Und der Tauchgang geht weiter: Bitcoin-Kurs unter 4.000 US-Dollar

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Und der Tauchgang geht weiter: Bitcoin-Kurs unter 4.000 US-Dollar

In der Nacht vom 24. auf den 25. November ist der Bitcoin-Kurs unter 4.000 US-Dollar gefallen. Damit hat er einen weiteren Langzeitsupport durchbrochen. Eine Analyse des andauernden Bärenmarktes. 

Bitcoin hat es wieder getan: Er ist gefallen, und zwar dramatisch. Inzwischen bewegt sich sein Kurs unterhalb der Marke von 4.000 US-Dollar. Der Bitcoin-Kurs fiel damit auf Level zurück, die das letzte Mal im September 2017 erreicht wurden. Damals waren diese Kurse schon ein Ergebnis des durch China induzierten kurzfristigen Bärenmarktes.

Dieses Mal ist die Lage jedoch deutlich dramatischer, wurde doch ein fundamentaler Langzeitsupport durchbrochen:

Um die Signifikanz zu betonen, noch einmal in Worten: Mit dem aktuellen Dump wurde ein seit Oktober 2015 geltender Support durchbrochen. Sich damit herausreden, dass derartige Kurse Anfang Januar 2017 nicht einmal zu träumen gewesen wären, würde die Dramatik der aktuellen Situation verkennen. Wir befinden uns in einem weiteren Level des Bärenmarktes.

Doch nicht nur Bitcoin ist gefallen, der gesamte Krypto-Markt ist weiter abgestürzt. So weit, so bekannt. Dass jedoch XRP, die immer stärker von Bitcoin entkoppelte Kryptowährung aus dem Hause Ripple, diesen Abwärtstrend teilt, ist neu. Während sich XRP in den vergangenen Wochen über dem gleitenden Mittelwert der letzten 20 Wochen halten konnte, hat der aktuelle Abverkauf auch den XRP-Kurs wieder auf den Boden der Tatsachen geholt:

Positiv zu bemerken ist allerdings, dass der Kurs weiterhin über dem seit Mitte 2017 verfolgten Support liegt, der aktuell bei 0,32 US-Dollar liegt.

Bitcoin am Abtauchen – Wie geht es jetzt weiter?

Wie kann es von hier aus weitergehen? Kurz- bis mittelfristig können als neue Supports die schon genannten Kurslevel bei 3.500 US-Dollar, 3.000 US-Dollar und 2.500 US-Dollar beobachtet werden. Für den langfristigen Anleger stellt sich jedoch die Frage, wie es weitergehen könnte.

Der Volksmund sagt so schön, dass sich Geschichte zwar nicht wiederholt, aber reimt. Schauen wir also auf die Kursgeschichte Bitcoins. Der letzte Bärenmarkt war von 2014 bis 2016. Können wir von diesem etwas lernen? Ein Blick auf den Wochenchart des Bitcoin-Kurses zwischen 2011 und 2018 zeigt ein interessantes Verhalten:

Den Reim Geschichte kann man am jüngsten Kurssturz und dem von Ende 2014 sehen: In beiden Fällen wurde der gleitende Mittelwert der letzten 140 Wochen durchbrochen. Gleichzeitig brach ein weiterer wichtiger Support, der in beiden Fällen seit drei Jahren galt.

Für den Bitcoin-Kurs war danach zwar nicht das Ende des Bärenmarktes gekommen, aber er bewegte sich zumindest über dem gleitenden Mittelwert der letzten 200 Wochen. Dieser erwies sich als ein genügend starker Support, sodass sich danach der Bitcoin-Kurs erst einmal wieder seitwärts bewegte.

Wir sollten also den MA200 im Wochenchart genau im Blick haben. Der Blick auf obigen Wochenchart lehrt uns noch etwas: Neben dem schon häufiger erwähnten MA20 im Wochenchart sollte in aktuellen Kursleveln der MA140 als fundamentale Resistance beachtet werden. Ein nachhaltiges Steigen über den MA140 war Ende 2015 der Vorbote des kommenden Bullenmarktes. Schauen wir also auf dieses Zeichen!

Was sollen wir tun? Überleben im Bärenmarkt

Eigentlich gilt im Bärenmarkt dieselbe Lektion wie in so vielen anderen Lebenssituationen: Ruhe bewahren. Ein überhitzter Verkauf führt lediglich dazu, dass man sich weiter die Haare rauft. Vor über einem Jahr habe ich über das Mindset, welches man auf dem Markt haben sollte, geschrieben. Das gilt immer noch, wie ich auch in anderen den Bärenmarkt 2018 begleitenden Artikeln beschrieb.

Vom Investment-Standpunkt aus betrachtet hat man prinzipiell zwei Optionen, mit dem aktuellen Bärenmarkt fertig zu werden: Man kann Trader oder Langzeit-Investor sein. Für den Langzeit-Investor ist die aktuelle Phase freilich anstrengend. Er sieht, wie sein Portfolio schrumpft und immer mehr an Wert verliert. Ihm kann ich empfehlen, Dollar-Cost-Averaging zu betreiben, beziehungsweise Methoden wie Mayer-Multiple nutzen und sich mit Portfolio-Theorie zu beschäftigen. Im Kryptokomass managen wir aktiv drei verschiedene Musterportfolios, wovon wir das Portfolio Konservativ wöchentlich auch in einer Kolumne verfolgen.

Man muss jedoch beachten, dass dieser Investment-Ansatz aktuell keinen kurzfristigen Gewinn verspricht. Für jene, die diesen suchen, kann Trading attraktiv sein. Der Trader nutzt die Marktbewegungen und freut sich aktuell über die in den Markt zurückgekehrte Volatilität. Die fallenden Kursen haben so manchem Shorter gutes Geld gebracht. Natürlich ist es für den Trader eine Herausforderung, dass er am Ball bleiben muss. Halbherziges Traden sorgt früher oder später für leere Taschen. Am Trading interessierten kann ich an dieser Stelle nur unsere wöchentliche Kolumne über die Top 3 der Kryptowährungen empfehlen, in denen unser Analyst Thomas Hartmann von der Tradingschule Kryptologen Interessierten einen Blick in seine Karten offenbart. Nachtrag: Auch zum jüngsten Kurssturz hat er eine Chartanalyse gemacht:

Zusätzlich möchte ich unseren Discord ans Herz legen, in dessen #trading-Channel man sich mit passionierten Tradern austauschen kann. Gerade in frustrierenden Zeiten, wenn die Kurse von Bitcoin und anderen Kryptowährungen fallen, hilft der Austausch mit Gleichgesinnten, trotz Winter und Bärenmarkt seine gute Laune nicht zu verlieren.

BTC-ECHO

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