Miner-Exodus 

Paukenschlag bei Bitcoin-Pionier: Einstiger Mining-Riese Poolin meldet Insolvenz an

Der frühere Bitcoin-Mining-Gigant Poolin meldet in den USA Insolvenz an. Anlagen im Wert von mindestens 52 Millionen US-Dollar sollen verkauft werden.

Johannes Dexl
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Eine Bitcoin-Münze liegt auf einem roten Computerchip

Beitragsbild: Shutterstock

| Sinkende Margen zwingen derzeit viele Miner in die Knie

Der frühere Mining-Gigant Poolin hat in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Statt einer Sanierung plant das Unternehmen den Verkauf seiner verbliebenen Mining-Anlagen in Texas. Poolin Technology Pte. Ltd. und die US-Tochtergesellschaften Lonestar Dream Inc. und Lonestar Taproot LLC haben beim US-Insolvenzgericht für den District of New Jersey Insolvenz angemeldet. Zuvor waren die Bitcoin-Mining- und Hosting-Aktivitäten in Texas am 10. Juli eingestellt worden.

In den Unterlagen beziffert Poolin seine Vermögenswerte auf ein bis zehn Millionen US-Dollar. Die Verbindlichkeiten liegen demnach zwischen 100 und 500 Millionen US-Dollar. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit 10.001 bis 25.000 Gläubigern.

Millionenforderungen aus eingefrorenen Kundengeldern

Laut Restrukturierungschef Michael DuFrayne beliefen sich die Verpflichtungen vor dem Insolvenzantrag auf rund 173,1 Millionen US-Dollar. Davon entfallen etwa 163,7 Millionen US-Dollar auf unbesicherte Schuldscheine, die Poolin nach der Aussetzung von Auszahlungen im Jahr 2022 an Wallet-Kunden ausgegeben hatte.

Damals waren die Guthaben von rund 11.700 Nutzern mit Forderungen von jeweils mehr als 100 US-Dollar eingefroren worden. Poolin war während des Krypto-Crashs unter Druck geraten, nachdem das Unternehmen Kredite von rund 213 Millionen US-Dollar aufgenommen und dafür Kryptowährungen als Sicherheiten hinterlegt hatte. Der Wertverfall führte zu Liquidationen und verschärfte die Liquiditätsprobleme.

Mining-Anlagen sollen verkauft werden

Poolin will Chapter 11 nicht für eine operative Neuaufstellung nutzen, sondern nahezu sämtliche verbleibenden US-Mining-Vermögenswerte verkaufen. Als sogenannter Stalking-Horse-Bieter hat Thor CALAP LLC ein Angebot über insgesamt 52 Millionen US-Dollar abgegeben.

Davon entfallen 15 Millionen US-Dollar auf den Standort Pyote einschließlich Stromrechten und Ausrüstung. Weitere 37 Millionen US-Dollar sind für die Stromrechte und Maschinen am Standort Tarbush vorgesehen. Das Angebot bildet den Mindestpreis für eine mögliche Auktion. Beide Standorte könnten auch separat verkauft werden, sofern dadurch höhere Erlöse für die Gläubiger erzielt werden.

Poolin wurde 2017 in China gegründet und galt zeitweise als einer der größten Bitcoin-Mining-Pools der Welt. Nach dem chinesischen Mining-Verbot im Jahr 2021 versuchte das Unternehmen, sein Geschäft in den USA neu aufzubauen. Die US-Gesellschaften häuften seit ihrer Gründung jedoch Verluste von insgesamt rund 45,9 Millionen US-Dollar an.

Während Bitcoin-Unternehmen derzeit also weiter leiden, geht Ripple in die Stablecoin-Offensive.

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