Diese Woche könnte für den Clarity Act entscheidend werden, da nur noch wenige Tage bis zur politischen Augustpause des US-Senats verbleiben. Viele Krypto-Branchenvertreter drängen auf eine zeitnahe Verabschiedung, doch der Ex-CFTC-Vorsitzende Chris Giancarlo hält wenig von diesem einseitigen Fokus. In einem neuen Interview gibt er zu denken, dass man die Krypto-Gesetzgebung nicht als eine “Alles-oder-nichts”-Situation betrachten solle.
“Vielleicht ist es an der Zeit, nicht mehr so eine große Nummer aus dem Clarity Act zu machen”, so der 67-Jährige. In der Branche werde nur noch davon gesprochen, dass man das Krypto-Gesetz brauche. “Aber das Internet entwickelt sich weiter, und auch 30 Jahre später gibt es noch immer kein entsprechendes Gesetz. Auch wenn wir Clarity nicht bekommen, geht die Innovation weiter.” Die Welt würde nicht untergehen, nur weil es keine umfassende Krypto-Rahmenverordnung in den Vereinigten Staaten gebe.
Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung sinkt
Dennoch enthalte der Gesetzentwurf wertvolle Bestimmungen enthält, darunter die Verlängerung der Laufzeit von LabCFTC, dem Innovationszentrum, das Giancarlo während seiner Amtszeit bei der Commodity Futures Trading Commission ins Leben gerufen hatte. Ihm zufolge sollte jede US-Finanzaufsichtsbehörde ähnliche Innovationszentren einrichten sollte, um neue Technologien besser zu verstehen. Laut der dezentralen Krypto-Wettplattform Polymarket beträgt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Verabschiedung des Clarity Acts 2026 im laufenden Jahr nur noch 31 Prozent.
Sollte das Krypto-Gesetz doch noch kommen, könnte es unter anderem die regulatorischen Zuständigkeiten klarer verteilen. Bestimmte Kryptowährungen würden künftig als Rohstoffe von der CFTC beaufsichtigt, andere hingegen als Wertpapiere unter die Kontrolle der SEC fallen. Bitcoin und Ethereum dürften demnach in den Zuständigkeitsbereich der CFTC wechseln.
