ICO-Studie: Mehr als die Hälfte der Startups sterben nach 4 Monaten

Quelle: Scary skull emerging from a cloud of smoke / high contrast image via Shutterstock

ICO-Studie: Mehr als die Hälfte der Startups sterben nach 4 Monaten

ICOs sind nach wie vor eine attraktive Möglichkeit, Gelder für geplante Projekte einzusammeln. Eine Studie der Boston College Carroll School of Management hat nun gezeigt, dass die Mehrheit der so finanzierten Startups keine lange Lebensdauer haben. Bereits nach vier Monaten nach Aushändigung des Tokens an die Käufer werden sie als tot betrachtet.

Auch wenn der ganz große Hype etwas abzuflauen scheint, zeigen neu entstandene Ratingagenturen, dass Initial Coin Offerings weiterhin sehr beliebt sind. Die Boston College Carroll School of Management hat nun untersucht, was mit den finanzierten Projekten nach ihrem ICO passiert. Die am 5. Juli veröffentlichte Studie hat dabei mehr als 4.000 ICOs für die Untersuchung herangezogen. Der Doktorand der Finanzwissenschaften Hugo Benedetti und der Assistenzprofessor Leonard Kostovetsky haben die Studie geleitet.

56 Prozent der Krypto-Startups sterben schnell

Laut der Ethereum World News übertrifft das ICO-Volumen der ersten Hälfte des Jahres 2018 das gesamte Jahr 2017. Allerdings muss man gemäß der ICO-Studie über 1.000 Kryptoprojekte als tot oder sterbend betrachten. Die dadurch wertlos gewordenen Coins kann man dennoch weiterhin an Börsen mit echtem Wert handeln. Entsprechend wird der Markt mit „Coin-Leichen“ überschwemmt.

Um das genaue Ausmaß dieses Phänomens auszumachen, hat die Studie die Lebensdauer der ICO-finanzierten Unternehmen unter die Lupe genommen. Dafür analysierten die Forscher die Intensität von Tweets aus den Twitter-Accounts der Startups. Auf diesem Wege wurde die Aktivität und somit das Bestehen der Unternehmen hergeleitet. Dabei stellten die Forscher, dass nur 44,2 Prozent der Startups nach 120 Tagen nach dem Ende ihrer ICOs noch immer existierten. Entsprechend sterben ungefähr 56 Prozent der Krypto-Startups, die durch Token-Verkäufe Geld eingesammelt haben, vier Monate nach ihrem ICO.

In einem Interview mit Bloomberg betonte Kostovetsky:

„Was wir herausgefunden haben, ist, dass, wenn Sie einmal über drei Monate, maximal sechs Monate gekommen sind, können Sie andere Kryptowährungen nicht mehr übertreffen. Die stärkste Rendite ist eigentlich im ersten Monat.“

Junge Unternehmen und Startups sind in der Preisgestaltung in ihren ICOs vorsichtiger geworden. Zudem investieren immer mehr Menschen in ICOs, sodass die Erträge im Laufe der Zeit zurückgegangen sind. So sind laut Kostovetsky die Gewinne jener, die ihre Coins am ersten Tag der Börsennotierung verkauft haben, um vier Prozentpunkte pro Monat zurückgegangen. Entsprechend sei der Coin-Kauf und -Verkauf am ersten Tag die sicherste Investitionsstrategie. Allerdings haben viele Privatanleger diese Möglichkeit nicht. Als Resultat der Studie schließt er demnach, dass alle Investoren innerhalb der ersten sechs Monate verkaufen sollten. Wie nachhaltig diese Einschätzung in einem Markt ist, der sich permanent verändert, müsste allerdings regelmäßig überprüft werden.

BTC-ECHO

Aufgepasst: Der Kryptokompass ist das erste digitale Magazin für digitale Währungen und Blockchain-Assets. Er liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen, spannende Insights und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Nur jetzt und nur solange der Vorrat reicht: Im Abo inkl. GRATIS Bitcoin-T-Shirt

 

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Neues aus dem Crypto Valley: Polkadot startet „Initial Futures Offering“
Neues aus dem Crypto Valley: Polkadot startet „Initial Futures Offering“
ICO

Polkadot, ein Start-up aus dem Zuger Crypto Valley, das unter den Fittichen der Web3 Foundation steht, kündigt ein so genanntes Initial Future Offering (IFO) an. Was sich hinter dem Begriff versteckt und welche Rolle CoinFLEX spielt.

SEC schlägt zurück: US-Börsenaufsicht verklagt KiK
SEC schlägt zurück: US-Börsenaufsicht verklagt KiK
ICO

Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde hat am 4. Juni verkündet, dass sie das Krypto-Start-up KiK verklagt. Demnach wirft die Securities and Exchange Commission (SEC) KiK vor, ihren Initial Coin Offering (ICO) in der Höhe von 100 Millionen US-Dollar illegal durchgeführt zu haben.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

USA: SEC gibt grünes Licht für Securitize als Wertpapieremittenten
USA: SEC gibt grünes Licht für Securitize als Wertpapieremittenten
Insights

Die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hat Securitize als Wertpapieremittenten registriert. Securitize ist eine digitale Wertpapierplattform, ferner nutzt die Bitcoin-Börse Coinbase Securitize als Transferstelle. Nun kann das Unternehmen offiziell als Verwahrstelle von Aufzeichnungen über Änderungen des Eigentums an Wertpapieren fungieren.

IBM und Travelport lancieren DLT-Lösung für Hotelprovisionen
IBM und Travelport lancieren DLT-Lösung für Hotelprovisionen
Blockchain

Die Distirbuted-Ledger-Technologie (DLT) verspricht überall dort einen Mehrwert, wo es komplizierte Transaktionen zwischen mehreren Parteien nachzuverfolgen gilt. So auch in der Reisebranche. IBM hat hier gemeinsam mit Travelport nun eine neue Blockchain-Lösung für Reisebüros und Hotels lanciert. Die Entwickler versprechen damit, die Arbeitsabläufe in der Branche entscheidend zu vereinfachen.

Bitcoin-Kurs unter 10.000: Fear & Greed Index gibt klares Signal
Bitcoin-Kurs unter 10.000: Fear & Greed Index gibt klares Signal
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs rüttelt stetig an der psychologisch wichtigen 10.000 US-Dollar-Marke. BTC-Trader brauchen ein ruhiges Gemüt. Der Fear & Greed Index zeigt, dass das aktuell nicht einfach ist. Und gibt eine klare Handlungsanweisung

Bitcoin, China und die US-Drogenkrise
Bitcoin, China und die US-Drogenkrise
Kommentar

US-amerikanische Behörden gehen verstärkt gegen chinesische Drogen-Hersteller vor. Diese nutzen Kryptowährungen wie Bitcoin, um ihr Geld zu transportieren. Die gehandelten Waren bestehen unter anderem aus synthetischen Opioiden. Ein Kampf gegen Windmühlen, die ihr Fundament auf US-amerikanischem Boden haben.

Angesagt

Südkorea: Die Abwanderung der Bitcoin-Börsen
Tech

Immer mehr südkoreanische Blockchain-Start-ups und Bitcoin-Börsen listen ihre Projekte in Übersee. Neben den USA und China ist auch Singapur ein beliebter Zufluchtsort für Krypto-Entrepreneure. Die Entscheidung, auf ausländischen Plattformen zu operieren, lässt sich auf ungünstige Bedingungen auf dem heimischen Markt zurückführen. Unterdessen reagieren große internationale Börsen erfreut und öffnen ihre Pforten für Südkoreaner.

„IOTA“, sagte die Schranke zum Smartphone
Tech

IOTA im Alltag: Die App trive.park bezahlt Parkhausautomaten mit IOTA. Hinter dem Projekt steckt das deutsche Software-Start-up trive.me, das seinerseits der EDAG Group angehört. EDAG und trive.me sehen in der Tangle-Integration von IOTA eine Grundsteinlegung für künftige Mobilitätsservices.

Libra unter Monopolverdacht: EU-Kommission befasst sich mit dem Facebook Coin
Regulierung

Die EU-Kommission prüft Facebooks Währungsprojekt Libra auf mögliche wettbewerbswidrige Praktiken. Einen entsprechenden Fragebogen haben die Wettbewerbshüter Anfang des Monats an die Mitglieder der Libra Association versandt. Damit muss sich die Organisation hinter der noch ungeborenen Währung bereits zwei Monate nach deren öffentlichen Verkündung gegen Monopolverdacht wehren.

CBA: Größte australische Bank entwickelt Handelsplatz für Umwelt-Token
Blockchain

Die Commonwealth Bank of Australia (CBA) hat einen Handelsplatz für Token, die für eine nachhaltige Förderung und den Erhalt der Umwelt stehen, vorgestellt. Dieser soll den Schutz der Umwelt vorantreiben und Investitionen in die Umwelt möglich machen.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: