Proof of Key: Werde Herr über deine Bitcoin

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Proof of Key: Werde Herr über deine Bitcoin

Der 3. Januar ist nicht nur der zehnte Geburtstag Bitcoins, sondern auch gleichzeitig der Proof-of-Key-Tag. Also: der Tag, an dem jeder Bitcoin-Nutzer die Kontrolle über seine Private Keys erlangen sollte. Wie geht das?

Eine Wallet für digitale Währungen wie Bitcoin, Litecoin, Ethereum, Ripple & Co. verwahrt die privaten Schlüssel oder Private Keys. Mit dem Private Key hat man Zugriff auf seine jeweiligen Kryptowährungen. Wer keine Private Keys besitzt, besitzt – technisch gesprochen – auch keine Kryptowährungen. Daher ist der Umgang mit Wallets essentiell für die Nutzung der digitalen Währungen. Deswegen solltest auch du dich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Mit diesem Tutorial erfährst du, welche Wallet du wählen solltest und worauf du bei Wallets achten musst. Es gibt verschiedene Arten von Wallets, die je nach Anwendungsfall Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Folgende Möglichkeiten zur Aufbewahrung von digitalen Währungen bieten sich dem Nutzer:

  • Desktop Wallet
  • Mobile Wallet
  • Online Wallet
  • Hardware Wallet
  • Paper Wallet

Streng genommen bewahrt man keine Bitcoin auf, sondern vielmehr die digitalen Schlüssel (Keys), mit denen man auf eine öffentliche Bitcoin-Adresse zugreifen und eine Transaktion erlauben kann. Das Programm, mit dem man seine Schlüssel verwaltet, heißt Wallet. Dabei lassen sich Bitcoin Wallets wie oben aufgezeigt in fünf verschiedene Kategorien einteilen.

Desktop Wallet

Wer den originalen Bitcoin-Klienten (Bitcoin Core Wallet) installiert hat, der verwendet bereits eine Wallet – vielleicht ohne dies zu wissen. Neben der Weiterleitung von Transaktionen im Netzwerk kann die Software eine Bitcoin-Adresse generieren, um Bitcoin-Guthaben zu empfangen und zu versenden sowie um die dazugehörigen Keys aufzubewahren.

Die Bitcoin Core Wallet ist eine hochtechnische Wallet, die alle Funktionen einschließt. Doch viele Nutzer fühlen sich von der Komplexität erschlagen. Es gibt eine Fülle alternativer Desktop Wallets, die unterschiedliche Features anbieten.

  • Electrum ist eine leichte Wallet, die unter allen populären Betriebssystemen (Windows, Mac OS X und Linux) läuft. Für die allermeisten Anwendungsfälle reicht Electrum völlig aus. Der Vorteil hier ist, dass der Nutzer nicht die ganze Blockchain herunterladen muss und so Speicherplatz spart. Electrum kann auch in Kombination mit einer Hardware Wallet genutzt werden (dazu später mehr).
  • Noch mehr Funktionen bietet die Open Source Desktop Wallet Armory. Sie ist vor allem für erfahrene Bitcoin Poweruser zu empfehlen. Der Fokus bei Armory liegt neben den vielen Funktionen auf der Sicherheit.

Vorteile:

  • viele Funktionen (Möglichkeit zur Full Node, benutzerdefinierte Transaktionsgebühren)
  • unterstützt SegWit-Adressen

Nachteile:

  • nicht einsteigerfreundlich
  • virenbefallene Rechner stellen Sicherheitsrisiko dar
  • nicht für den Kauf im Laden geeignet

Mobile Wallet (einsteigerfreundlich)

Desktop Wallets sind sehr unpraktisch, wenn es darum geht, in Shops oder auf der Straße mit Bitcoin zu bezahlen. Hier kommen die mobilen Wallets ins Spiel. Mobile Wallets werden als App auf dem Smartphone installiert und verwahren die privaten Schlüssel direkt auf dem mobilen Endgerät. Somit können mit dem Handy in Sekundenschnelle Bitcoins empfangen und versendet werden.

Manche mobilen Bitcoin Wallets unterstützen sogar die Near-Field-Communication-Technologie (NFC). Hierbei muss das Smartphone lediglich an das Terminal gehalten werden und es bedarf keines gescannten QR-Codes oder einer Bitcoin-Adresse. Viele Mobile Wallets unterstützen mehrere Kryptowährungen. Deshalb ist hier auch von Multi Coin Wallets die Rede. Die Mobile Wallet sollte auf jeden Fall durch ein starkes Passwort gesichert werden.

Unsere Empfehlungen für iOS und Android sind:

  • Breadwallet ist eine übersichtliche, quelloffene Multi Coin Wallet. Sie unterstützt neben Bitcoin auch Ethereum, Bitcoin Cash und etliche ERC20-Token.
  • MyCelium ist ein Klassiker für Bitcoin-Nutzer. Die Wallet ist exklusiv für Bitcoin. Innerhalb der App kann man sich beliebig viele Konten (Empfangsadressen) einrichten. Außerdem lässt sich MyCelium in Kombination mit Hardware Wallets wie Ledger und Trezor verwenden.
  • Jaxx ist ebenfalls eine etablierte Multi Coin Wallet. Sie unterstützt Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum, Ethereum Classic, Zcash, Augur und Dash.

Lies auch:  Whale Watching: Wer bewegt 66.000 Bitcoin?

Eine Eigenschaft haben alle mobilen Wallets jedoch gemein: Sie sind keine vollwertigen Bitcoin-Klienten, denn dazu müssten sie sich die stetig wachsende und mittlerweile mehrere Gigabyte große Blockchain downloaden. Dies würde vermutlich das Datenvolumen vieler Handynutzer sprengen und ist somit nicht markttauglich. Deshalb nutzen nahezu alle mobilen Wallets die Simplified Payment Verification (SPV), die lediglich einen kleinen Teil der Blockchain herunterlädt, der jedoch für eine sichere Transaktion vollkommen ausreicht.

Die Mobile Wallet kann wie eine Geldbörse betrachtet werden. Man schleppt ja auch nicht das gesamte Vermögen in der Hosentasche herum.

Vorteile:

  • einfache Bedienung
  • Unterstützung von vielen gängigen Kryptowährungen
  • mobiler Einsatz

Nachteile:

  • gewisses Risiko bei großen Summen (Handy könnte verlorengehen/gestohlen werden)
  • so gut wie immer online (Hot Wallet)

Warnung:

Mobile Wallets von „Freewallet“ sollten vermieden werden. Freewallet ist nämlich mehrfach wegen Betruges aufgefallen.

Online Wallet

Webbasierte Wallets verwahren die privaten Schlüssel online auf einem Server, der von einer externen Partei verwaltet wird. Ein großer Vorteil der Online Wallets ist ihre Verfügbarkeit. Es bedarf lediglich eines Internetzugangs auf einem mobilen Endgerät. Ein Nachteil von Online Wallets hingegen ist, dass die Keys von externen Unternehmen verwaltet werden. Entsprechend können Nutzer nicht selbst überprüfen, ob die Server der Anbieter ausreichend abgesichert sind. Zudem hat der externe Anbieter theoretisch volle Kontrolle über die Bitcoin-Bestände der Nutzer. Die Verfügbarkeit kostet also Sicherheit, große Beträge sollten nicht auf einer Online Wallet gespeichert werden.

Coinbase ist eine weltweite Bitcoin-Börse und eine Bitcoin Wallet zugleich. Nutzer aus den USA und Europa können hier Bitcoin kaufen und verwahren. Circle bietet seinen Nutzern ebenfalls die Möglichkeit, weltweit Bitcoin zu kaufen und zu verwahren. In den USA können Nutzer ihr Bankkonto zum Kauf von Bitcoin direkt mit der Plattform verbinden. Nutzer aus Europa können Bitcoin mit Kreditkarte erwerben. Mit anderen Worten ist jede Exchange bereits eine Online Wallet.

Vorteile:

  • von überall mit Internetzugang erreichbar
  • intuitive Nutzung mit Login-Prozess und Passwort

Nachteil:

  • Mangelnde Sicherheit, da dritte Partei die Private Keys kontrolliert

Hardware Wallet

Hardware Wallets bieten die Möglichkeit, die privaten Schlüssel elektronisch zu verwahren und Zahlungen zu tätigen. Sie gelten als eine der sichersten Varianten, um digitale Währungen aufzubewahren.

Die Besonderheit von Hardware Wallets ist, dass die Private Keys nie den Computer oder das Handy berühren. Das bedeutet, selbst wenn der Computer von einem Virus befallen ist, hat der Angreifer keinen Zugriff auf die Kryptowährungen auf der Hardware Wallet.

Ledger

Der Ledger Nano-S

Der Ledger Nano-S zählt zu den populärsten Hardware Wallets. Er unterstützt eine Vielzahl von digitalen Währungen, darunter: Bitcoin, Litecoin, Ether, Ripple, Dash, NEO u. v. m.

Ledger kümmert sich gut um die Kunden und stellt auch eine eigene Wallet Software zur Verfügung. Wie bereits erwähnt kann der Ledger allerdings auch mit anderen Wallets, wie beispielsweise MyCelium und Electrum verwendet werden.

Trezor

Bitcoin-Trezor
Der Trezor One

Der Trezor One ist die gängige Alternative zu Ledger. Das Entwicklerteam legt viel Wert auf Transparenz und Sicherheit. Die Wallet wird in der Regel über die Website von Trezor bedient.

Lies auch:  Mimblewimble: Schwere Sicherheitslücke in Beam Wallet entdeckt

ARCHOS Safe-T Mini

Der ARCHOS Safe-T Mini ist eine günstigere Hardware Wallet, die Bitcoin, Bitcoin Cash, Litecoin, Ethereum, Dash und viele ERC20-Token unterstützt. Bedient wird der Safe-T mini über Electrum.

Der ARCHOS Safe-T mini

Opendime

Wer noch weniger Geld ausgeben möchte, kann sich einen Opendime USB-Stick zulegen. Opendime legt Wert auf Sicherheit und Simplizität. Der Stick kann daher nur Bitcoin speichern.

Vorteil:

  • hohe Sicherheit, da Private Keys die Hardware Wallet nie verlassen

Nachteil:

  • Anschaffungskosten

Paper Wallet

Die günstigsten Methoden für die sichere Verwahrung von Bitcoin sind sogenannte Paper Wallets. Eine Paper Wallet ist ein Stück Papier auf dem beispielsweise eine Seed Phrase notiert ist. Mit dieser Seed Phrase können Bitcoin-Adressen wiederhergestellt werden.

Alle bereits genannten Wallet-Optionen haben ultimativ eine Paper Wallet als Sicherheits-Backup. Sollte man also sein Handy oder seine Hardware Wallet verlieren, lässt sich mit der Paper Wallet alles wiederherstellen. Die Paper Wallet gilt deshalb als finaler Schlüssel für jede Wallet und muss unbedingt sicher aufbewahrt werden.

Wer sich nur eine Paper Wallet erstellen will, kann entweder Electrum nutzen oder die Anwendung von BitAddress.org auf seinem Computer ausführen. Paper Wallets und Seed Phrases sollten niemals online erstellt werden. Daher empfiehlt es sich, die ZIP herunterzuladen und lokal im Browser auszuführen.

Gerade für das HODLn bieten sich Paper Wallets an. Wer öfter eine Transaktion tätigt, orientiert sich besser an den Desktop und Mobile Wallets.

Möchte man auf Nummer sicher gehen, sollte man die Seed Phrase komplett offline generieren. Dafür bietet sich folgender Prozess an (zwei USB-Sticks benötigt):

  1. Speichere die ZIP von BitAddress.org auf einem USB-Stick.
  2. Installiere eine Live-Distribution von Linux (Ubuntu/Debian) auf einem anderen USB-Stick.
  3. Starte Linux vom USB-Stick.
  4. Verbinde den Computer nicht mit dem Internet, sondern starte die ZIP vom ersten USB-Stick.
  5. Generiere den Secret Key mithilfe des Tools und schreibe ihn auf ein Blatt Papier.
  6. Sende Bitcoin an den angezeigten QR-Code (Share) und verwahre die Paper Wallet sicher.

Vorteile:

  • hohe Sicherheit durch Offline-Erstellung
  • einfache Aufbewahrung
  • ultimativer Wiederherstellungsschlüssel für eine Wallet

Nachteile:

  • nicht sehr anfängerfreundlich
  • Transaktionen erfordern eine zusätzliche Wallet-Applikation

Sind Bitcoin Wallets sicher?

Wie sicher eine Bitcoin Wallet ist, hängt von ihrem Typ ab. Online Wallets sind am unsichersten, da eine dritte Partei die Private Keys hält. Die Sicherheit von Desktop Wallets hängt stark von der Sicherheit des jeweiligen Desktops ab. Ist der Computer von einem Virus befallen, besteht die Gefahr, dass auch die Desktop Wallet unsicher ist. Mobile Wallets gelten in der Regel als sicherer, da die Betriebssysteme weniger anfällig für Viren sind.

Herr der Private Keys

Für welche Alternative du dich entscheidest, liegt in deinem Ermessen und richtet sich nach deinen Bedürfnissen. Es gibt hier keine One-Size-Fits-All-Antwort. Der 3. Januar ist der Tag des Proof of Key. Dies kannst du als Anlass nutzen, um dich mit der Wallet-Thematik vertraut zu machen. Falls du nach diesem Artikel noch weitere Fragen zu Wallets und ihrer Verwendung hast, komm doch in den BTC-ECHO Discord-Chat und stelle deine Frage dort.

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