Der mögliche Börsengang von Bitpanda rückt vorerst in die Ferne. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen, erklärte CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad im WirtschaftsWoche-Podcast “Bitcoin & Beyond”. Ein IPO bleibe zwar eine mögliche Option für den österreichischen Krypto-Broker, sei aber nur einer von mehreren denkbaren Wegen für die weitere Entwicklung des Unternehmens.
Medienberichten zufolge hatte Bitpanda zuvor einen Börsengang in Frankfurt im ersten Halbjahr 2026 geprüft. Dabei soll eine Bewertung von vier bis fünf Milliarden Euro im Raum gestanden haben. Das Unternehmen selbst hatte diesen Zeitplan allerdings nie offiziell bestätigt.
Krypto-Crash belastet IPO-Aussichten
Ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung dürfte die Schwäche am Krypto-Markt sein. Die Kurse von Bitcoin, Ethereum und Co. sind deutlich gefallen, zugleich hat die Handelsaktivität nachgelassen. Für Plattformen wie Bitpanda bedeutet das in der Regel geringere transaktionsabhängige Einnahmen.
Auch die zuvor diskutierte Milliardenbewertung dürfte unter diesen Bedingungen schwerer durchzusetzen sein. Ein Börsengang während eines Krypto-Crashs könnte Bitpanda zu erheblichen Bewertungsabschlägen zwingen.
Mit dieser Vorsicht steht das Unternehmen nicht allein da. Auch andere bekannte Krypto-Unternehmen haben ihre IPO-Pläne angesichts der schwierigen Marktbedingungen gebremst. Dazu gehören die Kraken-Mutter Payward, der Ethereum-Entwickler Consensys, der Hardware-Wallet-Anbieter Ledger und der Krypto-Vermögensverwalter Grayscale.
Fokus auf Produktangebot
Bitpanda will sich nun zunächst auf das operative Geschäft und die Weiterentwicklung seiner Produkte konzentrieren. Seit Ende Januar bietet die Plattform neben Krypto-Assets auch mehr als 10.000 Aktien, ETFs und ETCs an. Damit versucht das Unternehmen, seine Abhängigkeit vom Krypto-Handel zu verringern und zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen.
Vom Tisch ist ein Börsengang damit nicht. Einen neuen Zeitplan gibt es jedoch nicht. In den kommenden Monaten sollen stattdessen das Produktangebot ausgebaut, die Plattform verbessert und das Geschäft widerstandsfähiger gegen Schwankungen am Krypto-Markt gemacht werden. Dieser hatte die Anleger in den vergangenen Monaten herbe enttäuscht – On-Chain-Indikatoren sprechen nun jedoch für eine Bodenbildung bei Bitcoin.
