Black Friday: Kurse von Bitcoin, Ether, XRP weiter im Sinkflug

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: Shutterstock

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Während Black Friday bei den Einzelhändlern die Kassen klingeln lässt, bedeutet ein schwarzer Freitag an (Krypto-)Börsen nichts Gutes. Der gebeutelte Markt um Bitcoin, XRP & Co. hat in den vergangenen 24 Stunden weitere Kurseinbußen verzeichnen müssen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Der Abverkauf an den Krypto-Märkten geht weiter. Der Bitcoin-Kurs ist in den vergangenen 24 Stunden um weitere 5,5 Prozent gefallen und hat zwischenzeitlich den Support von 4.300 US-Dollar durchbrochen. Aktuell bewegt sich der Kurs wieder knapp oberhalb dieser Marke. Die Marktkapitalisierung des BTC ist um knapp vier Milliarden US-Dollar gesunken und liegt nun bei rund 74 Milliarden US-Dollar. Damit fiel die Marktkapitalisierung innerhalb von sieben Tagen um mehr als zwölf Milliarden US-Dollar.

Ein Blick auf den Wochenchart zeigt: für den Bitcoin-Kurs geht es jetzt ums Ganze. Ein seit Ende 2015 geltender Support wurde durch die Kursstürze der letzten Wochen getestet. Dieser liegt aktuell gleich auf mit dem gleitenden Mittelwert der letzten 140 Wochen, einem seit Anfang 2016 haltenden Support. Sollte dieser nicht halten – und gemäß dem noch nicht überverkauften RSI haben wir noch „Raum nach unten“ – wäre der nächste interessante Support durch den gleitenden Mittelwert der letzten 200 Wochen bei ungefähr 3.000 US-Dollar gegeben.

Ethereum testet 120 US-Dollar


Auch die gebeutelte und ehemals zweitgrößte Kryptowährung Ethereum setzt ihren Abwärtstrend fort. Der Ether-Kurs fiel innerhalb eines Tages um zehn US-Dollar auf aktuell 125 US-Dollar – ein 24-Stunden-Minus von 7,5 Prozent. Immerhin: Der Support von 120 US-Dollar wurde getestet und hält bislang stand. Die Marktkapitalisierung von Ether sank innerhalb der letzten sieben Tage um 5,5 Milliarden US-Dollar und liegt nun bei knapp 13 Milliarden US-Dollar.

So absurd es bei aktuellen Kursentwicklungen auch ist: Der Chart vom Ether-Kurs macht Hoffnung, dass sich die jüngsten Kursentwicklungen als Test des Supports vom Abwärtskanal, der seit April verfolgt wird, entpuppt. Zumindest im September konnte dieser halten. Ebenso lässt der überverkaufte RSI auf ein Reversal hoffen. Sollte es am Support jedoch nicht halten, muss uns klar sein, dass wir bald einen Ether-Kurs unter 100 US-Dollar sehen werden. 85,75 US-Dollar und sogar 45,46 US-Dollar wären auf der Basis der bullishen Entwicklung zwischen Februar und Mai 2017 durchaus möglich.

XRP gesellt sich zu den Verlierern

Selbst der XRP von Ripple blieb vom jüngsten Einknicken der Kurse nicht verschont. Während sich der „Banken-Coin“ im andauernden Bärenmarkt bislang noch gut behaupten konnte, reiht er sich im Tagesvergleich in die Riege der Verlierer ein. Der XRP-Kurs sank um sieben Prozent auf 0,41 US-Dollar. Indessen wächst der Abstand von XRP zu Ether in der Marktkapitalisierung – diese ist im Verlauf der Woche „nur“ um rund 2,5 Milliarden US-Dollar auf nunmehr 16,6 Milliarden US-Dollar gesunken. Der Ausblick könnte dennoch schlechter sein:

Zwar testet XRP gerade den gleitenden Mittelwert der letzten 20 Wochen, im Tageschart als MA140 eingezeichnet. Jedoch tat er dies schon vorher, zum Beispiel Anfang Oktober. Solange XRP sich weiterhin über diesem einen Bullenmarkt suggerierenden Indikator halten kann, mag der Anleger große Rallyes vermissen, der Kurs entwickelt sich insgesamt jedoch gut. Der Support erscheint stabil, wird dieser doch nicht nur durch den MA140, sondern auch durch das zwischen Juni und August durchlaufene Plateau definiert. Erst wenn dieser Support nachhaltig unterboten wird, wird es für Ripples Kryptowährung ernst. Dann ist mit einem Sturz auf 0,34 US-Dollar zu rechnen.

Problemfamilie Bitcoin Cash

Bitcoin Cash hat von den Top-Coins die herbsten Verluste hinzunehmen. Das Schisma von Bitcoin ABC und Bitcoin SV wirkt im ohnehin angeschlagenen Krypto-Markt als Katalysator für den Abwärtstrend des Bitcoin-Cash-Kurses. Dieser sank innerhalb der letzten sieben Tage um über 50 Prozent. Das sind deutlich höhere Einbußen als bei Bitcoin (22 Prozent), XRP (12,4 Prozent) und sogar Ethereum (30 Prozent). BCH zeigte damit von den sechzig größten Coins nach Marktkapitalisierung mit Abstand die schlechteste Performance.

Die aktuellen Kurslevel von Bitcoin Cash hat der Kurs bisher noch nie gesehen. Fest steht jedenfalls, dass der Kurs aktuell einen seit November geltenden Support testet. Sollte dieser nicht halten – wohin könnte die Reise gehen? Weitere Support-Level angeben ist entsprechend risikoreich und in obiger Abbildung auf Basis des Fibonacci-Retracement-Levels geschehen. Auf dieser Basis läge der nächste Support bei ungefähr 66 US-Dollar.

Die Fortsetzung des Abwärtstrends überrascht vermutlich nicht mehr. Der Eindruck, dass Investoren dieses Jahr abgeschrieben haben, verstärkt sich. Die Blicke richten sich nun auf das kommende Jahr und die erwartbaren Fortschritte von Technologie, Regulierung und Adaption. Wäre letztere schon weiter voran geschritten, hätte der Black Friday gewiss auch dem Krypto-Markt positive Impulse gegeben.

BTC–ECHO


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