Private Keys, Was wir über Private Keys von Peter Schiff lernen können
Private Keys, Was wir über Private Keys von Peter Schiff lernen können

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Not your keys, not your coins Was wir über Private Keys von Peter Schiff lernen können

Jüngst verkündete Bitcoin-Kritiker Peter Schiff, dass er den Zugriff auf seine Bitcoins verloren hat. Was Bitcoin-Investoren daraus bezüglich ihrer Private Keys lernen können.

Ein Kommentar von Dr. Philipp Giese

Einen gewissen Zynismus konnte sich so mancher Bitcoiner nicht verkneifen. Goldbug und Bitcoin-Kritiker Peter Schiff beklagte den Verlust seiner Bitcoins:

Ich habe gerade alle #Bitcoin verloren, die ich je besessen habe. Meine Wallet wurde beschädigt und mein Passwort ist nicht mehr gültig. Jetzt sind meine Bitcoins also nicht nur an sich wertlos, sie haben auch keinen Marktwert mehr. Ich wusste, dass der Besitz von Bitcoin eine schlechte Idee war, hätte aber nicht gedacht, dass sie so schlecht war!

Doch jenseits des Zynismus gab es auch Bitcoiner, die ihm helfen wollten. Da es sich um ihre eigene Wallet handelte, bot Blockchain.com auch Hilfe an. Changpeng Zhao lehnte sich sogar weit aus dem Fenster und behauptete, dass das Lagern von Geldern auf Börsen sicherer wäre:

Viele radikale Krypto-Fans sprechen sich dafür aus, selber Kontrolle über die Private Keys zu haben. Die Wahrheit ist jedoch, dass die meisten Menschen nicht sinnvoll mit ihren eigenen Private Keys umgehen. Eine centralized exchange ist da sicherer.


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Nach den Börsen-Hacks wie Mt.Gox, Cryptsy, Bitgrail, Cryptopia und Binance selbst, um nur wenige zu nennen, mussten viele über die Äußerung des Binance CEO lachen. Ebenso ist das Motto „be your own bank“ wenig haltbar, wenn Anleger ihr Vermögen einer Börse anvertrauen.

Not your keys, not your coins

Vor knapp zwei Wochen feierte die Bitcoin-Community den Proof of Keys. An jenem Tag sind alle Krypto-Investoren eingeladen, ihre Gelder von Börsen zu ziehen und in Wallets, deren Private Keys man selber kontrolliert, zu transferieren. Viele sehen darin nur eine Art Krypto-Bank-Run, an dem man mit einer „Wir gegen sie“-Mentalität den Börsen eins auswischt. Entsprechend besteht für so manchen Krypto-Investor der Tag lediglich in einem stolzen Betonen, dass ihre Anlagen sicher in einer Hardware Wallet oder gar auf der Wallet auf ihrem Smartphone liegen.

Wie Alex und ich am 3. Januar in einer Podcast-Folge erläuterten, ist das jedoch bestenfalls ein erster Schritt. Viele Anleger vertauschen ihr Vertrauen in eine Börse mit einem Vertrauen in eine Ledger oder Trezor Wallet. Doch entspricht es wirklich dem Motto „don’t trust, verify“, wenn man nun blind seiner Hardware Wallet vertraut? Eine Hardware Wallet, so lobenswert das Nutzen einer solchen auch ist, ist eben „nur“ ein Gerät, welches bei der Verwaltung der Private Keys hilft.

Gerade junge Investoren machen den Fehler, dass sie hier die Prioritäten umkehren. Die Hardware Wallet wird als Allerheiligstes betrachtet und die Seed Phrase, nachdem man sie in die Wallet eingetragen hat, links liegen gelassen. Oder, noch schlimmer, in der Cloud abgelegt.

Wenn diese Investoren nun keinen Zugriff mehr auf die Hardware Wallet haben, können sie in das Trauerlied eines Peter Schiff einstimmen. Die wichtigste Lektion ist, die Seed Phrase sicher zu verwahren.

Besitzt man überhaupt seine Private Keys?

Wenn wir schon dabei sind, können wir noch einen Schritt weiter gehen. „Not your keys, not your coins“ – philosophisch könnte man hier die Frage stellen, ob man überhaupt wirklich die Private Keys beziehungsweise die ihnen zugrunde liegende Seed Phrase besitzt. Max Hillebrand vertrat jüngst die Position, dass kein Bitcoin-Investor seine Keys besitzt. Eine These, die auch von Vin Armani vertreten wird.

Provokante These, zugegeben. Wenn man jedoch darüber genauer nachdenkt, stimmt es. Was gibt einem das Recht, eine Transaktion im Bitcoin-Netzwerk zu initiieren? Richtig: die Kenntnis über den Private Key. Das bedeutet aber auch im Umkehrschritt, dass jeder mit dieser Kenntnis aus Sicht des Bitcoin-Protokolls das Recht hat, die zum Private Key gehörenden Bitcoins zu bewegen. Sollte also jemand anderes in Kenntnis des Private Keys gelangen, kann die dezentrale Governance ihn nicht aufhalten. Zwar kann über ein geistiges Eigentum diskutiert werden, aber aus Sicht der Bitcoin-Governance existiert kein Eigentumsanspruch.

Wir können noch einen Schritt weiter gehen: Sollte jemand zufällig auf den Private Key kommen, kann er die Token bewegen. Sicherlich ist die Wahrscheinlichkeit gering, aber es ist durchaus möglich.

Was sind die Konsequenzen? Derartige philosophische Gedanken machen den Umgang mit Private Keys beziehungsweise den Seed Phrases umso wichtiger. Jeder Investor sollte deshalb ein gutes besonnenes Private-Key-Management entwickeln. Dazu gehört eine sinnvolle Lagerung der Seed Phrase, das Vermeiden der wiederholten Nutzung einer Adresse, die Aufteilung der eigenen Gelder auf verschiedene Wallets und nicht zuletzt das regelmäßige Überprüfen der eigenen Gelder.

Das ist recht kompliziert. Jedoch haben Sätze wie „be your own bank“ ihren Preis. Autonomie ist nicht einfach. Banken verdienen mit der sicheren Verwahrung von Geldern seit Jahrtausenden ihr Geld, eben weil wirklich sicheres Verwahren nicht einfach ist. Das Gute ist jedoch, dass Anleger hier in Etappen vorgehen können. Die oben erwähnte Folge über den Proof of Keys ist dafür ein guter Anfang.

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