Solana aktiviert heute das Transaktionsformat V1 im Mainnet und hebt damit die maximale Größe einer einzelnen Transaktion von 1.232 auf 4.096 Byte an. Festgelegt ist die Änderung in den Vorschlägen SIMD-0296 und SIMD-0385. Im Testnet lief das Upgrade bereits am 2. September erfolgreich an, sodass Betreiber von Netzwerkknoten ihre Software auf Agave 4.2.2 aktualisieren müssen.
Der zusätzliche Platz ermöglicht Arbeitsschritte, die bislang nicht in eine einzelne Transaktion passten. Dazu zählen Zero-Knowledge-Proofs, vertrauliche Überweisungen, große Multisig-Konstruktionen und BLS-Signaturen. Bisher mussten Entwickler solche Vorgänge über mehrere verkettete Transaktionen abwickeln oder auf Bundles ausweichen.
Für Solana-Nutzer bleibt alles beim Alten
Die bisherigen Formate legacy und v0 funktionieren unverändert weiter. Solana-Wallets und Anwendungen, die den zusätzlichen Platz nicht benötigen, sind nicht betroffen. Wer eine Transaktion signiert oder versendet, merkt daher keinen Unterschied.
Entwickler müssen dagegen nachziehen, denn wer Transaktionen ausliest oder indexiert, muss den Parameter für die unterstützte Transaktionsversion anpassen, sonst schlagen Abfragen fehl. Auch die Struktur ändert sich: Angaben zu Rechenaufwand und Priorisierungsgebühr wandern aus den bisherigen ComputeBudget-Anweisungen direkt in die Nachricht. Address Lookup Tables entfallen in V1, stattdessen lassen sich bis zu 64 Adressen direkt einbetten.
Die Obergrenze von 4.096 Byte ist bewusst gewählt. Sie entspricht der üblichen Speicherseitengröße auf Validator-Hardware. Das alte Limit von 1.232 Byte ging auf eine konservativ gewählte Paketgröße zurück, die seit der Umstellung auf das QUIC-Protokoll im Jahr 2022 nicht mehr bindend ist.
Alpenglow soll im Oktober folgen
Transaction V1 ist Teil einer Reihe von Änderungen. Mit der Aktivierung von Agave 4.2 vor drei Wochen sanken die Kosten für die Speicherung von Token-Daten bereits um etwa 90 Prozent. Die Zielzeit je Slot fiel von 400 auf 350 Millisekunden, weitere Schritte bis auf 200 Millisekunden sind geplant, allerdings ohne Termine.
Der größte Eingriff steht mit Alpenglow bevor. Das Upgrade ersetzt den bisherigen Konsensmechanismus TowerBFT und zielt auf eine Finalität von rund 150 Millisekunden, gegenüber derzeit etwa 12,8 Sekunden. Im Testnet erreichten 96 Prozent der Transaktionen die Finalität nach 214 Millisekunden. Der Code liegt in Agave 4.2 vor, die Aktivierung wird dann mit Agave 4.3 im Oktober erwartet.
Das Netzwerk verarbeitete im August täglich bis zu 5,2 Milliarden Operationen und erreichte damit einen Höchststand. Nach einer Analyse von Standard Chartered entfällt rund ein Fünftel des weltweiten Stablecoin-Handelsvolumens auf Solana. Die Bank beziffert die monatlichen Transfers insgesamt auf sieben Billionen US-Dollar. Zum Zeitpunkt des Schreibens notiert Solana bei rund 105 US-Dollar, ein Plus von etwa 40 Prozent innerhalb von 30 Tagen.

