Der Zusammenbruch von FTX gilt als eines der deutlichsten Beispiele für fehlende Kontrolle im Krypto-Markt. Chris Dixon, Gründer und Managing Partner von a16z Crypto ist davon überzeugt, dass ein Skandal dieser Größenordnung unter dem geplanten CLARITY Act weniger wahrscheinlich gewesen wäre. Doch hätten die diskutierten Regeln tatsächlich an den Schwachstellen von FTX angesetzt?
Welche Kontrollen bei FTX fehlten
Dixon verweist auf die strengen Vorgaben aus den traditionellen Finanzmärkten. Dort müssen sich registrierte Börsen regelmäßigen Prüfungen und Finanzkontrollen unterziehen. Zudem erhalten die Behörden Einblick in den Geschäftsbetrieb und das Risikomanagement der Plattform.
Bei FTX waren gerade diese Bereiche problematisch. Kundengelder wurden über das verbundene Handelsunternehmen Alameda Research umgeleitet und mit dessen Finanzmitteln vermischt. Als wäre das nicht schon schwierig genug, verfügte Alameda auf der Krypto-Börse auch noch über weitreichende Sonderrechte. Sie waren von zentralen Risikokontrollen ausgenommen und durften ihr FTX-Konto zulasten der hinterlegten Kundengelder praktisch unbegrenzt ins Minus überziehen.
Regulierung ist keine Garantie
Die Argumentation von Dixon ist daher durchaus plausibel. Ein gesetzlicher Rahmen wie der CLARITY Act mit regelmäßigen Kontrollen und klaren Zuständigkeiten hätte solche Unregelmäßigkeiten womöglich früher erkannt und einen Eingriff möglich gemacht. Im Falle einer internationalen Struktur wie der von FTX hängt die Wirksamkeit der Regeln aber auch davon ab, ob sie bei Geschäften mit US-Kunden grenzüberschreitend durchgesetzt werden.
Ob die derzeit diskutierten Rahmenbedingungen für den Krypto-Sektor überhaupt in die Gesetzbücher aufgenommen werden, ist allerdings offen. Der CLARITY Act stockt derzeit im US-Senat. Vor der Augustpause stand der Entwurf weiterhin nicht auf der Tagesordnung, wie BTC-ECHO bereits berichtete.
