Nationalversammlung in Venezuela nickt Petro ab

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Die venezolanische Nationalversammlung hat dem Petro ihren Segen gegeben. Damit erhält die angeblich von Öl-Reserven gedeckte nationale Kryptowährung den Status einer legalen Währung. Anfänglich hatte diese vor allem aus den Oppositionsreihen des Parlaments harten Gegenwind erfahren. Erst im März hatte das Parlament eine Pressemitteilung herausgegeben, die Präsident Maduros Petro „illegal“ nennt.

Die Formalitäten sind geschafft, die Zweifler verstummen: Wie unter anderem die russische Nachrichtenseite Sputnik berichtet, hat die Nationalversammlung Venezuelas den Petro verabschiedet. So soll das Parlament des südamerikanischen Landes in dieser Woche eine entsprechende Verordnung verabschiedet haben. Damit erhält der Petro nun offiziell Legalität.


Sinn und Zweck der Verordnung soll es sein, den Petro offiziell als nutzbare Währung in das Finanzsystem des Landes einzugliedern. Präsident Nicolas Maduro kommt mit der Verabschiedung nun auch offiziell die gesamte Regulierungsbefugnis zu.

Tareck El Aissami, der Vize-Präsident des Landes, lobte den Schritt der Abgeordneten. Venezuela würde mit der Verabschiedung der Verordnung „Geschichte schreiben“.

Seit seiner Ankündigung hatte der Petro innerhalb Venezuelas starken Gegenwind erfahren. Erst im vergangenen Monat hatte etwa das Parlament eine Pressemitteilung herausgegeben, die den Petro „illegal“ und „verfassungswidrig“ nennt. Problematisch sahen die Gesetzgeber, dass der Petro am Ziel vorbei schieße. So ändere dieser nichts am akuten Mangel an Medikamenten und Lebensmitteln.

„Das verstärkt die Krise, in der wir uns befinden. Der Petro ist nur ein weiteres Beispiel von Korruption“,

prangerte etwa der Abgeordnete Per Guzman die Pläne Maduros an. Was die Abgeordneten nun zum Umdenken bewegt hat, ist unklar. Letztlich dürfte allerdings auch die von Guzman angesprochene landesweit florierende Korruption eine Rolle gespielt haben.

Mit dem Petro gegen die Misere

Im Dezember vergangenen Jahres hatte Maduro die auf Öl-Reserven basierte Digitalwährung angekündigt. Mit ihr soll Venezuela vom anhaltenden Krypto-Boom profitieren und die Ketten US-amerikanischer Sanktionen ablegen. Denn mit einer derzeitig galoppierenden Inflation befindet sich das Land seit dem vergangenen Jahr in einer immer schneller drehenden Abwärtsspirale. Berichten zufolge befindet sich die Wirtschaft des Landes am Boden, es fehlt am Nötigsten.

Der Petro allerdings verzeichnet erste Erfolge. Allein der Vorverkauf soll bis zu 735 Millionen US-Dollar in die venezolanischen Kassen gespült haben. Russland, welches zudem verdächtigt wird, Venezuela bei der Entwicklung und Herausgabe der Währung unter die Arme gegriffen zu haben, sucht derzeit nach Alternativen zum Petrodollar und könnte durch die Akzeptanz des Petro auch Sanktionen gegen sich umgehen. Diese lassen den Finanzsektor des Landes derzeit ächzen. Die USA auf der Gegenseite lehnen den Petro gänzlich ab. Präsident Trump etwa untersagte seinerseits vergangenen Monat allen Amerikanern die Nutzung der Öl-Währung.

Vor allem im Hinblick auf die Wirtschaftssanktionen entwickelt sich der Petro damit immer mehr auch zum Spielball im geopolitischen Großmächtekonflikt zwischen den USA und Russland.

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