Die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) erhöht den Druck auf Betreiber von Prognosemärkten wie Polymarket oder Kalshi. Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat die Behörde die Plattformen dazu aufgefordert, ihre Selbstzertifizierungen für Ereignisverträge detaillierter zu begründen.
Mit der erneuten Warnung macht die US-Derivateaufsicht deutlich, dass sie bei der Einhaltung der bestehenden Vorschriften künftig genauer hinschauen will. Die Mitteilung erscheint nur wenige Tage vor Ablauf einer wichtigen Konsultationsfrist zu geplanten Änderungen des Regulierungsrahmens.
CFTC verschärft Vorgaben für Prognosemärkte
Grundsätzlich dürfen Betreiber Ereignisverträge auch ohne vorherige Genehmigung der Behörde auf den Markt bringen. Voraussetzung ist jedoch, dass die gesetzlichen Anforderungen an die Selbstzertifizierung vollständig erfüllt werden.
Nach Angaben der CFTC reichen viele Plattformen derzeit zu allgemein formulierte Zertifizierungen ein. Künftig sollen Anbieter für jede Vertragsvariante ausführliche Informationen zu den Bedingungen, dem zugrunde liegenden Produkt sowie zur Vereinbarkeit mit den geltenden Vorschriften vorlegen. Bereits im März hatte die Behörde vor pauschalen Anträgen gewarnt.
Zudem arbeitet die CFTC an einer Reform der Regeln für Prognosemärkte. Geplant ist ein dreistufiges Prüfverfahren, mit dem künftig bewertet werden soll, ob bestimmte Ereignisverträge dem öffentlichen Interesse widersprechen. Betroffen wären unter anderem Verträge mit Bezug zu Terrorismus, Attentaten oder Glücksspiel.
Prognosemärkte boomen wie nie zuvor. Vor allem seit der US-Präsidentschaftswahl von Donald Trump haben Plattformen wie Polymarket einen enormen Zulauf erlebt. Doch mit der wachsenden Beliebtheit werden auch die kritischen Stimmen lauter – immer wieder geht es um mögliche Marktmanipulationen und den Verdacht, dass einzelne Nutzer über Informationsvorteile verfügen könnten.
