Wie man bei fallendem Bitcoin-Kurs Verluste gering hält

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Quelle: shutterstock

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Seit dem Allzeithoch ist der Bitcoin-Kurs stark gefallen – ein Verlust, den man auch beim Schrumpfen des eigenen Portfolios merkte. Mit dem Dollar-Cost-Average-Ansatz kann man weitere Verluste jedoch geringer halten.

Nachdem sich der Bitcoin-Kurs im Juli recht positiv entwickelte, ist er in den letzten Tagen wieder stark eingebrochen. Damit waren die Hoffnungen auf einen kommenden Bullenmarkt wieder dahin und die Laune in der Community hat sich –verständlicherweise – rapide verschlechtert. Man las von Leuten, die über 90 Prozent ihres Investments verloren haben, weil sie Ende 2017 in den Markt eingestiegen sind.

Trotzdem gibt es nicht wenige, die weiterhin den Markt verfolgen und versuchen, den richtigen Moment für ein neues Investment abzupassen. „BTFD“ ist einer der Ratschläge, den man gerne in diesem Zusammenhang hört: Buy the fuckin dip. Bei Licht betrachtet handelt es sich bei dem Akronym um eine Folgerung aus dem klassischen „Buy low, sell high“: Man soll probieren, möglichst im Kursminimum zu kaufen.

Doch wann hat man dieses ominöse Kursminimum erreicht? Die Netzgemeinde war nicht untätig und hat die Parole „Buy the dip“ mit verschiedenen Memes ironisch kommentiert. Häufig hat sich nach einem Dip ein weiterer Dip entwickelt oder man hatte kein Geld mehr, um „sich weiter einzukaufen“. Frustriert musste so mancher, der dem Akronym BTFD folgte, sehen, dass er doch aktuell im Minus ist.

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Ein anderer Ansatz, den wir vor längerer Zeit auch bei BTC-ECHO diskutierten, ist das Dollar-Cost-Averaging oder DCA, im deutschsprachigen Bereich auch als Durchschnittskosteneffekt bekannt. Im Dollar-Cost-Averaging zahlt man, unabhängig von den Kursbewegungen, regelmäßig einen festen Betrag, um in das Portfolio zu investieren. Ähnlich wie man es bei einem Bausparvertrag oder einer Altersvorsorge kennt, legt man dann beispielsweise monatlich 100 Euro in Bitcoin an. Was würde das für die seit Mitte Dezember anhaltende Talfahrt bedeuten?

Betrachten wir zwei Investment-Cases: einmal die Einmalanlage, wobei zu Beginn eine volle Summe investiert wird, und zum zweiten das Dollar-Cost-Averaging. Wir gehen von zwei unglücklichen Investoren aus, die jeweils am 16.12.2017 in Bitcoin investierten. Negativ ist festzuhalten, dass beide aktuell noch negative Zahlen schreiben, doch der Unterschied ist gewaltig:

Wir sehen den relativen Portfoliowert in Abhängigkeit vom Datum. Schwarz ist die Einmalanlage, rot der Dollar-Cost-Averaging-Ansatz eingetragen. Während die Einmalanlage knapp 70 Prozent Verluste verbuchen muss, sind es im Fall des Dollar-Cost-Averagings weniger als 40 Prozent. Außerdem fällt auf, dass das Portfolio des Einmalanlegers sich immer noch in einem generellen Abwärtstrend befindet, während das DCU-Portfolio seit Februar steigt.

Wir sehen, dass sich in einem Bärenmarkt Dollar-Cost-Averaging lohnt. Viele Fondsmanager betonen im Kontrast dazu, dass in einem Bullenmarkt die Einmalanlage zu bevorzugen ist – der Hebel wird durch das größere investierte Kapital einfach größer.

Dollar-Cost-Averaging besticht jedoch gerade im Fall von Bitcoin durch die Einfachheit. Wir wissen nicht, wann Bitcoin wieder in einem Bullenmarkt ist. Noch weniger wissen wir, wie lange dieser dauern wird. Entsprechend ist das konstante Re-Investment der einfachste Weg, der außerdem in bullishen Zeiten durchaus Profite bringt und in bearischen Zeiten die Verluste gering hält.

Jenseits des Dollar-Cost-Averaging: Mayer-Multiple, Nutzen von Tradingsignalen und Portfoliomanagement

Man kann sicherlich noch komplexere Ansätze wählen. Mayer Multiple haben wir auf BTC-ECHO schon diskutiert und mittels Backtesting analysiert. Ähnliche Ansätze könnte man wählen und beispielsweise den MACD im Tageschart als Entscheidungshilfe für ein Investment nutzen: Anfang jeden Monats überprüft man, ob der MACD aktuell steigt oder fällt. Im ersten Fall investieren wir Geld, im zweiten Fall legen wir es für den nächsten Monat zur Seite.

Schließlich ist man bei einem Investment in Kryptowährungen nicht auf Bitcoin beschränkt. Man kann ein Portfolio aufsetzen und dieses monatlich durch ein Reinvestment etwas optimieren. Portfolio-Erstellung ist etwas komplexer. In einer älteren Ausgabe vom Kryptokompass haben wir dieses Thema etwas genauer beleuchtet. Für jene, die das Portfolio nicht selber erstellen möchten, sind nun auch drei Musterdepots im besagten Kryptokompass vorgestellt. Diese werden aktiv gemanagt und monatlich diskutiert.

Im ersten Schritt, auch für die nächsten Monate des Bärenmarkts, kann man aber einfach mit einem Dollar-Cost-Average-Ansatz beginnen. So lässt sich dann sukzessive das Investment von Bitcoin oder einer anderen Kryptowährungen aufbauen und der Einfluss von sinkenden Kursen etwas abfedern.

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