Nach einer kurzen Verschnaufpause geht die Krypto-Rallye weiter – zumindest vorerst. Bitcoin ist um mehr als vier Prozent auf 80.500 US-Dollar geklettert. Auch Ethereum und Co. folgen der Bewegung gen Norden. Deutlicher Ausreißer ist XRP: Der Ripple Coin ist in den letzten 24 Stunden um rund zehn Prozent gestiegen.
Aufgrund des starken Wachstums sind die Liquidierungen von Short-Positionen in kurzer Zeit deutlich gestiegen. Laut Daten von CoinMarketCap kam es auf Tagessicht zu Liquidierungen in Höhe von 335 Millionen US-Dollar.
Fed-Kurs beflügelt Bitcoin und Co.
Auslöser der plötzlichen Rallye war eine veränderte Einschätzung der Marktteilnehmer zu den bevorstehenden Zinsentscheidungen der US-Notenbank. Fed-Gouverneur Chris Waller hatte sich dafür ausgesprochen, den Leitzins in diesem Monat unverändert zu lassen. Diese Aussage nahm den Anleihemärkten spürbar Druck. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist bereits gesunken.
Ein weiterer Treiber für den Kursanstieg ist der schwache US-Dollar. Grund dafür ist eine Rallye des japanischen Yen, die den Dollar-Index (DXY) um mehr als 0,5 Prozent unter die Marke von 99 Punkten gedrückt hat. Ein schwächerer US-Dollar gilt an den Märkten als günstig für Risikoanlagen wie Bitcoin.
Krypto-Aktien legen ebenfalls zu
Der Aufschwung zeigte sich auch bei Krypto-Aktien. Strategy stieg um fast zehn Prozent, Bullish legte um neun Prozent zu. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei Robinhood mit 13 Prozent aus; Coinbase kletterte um acht Prozent gen Norden, Circle um zwölf Prozent.
Das könnte Bitcoin neue Impulse geben
Schon am morgigen Freitag könnte der nächste kursrelevante Termin anstehen: Um 14:30 Uhr (MESZ) veröffentlicht das Statistikamt des US-Arbeitsministeriums den Arbeitsmarktbericht für August.
Sollte sich die Expertenprognose bestätigen, dürften sich die geldpolitischen Falken in der US-Notenbank bestätigt fühlen. BTC-ECHO Marktexperte Stefan Lübeck erklärt: “Investoren dürften mit vermehrten Gewinnmitnahmen reagieren, was auch den Bitcoin-Kurs belasten könnte. Fällt der Stellenaufbau erneut negativ aus, gerät die Verfassung der US-Konjunktur weiter in den Vordergrund. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im September dürfte in der Folge abnehmen, was stützend auf die Krypto-Leitwährung wirken sollte.”

