Blockchain und kein sensibles Material.
Ihr primäres Ziel ist die Schließung einer Sicherheitslücke des SDMX-Standards, der global von Finanzinstitutionen zum Austausch makroökonomischer Daten verwendet wird. SDMX besitzt bislang keine native kryptografische Methode, um die Datenintegrität nach einer Weiterverteilung zu überprüfen.
Mithilfe von SHA3-512-Hashes bündelten die Wissenschaftler nun mehrere Datensätze in einem Merkle-Baum und verankerten den daraus resultierenden Root-Wert auf der XRPL-Blockchain. Über signierte Verifiable Credentials lässt sich die Authentizität der Daten anschließend mit einer einzigen Abfrage zweifelsfrei bestätigen.
Kein Rückenwind für den XRP-Kurs
Auf den XRP Ledger fiel die Wahl vor allem aufgrund der technischen Parameter. Niedrige Transaktionsgebühren, eine schnelle Konsensfindung sowie die breite Verfügbarkeit von Entwicklerressourcen gaben laut BIZ den Ausschlag. Während der Testläufe erreichte das System eine mediane Publikationszeit von 3 bis 5 Sekunden und eine Verifizierungszeit von nur 1 bis 2 Sekunden.
Anlegerhoffnungen auf einen direkten Nachfrageimpuls für den Ripple-Coin (XRP) erfüllt die Studie allerdings nicht. Jede Verankerungstransaktion erforderte im Testaufbau nur einen Minimalbetrag von 10 Drops (0,00001 XRP), um die rein technischen Validierungsregeln des Netzwerks zu bedienen. Der Token fungierte daher ausschließlich als notwendiges Gebühreninstrument und nicht als gehandelter Vermögenswert oder Recheneinheit. Das bestätigt eines der größten XRP-Probleme dieser Tage: “Warum Ripple einen Token immer weniger braucht“.

