Hash Wars: Bitcoin SV schlägt zurück

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Hash Wars: Bitcoin SV schlägt zurück

In einer Hard Fork gar nicht so weit weg… tobt der Hash War. Gegenüber stehen sich Bitcoin Cash ABC (ABC) und Bitcoin Cash Satoshi Vision (SV). Seit einer Woche bekämpfen sich die beiden Seiten schon. Wer liegt in Führung?

Bitcoin Cash (BCH) entstand am 1. August 2017 – als Hard Fork von Bitcoin (BTC). Ein gutes Jahr später stand eine weitere Hard Fork auf dem Plan, doch die Bitcoin-Cash-Community zerstritt sich und brach auseinander. Seit den Abendstunden des 15. Novembers hat der Hash War begonnen, der immer noch andauert.

Hash Wars auf Bitcoin Cash

Um sich einer Star-Wars-Analogie zu bedienen: Aktuell würde Bitcoin Cash ABC, dank größerer Hash Rate, wohl als das Imperium gelten. Bitcoin Cash SV ist der Underdog, die Rebellen – auch wenn die Persönlichkeit Craig Wrights eher an Darth Vader erinnert. Genug der dürftigen Vergleiche, werfen wir lieber einen Blick auf die harten Zahlen der beiden Bitcoin-Cash-Ketten.

Auf cash.coin.dance sind die beiden Versionen veranschaulicht:


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Die Hash Rate war bis auf wenige Ausnahmen von ABC dominiert. Roger Ver, dem Betreiber von Bitcoin.com und gleichnamigem Mining Pool, wurde vorgeworfen, seine Pool-Kunden zu betrügen. Anstatt den profitableren Bitcoin (BTC) zu minen, wurde die Hashpower auf Bitcoin Cash ABC verwendet. So hatte der Mining Pool Bitcoin.com teilweise über 50 Prozent der Hashpower auf der ABC-Version von BCH. Ein Notzustand, der wohl durch den Krieg gerechtfertigt wird. Würde man unter normalen Umständen Alarm schlagen und auf die 51-Prozent-Attacke hinweisen, heiligt nun der Zweck die Mittel. Mittlerweile hat ABC eine gesündere Verteilung in der Hash Rate. Zeit des Schreibens nimmt Bitcoin.com „nur noch“ knapp 40 Prozent des Kuchens ein.

Anders sieht es dafür bei Bitcoin SV aus. Der Mining Pool des Milliardärs Calvin Ayre, Coingeek, macht über 60 Prozent der gesamten SV Hash Rate aus. Ayre ist die finanzielle Kraft hinter der „Satoshi Vision“ und unterstützt damit Craig Wright. Die mehrheitliche Hash Rate an sich bedeutet indes noch nicht zwingend, dass auch eine 51-Prozent-Attacke passiert. Allerdings heißt es, dass ein solcher Angriff wahrscheinlich erfolgreich wäre. Es stellt sich dabei natürlich die Frage, warum Ayre seinen eigenen Coin (SV) angreifen sollte.

Ein weiterer interessanter Graph ist trägt den Namen „Totaler Proof of Work pro Netzwerk“. Dabei wird die Lösung aller PoW-Puzzle addiert und nach Schwierigkeit gewichtet. ABC hat hier klar die Nase vorne. Je nach Definition ist „das wahre Bitcoin (Cash)“ das mit dem meisten akkumulierten Proof of Work. Das ist demnach ABC.

Und tatsächlich hat die ABC-Version bei vielen Exchanges den Namen „Bitcoin Cash“ und das Ticker-Symbol BCH für sich beanspruchen können. „Betrug!“, ruft die Opposition und verweist auf die entwendete Hashpower. Außerdem hat Bitcoin Cash ABC aus Angst vor einer 51-Prozent-Attacke von Bitcoin Cash SV Checkpoints eingebaut. Das bedeutet, dass eine Reorganisation der Blockchain nur in einem begrenzten Rahmen möglich ist. Wenn das nicht schummeln ist, dann doch zumindest eine massive Zentralisierung eines angeblich dezentralen Protokolls.

Ganz vorbei ist das Rennen noch nicht, während des Schreibens lag Bitcoin Cash SV für kurze Zeit drei Blöcke in Führung. Insgesamt hat SV in der letzten Woche gut aufholen können. Geht ABC langsam die Puste aus? Im Moment hat ABC 52 Prozent der Hash Rate und SV 48 Prozent.

Wer das Rennen gerade gewinnt, kann man in Echtzeit auf Coin.Dance verfolgen. Es bleibt spannend.

Die Rache Satoshi Nakamotos?

Der selbsternannte Bitcoin-Erfinder, Craig Wright, gibt nicht auf. Auch wenn er offensichtlich dabei ist, zu verlieren, zeigt er sich optimistisch. In Livestreams spuckt „Faketoshi“, offenbar leicht alkoholisiert, große Töne – wie bereits vor der Hard Fork. Er möchte ABC „niederbrennen“ und Roger Ver und Jihan Wu „alles nehmen, was sie haben.“ Geld sei ihm egal, meint Wright – und präsentiert im gleichen Atemzug seine teuren Uhren. Sein Atem reiche bis 2026 – er stellt sich also auf einen langen Krieg ein. Als Nächstes wäre dann Bitcoin (BTC) in Wrights Visier.

Neben einigen technischen Argumenten fallen vor allem persönliche Beleidigungen, die den Streit zwar nicht lindern, aber dafür wenigstens unterhaltsam machen.

Krieg kennt keine Sieger

Während sich ABC und SV gegenseitig zerfetzen, sitzt ein Großteil der Bitcoin(BTC)-Community an der Seitenlinie und beobachtet gespannt das Treiben. In meinen Augen macht sich Wright durch seine Auftritte immer unpopulärer. Auf der anderen Seite begeht Roger Ver angeblich Betrug, um seine Version zu retten, und zentralisiert aus Angst das ABC-Protokoll.

Auch wenn der Krieg noch nicht vorbei ist, scheint es mir so, als ob hier keiner mehr gewinnen kann.

BTC-ECHO

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