Galaxy Research rechnet nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent, dass der Clarity Act noch 2026 verabschiedet wird. Ende Juni lag die Prognose noch bei 50 Prozent. Als Hauptgrund nennt das Research-Haus den knappen Zeitplan im US-Senat vor der Augustpause.
Alex Thorn, Research-Chef von Galaxy, sieht die politische Unterstützung für das Gesetz als unzureichend an. Obwohl der Senat den Gesetzentwurf in dieser Woche veröffentlicht hat, sei die notwendige Mehrheit „nicht erkennbar“. Mit Blick auf die verbleibende Zeit schreibt Thorn: „Der Kalender ist nicht länger nur ein Hindernis. Er ist jetzt der Feind.“
Krypto-Branche drängt auf Abstimmung
Der inzwischen 616 Seiten umfassende Gesetzentwurf fasst die Arbeiten der Ausschüsse für Banken und Landwirtschaft zusammen und enthält zusätzlich ein Ethikpaket. Trotzdem erklärten sieben demokratische Senatoren, die aktuelle Fassung bleibe „hinter den Erwartungen zurück“. Sie verlangen strengere Vorgaben bei Ethik, Verbraucherschutz, Interessenkonflikten und der Bekämpfung illegaler Finanzströme.
Unterstützung erhält der Clarity Act aus der Krypto-Branche. Der Crypto Council for Innovation, die Blockchain Association und The Digital Chamber fordern den Senat in einem gemeinsamen Schreiben auf, den Gesetzentwurf zügig zur Abstimmung zu bringen.
Auch SkyBridge-Gründer Anthony Scaramucci sieht weniger den Inhalt als vielmehr das Verfahren als Problem. „Das größte Problem ist das parlamentarische Verfahren“, sagte er gegenüber CNBC. Sollte der Gesetzentwurf die Abstimmung im Senat erreichen, zeigt er sich optimistisch: „Kommt das Gesetz auf die Tagesordnung, wird es verabschiedet.“
Thorn fordert die Politik ebenfalls zum Handeln auf. „Die Zeit für schrittweise Verhandlungen ist vorbei“, schreibt er und schließt seinen Bericht mit einem klaren Appell: „Verabschiedet das Gesetz!“
